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Verfasst am 13.10.2011 um 16:04, Autor: DB
Agrana CFO Grausam im Live-Talk über den Aktienkurs und Raiffeisen
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In unserem Live-Chat durften wir anlässlich der Halbjahreszahlen den CFO der Agrana AG zum Talk begrüßen.
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iwin: Gratuliere. Besser als vom Markt erwartet. Wo geht es noch besser?
Walter Grausam: Man kann sich immer bemühen Dinge noch besser zu erledigen. Konkret glauben wir, dass im Segment Frucht die Ergebnissituation noch steigerungsfähig ist.
Gast22: Cropenergies, Südzucker, Agrana überzeugen - wo ist die Krise?
Walter Grausam: Die sich abzeichnende wirtschaftlich schwierige Situation schlägt sich natürlich im Nahrungsmittelsektor nur gemäßigt nieder. Im technischen Absatzbereich der Stärke (z.B. Papierindustrie) erwarten wir für das 4. Quartal eine rückläufige Nachfrage. Bis dato konnte in allen Segmenten notwendige Preiserhöhungen durchgesetzt werden, dies wird im Falle einer schlechteren Wirtschaftlage jedoch schwieriger werden.
Gast28: Wie sind Sie mit der Margen Entwicklung im Detail zufrieden?
Walter Grausam: Zucker: sehr zufrieden, Rückkehr auf das Niveau vor der Marktordnungsreform. Stärke: zufriedenstellend. Marge pro Tonne verkauftem Produkt gesteigert, jedoch in Prozenten vom Umsatz rückläufig. Frucht: Entwicklung zufriedenstellend aber noch steigerungsfähig.
pythagoras: Planen Sie Nettoverschuldung und Gearing auf dem aktuellen Niveau zu halten?
Walter Grausam: Ja, Ziel ist es, das Gearing unter 40 % zu halten.
Gast27: Von welchen Segmenten und Regionen soll das weitere Wachstum getragen werden?
Walter Grausam: Wir gehen davon aus, dass in allen drei Segmenten Wachstumsmöglichkeiten realisiert werden. Zucker: verstärktes Wachstum in der Balkanregion. Stärke: in Deutschland, Italien und Südosteuropa. Frucht: In USA und in Emerging markets wie z.B. Brasilien,
Gast50: Wir haben eine hohe Volatilität der Rohstoffpreise, hedgen Sie diese?
Walter Grausam: Ein Hedging ist nur bei Zucker und Getreide möglich. Im Zuckerbereich wird dies für vom Weltmarkt importierte Zuckermengen an den Rohstoffbörsen in New York und London getan. Im Getreidebereich für Stärke wird dieses Instrument nur in geringem Umfang (unter 10%) an der LIFFE in Paris eingesetzt.
iwin: Steigt der Zucker und damit die Lebensmittelpreise weiter?
Walter Grausam: Derzeit sehen wir keine weiteren Preissteigerungen auf dem Weltmarkt. In Österreich wurden mit fast allen Kunden Kontrakte mit fixierten Preisen bis Ende September 2012 abgeschlossen. Diese neuen Zuckerpreise haben sich jedoch für die Konsumenten sicherlich noch nicht in allen Industrieprodukten (Schokolade, Getränke, etc.) durchgeschlagen. Hier ist mit Preisanpassungen sicherlich noch zu rechnen.
Gast34: Die EU meint es aber nett mit Ihnen - wie sehen sie die weitere Entwicklung der Quoten/Importe?
Walter Grausam: Die derzeitige Zuckermarktordnung gilt bis Ende September 2015. Eine Verlängerung erscheint möglich - der Vorschlag des EU-Parlaments lautet auf eine Verlängerung bis 2020, die EU-Kommission hat gestern veröffentlicht, dass sie die Quoten mit 2015 auslaufen lassen möchte. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass ein Kompromiss zwischen Kommission und Parlament in dieser Frage geschlossen wird (2016-2018). Aufgrund des strukturellen Defizits bei Zucker in Europa muss mehr als 20% des europäischen Verbrauches eingeführt werden. Das europäische Preisniveau spiegelt dzt. das Weltmarktpreisniveau wider, daher ist mit Erfüllung der Importnotwendigkeiten zu rechnen.
tradingjoker: Entspricht der Aktienkurs ihrer aktuellen Ertrags(Gewinn)situation?
Walter Grausam: Aufgrund eines Vergleiches von Multiples mit der Peer Group erscheint eine Steigerung des Aktienkurses möglich.
Gast20: Machen die hohen Rohstoffpreise die Agrana-Aktie sexy?
Walter Grausam: Es ist uns gelungen, die volatilen Rohstoffmärkte und das hohe Rohstoffniveau im letzten Jahr und im laufenden Jahr gut zu managen, was sich im gestiegenen Ergebniszahlen widerspiegelt. Darüberhinaus befinden wir uns in einem Geschäftsbereich, der nicht zu stark konjunkturabhängig ist, wie andere Konsumgüter. Daher glauben wir, dass die AGRANA-Aktie, auch aufgrund ihrer guten Dividendenrendite ein durchaus attraktives Investment für Anleger ist.
Gast34: Wie hoch ist Einfluss des Kernaktionärs Raiffeisen? Ich würde mehr Free Float begrüßen ...
Walter Grausam: Eine höhere Liquidität bei der AGRANA-Aktie wäre sicher von Vorteil. Mittelfristiges Ziel ist daher diese Liquidität auch bei einem erhöhten Freefloat dem Markt zur Verfügung zu stellen. Raiffeisen ist für die AGRANA-Gruppe ein verlässlicher und solider Kernaktionär, der uns zusätzliche Stabilität verleiht. Eine Einflussnahme auf das operative Tagesgeschäft findet nicht statt.
Gast34: Ihre Erwartungen an das Gesamtjahr?
Walter Grausam: Deutliche Erhöhung des Konzernumsatzes gegenüber Vorjahr und signifikante Verbesserung des operativen Ergebnisses aufgrund des sehr guten ersten Halbjahres.
Moderator: Recht herzlichen Dank an unseren Gast Herr Walter Grausam für Ihre Zeit.
Walter Grausam: Danke für Ihr Interesse und herzliche Grüsse.
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