Razzien in Baubranche: Porr und Strabag im Visier

Insider Nº120 / 17 5.5.2017 Alert

In der heimischen Baubranche ist es gestern Abend wegen dem Verdacht auf illegale Preisabsprachen beim Bau von Autobahnen und Landstraßen zu zahlreichen Hausdurchsuchungen gekommen. Davon betroffen sind auch die börsennotierte Porr AG und Strabag SE. Beide Unternehmen haben mittlerweile die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bestätigt (sie prüfen laut meinem Informanten anegblich die letzten 10 Jahre) und kooperieren mit den Behörden. Auslöser der Untersuchungen ist ein ehemaliger Manager eines Baukonzerns der „ausgepackt“ haben soll.

Im konkrten Fall haben die 20 Baufirmen angeblich untereinander abgesprochene Scheinangebote gelegt. Somit soll schon vorher klar gewesen sein, wer den einen oder anderen Auftrag erhält – und jene Firma, die den Auftrag nicht bekam, soll von derjenigen, die den Auftrag bekam, eine Abschlagszahlung erhalten haben. Das hat auch für die Aktionäre der Porr AG und Strabag SE negative Auswirkungen. Die Aktien der beiden Baufirmen sind heute an der Wiener Börse stark im Minus.

Preisabsprachen sind leider kein Einzelfall. Vor allem wenn es um Aufträge vom Staat, Land oder von Gemeinden geht. Bei Preisabsprachen der Voestalpine AG entstand der Deutschen Bahn  (wegen einem Schienenkartell) zum Beispiel ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Auch der Feuerwehrausrüster Rosenbauer AG und seine Mitbewerber wurden vor einigen Jahren wegen illegaler Absprache überführt. Umso mehr wundern mich die aktuellen Vorwürfe (liegen vermutlich ein paar Jahre zurück), man weiß ja, dass mittlerweile sehr genau hingeschaut wird. Es gilt vorerst natürlich die Unschuldsvermutung.

Das offizielle Statement der Porr AG: „Am 3. Mai wurden an vier TEERAG-ASDAG und PORR Standorten Hausdurchsuchungen wegen des Vorwurfs rechtwidriger Absprachen durchgeführt. Zum aktuellen Zeitpunkt können wir zu den internen Vorkommnissen noch keine qualifizierte Aussage tätigen, da es sich um Projekte von lokalen Einheiten handelt. Wir haben umgehend die interne Prüfung der Sachlage veranlasst und kooperieren selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden.“

Das offizielle Statement der Strabag SE: „Es ist richtig, dass in unseren Niederlassungen in Wien und Spittal a. d. Drau am Mittwoch (3.5.2017) Hausdurchsuchungen stattgefunden haben. Im Zuge der Ermittlungen wurden wir gebeten, die Recherchen durch die Herausgabe von Dokumenten zu unterstützen – ein Ersuchen, dem wir natürlich nachkommen. Wir bitten um Verständnis, dass wir nichts weiter kommentieren werden, zumindest bis unsere Interne Revision Gelegenheit hatte, den Sachverhalt zu prüfen.“

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