Samstag, 04.02.2012 - aktualisiert um 12:43:00 | Österreich Edition
Börsennews für Börsenpeople
Meine Aktienempfehlungen für den Start in das Jahr 2012
Freitag 03.02.2012 |
Experte: Friedrich Mostböck / Chefanalyst Erste Group Bank AG

Kurz und bündig: Die Top Picks aus unserer Empfehlungsliste sind CHINA PETROLEUM & CHEMICAL CORP (CNE1000002Q2), SHIRE PLC (JE00B2QKY057), COLOPLAST (DK0010309657), COMPANHIA DE BEBIDAS (US20441W2035), BRF - BRASIL FOODS (US10552T1079), BRISTOL-MYERS SQUIBB (US1101221083), CIECH SA (PLCIECH00018) und SYNTHOS SA (PLDWORY00019).
Von den heimischen Werten steht die VOESTALPINE AG (AT0000937503) auf unserer Empfehlungsliste.
Crash und Zerfall der EU?
Freitag 27.01.2012 |
Experte: Stefan Bruckbauer / Chefvolkswirt Bank Austria

Der Zerfall der EU erscheint mir sehr unwahrscheinlich. Es könnte jedoch sein, dass die EU angesichts der nun beginnenden stärkeren Integration der Eurozone, unterstützt durch eigene "Euroinstitutionen", an Bedeutung verliert.
Das heißt mehr Bedeutung für die Eurozone, weniger für die gesamte EU. Aber einen Crash oder Zerfall in nächster Zeit sehe ich nicht. Die Politik hat noch immer die Optionen, dies zu verhindern und ist gut beraten, es zu tun.
Das Renditeniveau von Unternehmensanleihen ist sehr attraktiv
Donnerstag 19.01.2012 |
Experte: Martin Bohn / Leitung Anleihen Invest BAWAG PSK Invest

Auch 2012 wird die Staatsschuldenkrise der größte Einflußfaktor auf die meisten makroökonomischen Marktvariablen bleiben. Trotz der beim letzten EU-Gipfel beschlossenen Maßnahmen sind die Kapitalmärkte unverändert skeptisch. Es bleibt abzuwarten wie es zur Umsetzung der Beschlüsse kommt und ob diese ausreichen um eine nachhaltige Marktberuhigung herbeizuführen.
Die Probleme in Griechenland wiegen schon schwer genug. Mehr als alles andere fürchten die Märkte aber, daß die Krise weiter auf Italien übergreift. Auf lange Sicht können die Schuldenquoten nur durch finanz- und wirtschaftspolitische Reformen gedrückt werden. Jüngst in Italien und anderen EU-Ländern beschlossene Reformen wirken aber nicht sofort, daher ist es für die Übergangszeit wichtig die Zinsen niedrig zu halten. Dies wird die EZB durch ihre Leitzinspolitik und den Ankauf von Schuldentiteln der Peripheriestaaten weiterhin versuchen.
Die Konjunkturaussichten für den Euroraum, aber auch für die Weltwirtschaft, haben sich verschlechtert. Im ersten Quartal 2012 wird es eine Rezession im Euroraum geben. Aufgrund der allgemeinen Unsicherheit und der Liquiditätsverknappung schieben Konsumenten und Unternehmen Investitionen hinaus. Von Seiten der Ratingagenturen bleibt der Druck auf die Eurozone bestehen.
Fazit: Für Staatsanleihen der Kernstaaten dürften die Renditen für alle Laufzeiten aufgrund der schlechten Wirtschaftsentwicklung und der EZB-Politik niedrig bleiben. Die Peripherieländer werden weiterhin höchst volatil bleiben. Stabil entwickeln können sich die Kreditmärkte, die in den letzten Wochen Potential aufgebaut haben. Das Renditeniveau von Unternehmensanleihen und High Yield Anleihen ist sehr attraktiv geworden und preist die Rezession bereits ein. In diesen Asset Klassen gilt es jedoch die Einzeltitelrisiken so gering wie möglich zu halten und sehr breit zu investieren. Diese erreicht man eigentlich nur mittels Investmentfonds.
Das 1x1 für Immobilienkäufe im Ausland
Montag 14.11.2011 |
Experte: Holger Schmidtmayr / Vorstand s Immo

