Leserfragen

Die Hauptursache der Immobilienkrise war, dass Objekte im Osten stark überbewertet waren, vor allem auf Grund der fast schon lemminghaften Investitionswut vieler westlicher Player, aber auch vieler Glückritter. Die Preise waren überteuert und das Risiko wurde verdrängt. In Westeuropa hingegen waren die Märkte eigentlich immer realistisch bewertet. Die Krise hat – wenn man ihr etwas Gutes abgewinnen möchte – sicherlich dafür gesorgt, dass jetzt Vernunft und gesundes Wachstum im Vordergrund stehen. Die Branche konzentriert sich nun wieder auf jene Investoren, die mit Sorgfalt, nachhaltig und langfristig agieren.
Einige Märkte haben sich nach der Krise sehr gut entwickelt – vor allem der Wohnungssektor in Deutschland und Österreich hat davon sehr profitiert. Trotzdem braucht man sich hier nicht vor einer Blasenbildung zu fürchten, da großteils mit Eigenkapital finanziert wird. Im Gegenzug dazu haben die Märkte in Zentral- und Südosteuropa sehr gelitten und befinden sich zum Teil immer noch in der Talsohle und unter ihrem fundamentalen Wert.
Erst wenn das Vertrauen der Investoren zurückkehrt und Osteuropa wieder als attraktiv erkannt wird, kann die Krise endgültig überwunden werden. Ich für meinen Teil bin überzeugt davon, dass gerade in den substanziell und gesamtwirtschaftlich gesunden Ländern in Zentral- und Südosteuropa das größte Wachstumspotenzial liegt – nur eben in einem gesunden, realistischen Tempo.

Das niedrige Zinsniveau führt dazu, dass Anlageklassen mit geringem Risiko kaum Ertrag abwerfen. Ein realer Verlust (Ertrag geringer als die Inflation) ist vorprogrammiert. Wer mehr Ertrag möchte muss mehr riskieren.
Das wichtigste dabei ist die Streuung. Gerade in relative unsicheren Zeiten ist das die oberste Prämisse. So sollten neben konservativen Anleihen oder Sparbüchern Assetklassen wie Aktien und High Yield Anleihen in einem Portfolio nicht fehlen. Zusätzlich ist auf eine Streuung von Regionen und Währungen zu achten.
Wieder einmal kann ich nur Investmentfonds empfehlen, die mit ihrer gesetzlich vorgegebenen Streuung von Einzeltitel schon einen wesentlichen Vorteil gegenüber Einzelinvestment darstellen. Sucht man sich noch dazu einen globalen Aktienfonds, HighYield Fonds oder gemischten Fonds aus, so hat man schon einen sehr hohen Grad an Streuung erreicht.
An dieser Stelle einzelne Regionen oder Assetklassen hervorzuheben ist eine zu kurzfristige Betrachtung. Langfristig wird man wahrscheinlich in den wirtschaftlichen Wachstumsregion die besten Erträge erzielen können.

Hatten Analysten Ende letzter Woche noch von einem ausgezeichneten Chance-Risikoverhältnis für Longeinstiege gesprochen, wurden alle am Montag dieser Woche eines Besseren belehrt - Gold marschierte durch alle wichtigen Untersützungen und verlor erst bei den Tiefs aus Jänner 2011 an Abwärtsmomentum. Hier kann man getrost von Panikverkäufen und Dominoeffekt sprechen.
Zur Erinnerung: Zwischen Mitte Februar und Mitte März sprach man noch von einem wichtigen Widerstand bei USD 1.620,00, die der Goldpreis nachhaltig überwinden müßte um wieder in den Longmodus einzusteigen. Nach unten betrachtete man den Kurs im Bereich von 1.560,00 bis 1.550,00 als gut abgesichert. Im April fiel der Goldpreis um satte 260 Punkte. Das ist bereits mehr als eine gesunde Korrektur.
In den nächsten Tagen und Wochen gilt es Vorsicht walten zu lassen. Unter Umständen könnte der eine oder andere Goldfonds durch diese massiven Kursverluste in Schieflage geraten sein und muss nachträglich gezwungenermaßen Longpositionen auflösen. Dies könnte zu weiteren Abgaben unter die 1.300 USD Marke führen.
Ein Wiederaufflackern der Eurokrise und eine starke mediale Verarbeitung dieses Themas könnte den Goldpreis wieder Luft nach oben verschaffen. Ebenso zu beachten wäre ein möglicher Short-Squeeze sollte eine starke Aufwärtsbewegung zum Eindecken von Shortpositionen führen. Kursziele jenseits des ATHs scheinen jedoch in weite Ferne gerückt zu sein.

Um diese Frage beantworten zu können, muss man nach Märkten differenzieren. In Wien steigt die Anzahl der Projektentwicklungen langsam, wobei man grob in zwei Strömungen unterscheiden kann. Einerseits gibt es einige sehr große Entwicklungen, bei denen ganze Stadtteile entstehen. Hierzu zählen natürlich die Projekte rund um den neuen Wiener Hauptbahnhof, wo auch die S IMMO gemeinsam mit Partnern ein Grundstück entwickelt, wie auch das Projekt „Seestadt Aspern“ oder die Entwicklungen am Nordbahnhof-Gelände. Andererseits gibt es einige punktuelle Entwicklungen, die sich hauptsächlich mit Sanierungen und Umwidmungen beschäftigen. Auch in Deutschland ist das Investoren-Interesse groß und es gibt einige vielversprechende neue Projekte.
In den Ländern Zentral- und Südosteuropas sind Investoren hingegen noch sehr zaghaft. Es lässt sich zwar beobachten, dass vereinzelt wieder internationale Mieter in die Märkte eintreten, noch ist die Anzahl an neuen Projekten aber sehr überschaubar. Davon wiederum profitieren die bestehenden Objekte, die während der Wirtschaftskrise fertiggestellt wurden und deren Auslastung zunehmend steigt.

Die Ausformung (Volumen, Laufzeit, Kupon, Währung) von österreichischen Staatsanleihen wird von der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur festgesetzt.
Die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur GmbH (OeBFA) handelt im Namen und auf Rechnung der Republik Österreich und ist für die Aufnahme von Schulden, für das Schuldenportfoliomanagement und für die Kassenverwaltung des Bundes zuständig. Ziel ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Republik Österreich zu mittel- bis langfristig optimalen Konditionen bei gleichzeitig risikoaverser Ausrichtung. Die OeBFA versucht in Abstimmung mit den Kapitalmärkten das Schuldenmanagement der Republik zu optimieren.
In anderen Staats gibt es ähnliche Stellen, z.B. Deutsche Finanzagentur.

Auch 2013 werden wohl in den meisten Ländern die Staatsschulden steigen, allerdings im Euroraum deutlich weniger stark. Entscheidend ist das jährliche Defizit, vor allem das strukturelle Defizit. Hier wurden im Euroraum große Fortschritte erzielt. So konnte Griechenland sein strukturelles Defizit um 11 Prozentpunkte, Portugal um 7, Irland, Spanien und Italien jeweils um 4 Prozentpunkte reduzieren.
2013 wird etwa Italien und Deutschland kein strukturelles Defizit mehr haben. Die meisten Euroländer liegen unter 2%, lediglich Spanien bleibt mit 3 1/2 Prozent hoch. Wir erleben also eine Entspannung im Euroraum. In den USA und Japan liegt das strukturelle Defizit jedoch weiterhin über 5% bzw. sogar 8% (Japan). Also eine leichte Entspannung im Euroraum, aber weltweit sind noch einige Anstrengungen notwendig.









