Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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Leserfragen

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Leserfrage: Zypern, Gold, es tut sich immer etwas an den Börsen. Worin liegen momentan die Herausforderungen bei der Geldanlage und welche Regionen, Assetklassen oder Titel sagen Ihnen zu?

Streuung hat in unsicheren Zeiten Priorität

Das niedrige Zinsniveau führt dazu, dass Anlageklassen mit geringem Risiko kaum Ertrag abwerfen. Ein realer Verlust (Ertrag geringer als die Inflation) ist vorprogrammiert. Wer mehr Ertrag möchte muss mehr riskieren.

Das wichtigste dabei ist die Streuung. Gerade in relative unsicheren Zeiten ist das die oberste Prämisse. So sollten neben konservativen Anleihen oder Sparbüchern Assetklassen wie Aktien und High Yield Anleihen in einem Portfolio nicht fehlen. Zusätzlich ist auf eine Streuung von Regionen und Währungen zu achten.

Wieder einmal kann ich nur Investmentfonds empfehlen, die mit ihrer gesetzlich vorgegebenen Streuung von Einzeltitel schon einen wesentlichen Vorteil gegenüber Einzelinvestment darstellen. Sucht man sich noch dazu einen globalen Aktienfonds, HighYield Fonds oder gemischten Fonds aus, so hat man schon einen sehr hohen Grad an Streuung erreicht.

An dieser Stelle einzelne Regionen oder Assetklassen hervorzuheben ist eine zu kurzfristige Betrachtung. Langfristig wird man wahrscheinlich in den wirtschaftlichen Wachstumsregion die besten Erträge erzielen können.

Leserfrage: Der Goldpreis befand sich im Sturzflug. Sehen Sie hier langfristig Probleme oder wird sich der Goldpreis schnell wieder erfangen?

Gold - Ein Lagebericht rund um das Edelmetall

Hatten Analysten Ende letzter Woche noch von einem ausgezeichneten Chance-Risikoverhältnis für Longeinstiege gesprochen, wurden alle am Montag dieser Woche eines Besseren belehrt - Gold marschierte durch alle wichtigen Untersützungen und verlor erst bei den Tiefs aus Jänner 2011 an Abwärtsmomentum. Hier kann man getrost von Panikverkäufen und Dominoeffekt sprechen.

Zur Erinnerung: Zwischen Mitte Februar und Mitte März sprach man noch von einem wichtigen Widerstand bei USD 1.620,00, die der Goldpreis nachhaltig überwinden  müßte um wieder in den Longmodus einzusteigen. Nach unten betrachtete man den Kurs im Bereich von 1.560,00 bis 1.550,00 als gut abgesichert.  Im April fiel der Goldpreis um satte 260 Punkte. Das ist bereits mehr als eine gesunde Korrektur.

In den nächsten Tagen und Wochen gilt es Vorsicht walten zu lassen. Unter Umständen könnte der eine oder andere Goldfonds durch diese massiven Kursverluste in Schieflage geraten sein und muss nachträglich gezwungenermaßen  Longpositionen auflösen. Dies könnte zu weiteren Abgaben unter die 1.300 USD Marke führen.

Ein Wiederaufflackern der Eurokrise und eine starke mediale Verarbeitung dieses Themas könnte den Goldpreis wieder Luft nach oben verschaffen. Ebenso zu beachten wäre ein möglicher Short-Squeeze sollte eine starke Aufwärtsbewegung zum Eindecken von Shortpositionen führen. Kursziele jenseits des ATHs scheinen jedoch in weite Ferne gerückt zu sein.

Leserfrage: In der Krisenzeit sind neue Projektentwicklungen am Immobilienmarkt in den Hintergrund geraten. Wie steht es ganz allgemein in der Branche um Neuproduktionen am Markt?

"In CEE sind Investoren bei Immobilien noch sehr zaghaft"

Um diese Frage beantworten zu können, muss man nach Märkten differenzieren. In Wien steigt die Anzahl der Projektentwicklungen langsam, wobei man grob in zwei Strömungen unterscheiden kann. Einerseits gibt es einige sehr große Entwicklungen, bei denen ganze Stadtteile entstehen. Hierzu zählen natürlich die Projekte rund um den neuen Wiener Hauptbahnhof, wo auch die S IMMO gemeinsam mit Partnern ein Grundstück entwickelt, wie auch das Projekt „Seestadt Aspern“ oder die Entwicklungen am Nordbahnhof-Gelände. Andererseits gibt es einige punktuelle Entwicklungen, die sich hauptsächlich mit Sanierungen und Umwidmungen beschäftigen. Auch in Deutschland ist das Investoren-Interesse groß und es gibt einige vielversprechende neue Projekte.
 