Zunächst sollte man sich die Frage stellen, ob der Immobilienkauf im Ausland wirklich dem eigenen Bedürfnisprofil entspricht. In der Regel will man ja Immobilien eher benützen als besitzen. Diese Interessensabwägung gilt es bei Immobilien im Ausland umso mehr vorzunehmen, als die räumliche Distanz und die andere Rechtsordnung eine Reihe von Hürden bereithält.
Die Frage, wer wie und wann und über welche Zeiträume hinweg die Immobilie nützen wird, ist möglichst konkret zu planen. Alternative Mietkosten vergleichbarer Objekte sollten erkundet werden. Anreisewege und –kosten für alle Altersgruppen sollten abgeklärt werden.
Entscheidet man sich für den Kauf einer Immobilie im Ausland so sind folgende Themen wichtig:
• Rechtsrisiko: Werde ich Eigentümer? Kaufe ich von einer dazu berechtigten Person? Gibt es ein Grundbuchsystem? Wie wird sonst Eigentum nachgewiesen?
• Ausländergrundverkehr: Dürfen Ausländer im jeweiligen Land Immobilien erwerben und welche Genehmigungen sind einzuholen?
• Transfersteuern: Wie ist die Lage hinsichtlich Grundverkehrsabgaben?
• Grundsteuer: Diese spielt in den meisten Ländern als Kostenfaktor eine wesentlich wichtigere Rolle als in Österreich und ist meist auch regional innerhalb der jeweiligen Länder unterschiedlich geregelt, da sie oft zur Finanzierung der Gemeinden herangezogen wird.
• Wenn die Immobilie zeitweise vermietet wird, sind in der Regel auch lokale Steuern zu entrichten. Die Erträge sind in Österreich in die Einkommenssteuererklärung aufzunehmen. Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und dem jeweiligen Land?
• Erbschaftssteuer: In vielen Ländern werden Erbschaftssteuern auf den Verkehrswert des lokalen Immobilienvermögens in mitunter beträchtlicher Höhe erhoben (USA derzeit etwa 35 %). Diese sind im Erbfall vom Erben bar zu entrichten. Hier bieten sich Stiftungslösungen an, die jeweils mit den lokalen Experten konkret zu entwickeln sind.
• Die vielleicht wichtigste Frage aber ist, wer sich um die tägliche Pflege, Bewachung, Reinigung und Wartung der Immobilie kümmert. Aus persönlicher Erfahrung darf ich sagen, dass das nicht immer ganz einfach ist: meine Mutter kommt von einer Farm in den USA und die Distanzbetreuung dieser Immobilie bereitet mir zuweilen einiges Kopfzerbrechen. Verwandtschaft in der Nähe und entsprechende soziale Vernetzung ist jedenfalls günstig.
Die Finanzkrise stellt an sich keine Immobilienkrise dar
Dienstag 20.09.2011 |
Experte: Holger Schmidtmayr / Vorstand s Immo

Der Zustand, in dem wir die Finanzmärkte schon seit geraumer Zeit vorfinden, ist aus meiner Sicht nicht das Ergebnis einer üblichen zyklischen Konjunkturentwicklung – die auch die Immobilienmärkte zeitversetzt durchlaufen. Solche Schwankungen sind vorhersehbar und nicht strukturell gefährlich.
Die Finanzkrise wurde zwar durch immobilienbezogene strukturierte Finanzprodukte ausgelöst, stellt aber an sich keine Immobilienkrise dar. Ihre Auswirkungen auf die Immobilienmärkte fallen daher auch höchst unterschiedlich aus:
Märkte, die eigenkapitalstarke Investoren aufweisen, haben sich ganz anders entwickelt als Märkte mit hohem Fremdfinanzierungsanteil. Auch die Risikoeinschätzung, die Immobilienkäufer bestimmten Märkten zumessen, hat einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Immobilienpreise. Daher haben die Immobilienpreise etwa in Deutschland und Österreich in den letzten zwei Jahren deutlich angezogen, während zum Beispiel in den USA massive und anhaltende Preiseinbrüche zu beobachten waren.
Immobilien werden nicht nur von vielen Investoren gerade bei den heutigen Kapitalmarktvolatilitäten stark nachgefragt. Auch das historische Zinstief, das aus heutiger Sicht noch längere Zeit andauern wird, begünstigt Immobilien und Immobiliengesellschaften, da sie Erträge erwirtschaften, die deutlich über dem Anleihemarkt liegen.
"Wahrscheinlich wird es keine markantere Gegenbewegung vor Oktober geben"
Montag 12.09.2011 |
Experte: Friedrich Mostböck / Chefanalyst Erste Group Bank AG

Die gegenwärtige Situation der globalen Verschuldungskrise ist nach wie vor anders als normale Krisen einzustufen. Die Staatsverschuldungskrise wird uns noch längerfristig beschäftigen, da vielleicht jährliche Defizite von Jahr zu Jahr merklicher abgebaut werden können, die Auswirkungen auf die Gesamtverschuldung jedoch vom Trend her nicht gleich deutlich spürbar ist.
Die Auswirkungen der Finanzkrise stecken als Folge in den globalen Staatsverschuldungen (auch USA, Großbritannien und durch Sondereffekte Japan) fest, ein Abbau kann nur sehr langsam erfolgen.
Finanzmärkte reagieren in Panikphasen übertrieben und suchen sich oft geradezu "Horrorszenarien", Bewertungen treten in den Hintergrund. Ich würde in der aktuellen Situation weiter zuwarten und vorerst eine Bodenbildung/Stabilisierung über mehrere Tage abwarten. Wahrscheinlich wird es keine markantere Gegenbewegung vor Oktober geben.
US-Staatsanleihen: Für Dollar-Investoren kaum Alternativen risikoloser zu veranlagen
Montag 22.08.2011 |
Experte: Martin Bohn / Leitung Anleihen Invest BAWAG PSK Invest

