Wie bitte? Ein Hybrid-Sport-Coupé? Das verwirrt anfangs, ist doch der Begriff „Hybrid" voll und ganz mit Sparsamkeit verbunden.Honda wagt hier viel, eröffnet der Hersteller doch mit dem CR-Z ein völlig neues Marktsegment. Die flotte Flunder zeigt mit Stolz ihre sportliche Veranlagung, aber auch die moderne Technik. Mit seinem steil abfallenden Heck steht das Modell in der Tradition eines berühmten Vorgängers: des Honda CRX. Zum Fahrerlebnis: Spätestens wenn man sich das erste Mal in den CR-Z setzt, wird klar, dass er nichts für Langweiler ist. Das Ein- und Aussteigen ist allerdings auch schon ein Vorzeichen für die geniale Straßenlage. Genüsslich kann man ihn durch die Kurven dirigieren. Oder: Man schaltet auf Sportmodus, deaktiviert das ESP und lässt die Honda-Katze am Asphalt kratzen. Wer den CR-Z dann im Drehzahlbereich jenseits der 4.500 Touren fährt, lernt das Sport-Coupé kennen. Hier hat Honda alle Hausaufgaben gemacht und draufgeschrieben, was auch drinnen steckt. Das Kind im Manne freut sich. Dabei ist dieser Spagat gelungen, denn schaltet man den CR-Z in die spritsparenden Modi „Normal" oder „Econ" fällt der Verbrauch auf ca. 5 Liter.Für Aufsehen sorgt man nebenbei auch: So brachte mir zum Beispiel der Parkservice eines Hotels den Schlüssel begeistert zurück und begann Fragen zu stellen – und das trotz des Umstandes, dass er es gewöhnt ist, echte Luxuswagen abzustellen. Oder auch am letzten Tag der Testzeit, wo ich auf einer Tankstelle von einer Gruppe junger Burschen angesprochen wurde. Einer von ihnen erzählte mir mit leuchtenden Augen von seinem früheren CRX und war hingerissen, als ich ihn ins Auto sitzen ließ. Am liebsten wäre er gleich damit davongefahren. Entsprechend viel Aufmerksamkeit zogen wir im Konvoi mit vier CR-Z auf uns, als wir durch Niederösterreich fuhren. Nicht zuletzt durch den attraktiven LED-Licht-Augenaufschlag des Taglichtes.Das Resümee: Ja, er schafft den Spagat. CO2-reduzierende Technologie und dennoch großer Spaßfaktor.Und genau das ist es, was wir in Zusammenhang mit einer nachhaltigen Entwicklung brauchen: Freude. Nachhaltigkeit muss einfach Lust auf mehr machen. Und das schafft der CR-Z vortrefflich. Er gibt einem das stolze Gefühl, modernste Hybrid-Technologie zu bewegen. Gleichzeitig ist er überraschend preiswert (ab 22.300 Euro), ein weiterer wichtiger Punkt. Schon der Vordenker Hermann Scheer (er ruhe in Frieden) war der Überzeugung, dass alternative Energien erst dann den Durchbruch erleben werden, wenn sie auch ökonomisch reizvoll sind. Und das gilt auch im Automobilsektor. Mit gutem Gewissen allein wird man den Mittelstand nicht bewegen. UND: Ich finde es ein gutes Zeichen, dass es den CR-Z in drei Modellvarianten gibt – diese sich aber nicht in der Motorisierung unterscheiden. Eine klare Entmachtung von PS-Zahlen und eine Fokussierung hin zu cleverer Technologie und guter Ausstattung.www.tonygigov.com