In den Ländern Zentral- und Südosteuropas sind Investoren hingegen noch sehr zaghaft. Es lässt sich zwar beobachten, dass vereinzelt wieder internationale Mieter in die Märkte eintreten, noch ist die Anzahl an neuen Projekten aber sehr überschaubar. Davon wiederum profitieren die bestehenden Objekte, die während der Wirtschaftskrise fertiggestellt wurden und deren Auslastung zunehmend steigt.

Von welchen Einflussfaktoren hängen eigentlich die Ausformung von österreichischen Staatsanleihen ab?

Wie Staatsanleihen zu Laufzeit und Kupon kommen

Die Ausformung (Volumen, Laufzeit, Kupon, Währung) von österreichischen Staatsanleihen wird von der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur festgesetzt.
 
Die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur GmbH (OeBFA) handelt im Namen und auf Rechnung der Republik Österreich und ist für die Aufnahme von Schulden, für das Schuldenportfoliomanagement und für die Kassenverwaltung des Bundes zuständig. Ziel ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Republik Österreich zu mittel- bis langfristig optimalen Konditionen bei gleichzeitig risikoaverser Ausrichtung. Die OeBFA versucht in Abstimmung mit den Kapitalmärkten das Schuldenmanagement der Republik zu optimieren.
 
In anderen Staats gibt es ähnliche Stellen, z.B. Deutsche Finanzagentur.

Leserfrage: Rund um das Thema „Staatsschulden“ ist es medial ein wenig ruhiger geworden. Mich persönlich beunruhigt dieses Thema aber weiter. Wie sehen Sie das Thema? Welche Aussichten haben Sie diesbezüglich für 2013?

"Entspannung im Euroraum, weltweit noch Aufholpotenzial"

Auch 2013 werden wohl in den meisten Ländern die Staatsschulden steigen, allerdings im Euroraum deutlich weniger stark. Entscheidend ist das jährliche Defizit, vor allem das strukturelle Defizit. Hier wurden im Euroraum große Fortschritte erzielt. So konnte Griechenland sein strukturelles Defizit um 11 Prozentpunkte, Portugal um 7, Irland, Spanien und Italien jeweils um 4 Prozentpunkte reduzieren.
 
2013 wird etwa Italien und Deutschland kein strukturelles Defizit mehr haben. Die meisten Euroländer liegen unter 2%, lediglich Spanien bleibt mit 3 1/2 Prozent hoch. Wir erleben also eine Entspannung im Euroraum. In den USA und Japan liegt das strukturelle Defizit jedoch weiterhin über 5% bzw. sogar 8% (Japan). Also eine leichte Entspannung im Euroraum, aber weltweit sind noch einige Anstrengungen notwendig.

Leserfrage: Wie sieht es eigentlich mit dem Währungsrisiko bei Anleihen aus? Welche Arten gibt es und welche Einflüsse gehen von diesen aus?

Anleihen - Wie Anleger vom Währungsrisiko profitieren

Ich gehe davon aus, dass Sie wirtschaftlich im Euro verankert sind, d.h. Ihr Gehalt und ihre Ausgaben sind Euro-Beträge. Damit haben Anleihen die in Euro notieren kein Währungsrisiko für Sie, denn Kuponzahlungen und Tilgungsbetrag werden in Euro bezahlt.
 
Bei Anleihen in anderen Währungen tragen Sie das Währungsrisiko. Dies ist Chance und Risiko zugleich. Die meist jährlichen Kuponzahlungen und die Tilgung am Laufzeitende werden mit dem aktuellen Währungskurs umgerechnet. Ist dieser besser als bei Ihrem Anleihenkauf haben sie profitiert und umgekehrt.
 
Natürlich ist der Währungskurs zum Zeitpunkt der Tilgung am wichtigsten, da sich dieser auf das gesamte eingesetzte Kapital auswirkt. Da kann es leicht vorkommen, dass die Erträge aus den Kuponzahlungen durch eine schlechte Währungsentwicklung mehr als aufgezerrt werden. Allerdings haben Anleihen in ausgesuchten Währungen eine wesentlich höhere Rendite.
 
Die Abwägung dieser Risiken und Chancen ist der wesentliche Punkt bei Veranlagungen in Währungsanleihen.

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