Die Auswirkung der Ratingverschlechterung wird wohl gering bleiben. Zum einen kam die Herabstufung nicht überraschend und wurde nur von S&P durchgeführt. Das heißt die Mehrheit der Rating-Agenturen bewerten die USA immer noch mit der Bestnote AAA. Zum anderen gibt es für einen US-Dollar-Investor kaum eine Alternative risikoloser zu veranlagen. US-Treasuries werden im Dollar-Raum ihren Status nicht verlieren.
Die amerikanischen Entscheidungsträger beider Parteien haben sicher die Warnung verstanden, dass sie mit Untätigkeit und gegenseitigem Blockieren die Führerschaft der USA in vielen Bereichen gefährden. Die Ausfallssicherheit von amerikanischen Staatsanleihen ist nach wie vor uneingeschränkt hoch. Das Risiko von Inflation, Konjunktur und Dollar-Bewegung überlagert den Effekt der Ratingherabstufung. Als langfristiger Investor sollte man sich jedoch nicht scheuen auf die Wachstumsregionen der nächsten Jahre zu setzten: Emerging Markets.
Unterschiede zwischen einem Indexzertifikat, ETF und Fonds
Mittwoch 10.08.2011 |
Experte: Heike Arbter / Leitung Strukturierte Prod. Raiffeisen Centrobank AG

Jedes dieser drei Produkte hat seine Vor- und Nachteile, sodass jeder Anleger bei der Investition nach seinen Prioritäten vorgehen sollte.
Während ein aktiv gemanagter Fonds das Ziel hat eine Outperformance gegenüber einer Benchmark (zB. ATX) zu erzielen, bildet in der Regel ein Index-Zertifikat oder ein ETF einen Index 1:1 ab.
Bei einem Index-Zertifikat fallen in der Regel keinerlei Managementgebühren an. Bei ETFs und Fonds wird eine jährliche Managementgebühr verrechnet, wobei diese bei einem aktiv gemanagten Fonds am höchsten ist, da durch die aktive Verwaltung auch der Aufwand am höchsten ist. Viele Aktien-Fonds sind zusätzlich mit einem Ausgabeaufschlag von bis zu 5% ausgestattet.
Da es sich bei Zertifikaten um Inhaberschuldverschreibungen handelt, die vom Emittenten begeben werden ist die Rückzahlung von der Bonität (Kreditwürdigkeit) des Emittenten abhängig. Bei einem Fonds kann man dieses Risiko ausschließen, da es sich um Sondervermögen handelt, welches selbst im Konkursfall des Emittenten unberührt bleibt. ETFs sind zwar ebenfalls Fonds und damit Sondervermögen, können aber unter bestimmten Umständen ebenfalls ein Ausfallsrisiko bis max. 10% haben (Stichwort "synthetische Replikation durch Swaps").
Index-Zertifikate und ETFs können grundsätzlich zu den üblichen Börsehandelszeiten gehandelt werden, wobei hier An- und Verkaufskurse vom Emittenten gestellt werden. Somit kann man im Bedarfsfall jederzeit auf das Marktgeschehen reagieren. Bei einem Fonds wird einmal täglich ein Kurs ermittelt, zu dem gekauft bzw. verkauft werden kann.
Für einen österreichischen Privatanleger hat sich nun mit dem Budgetbegleitgesetz 2011 bis 2014 noch eine weitere wichtige Unterscheidung ergeben. Wurde der Fonds oder ETF nach dem 1.1.2011 erworben ist beim Verkauf des Fonds der Gewinn zwischen Anschaffungskosten und Veräußerungserlös zu versteuern.
Bei Index-Zertifikaten ist bei Anschaffung bis 30.9.2011 die Differenz zwischen Tilgungs- bzw. Verkaufskurs und Ausgabepreis für die Berechnung der KESt entscheidend. Ausgenommen von dieser Regelung sind nach wie vor Index-Zertifikate mit Emissionsdatum vor dem 1.3.2004, wenn die betreffende Emission vor dem 1.8.2005 geschlossen wurde ("Altemissionen"). Diese Altemissionen sind somit KESt-frei wenn sie von einem öst. Privatanleger vor dem 1.10.2011 gekauft werden bzw. wurden.
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