MÄRKTE EUROPA/Eindeckungskäufe sorgen für Gewinne

Ein anderer Händler argumentiert dann auch mit der Nachricht, dass die spanische Bankia mit zwei Staatsbanken verschmolzen werden soll. "Damit würde das angeschlagene Kreditinstitut aus dem Schussfeld der Märkte gezogen werden". Der Euro-Stoxx-50 zieht um 0,5 Prozent auf 2.166 Punkte an, der DAX legt um 0,8 Prozent auf 6.368 Punkte zu. Gesucht sind Versicherer, die im europäischen Schnitt um 1,2 Prozent zulegen, für Bauwerte geht es im Mittel um 0,6 Prozent nach oben.
Zinsen für Italien und Spanien sinken
Gleichzeitig sinken die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen aus Spanien und Italien. Beide Länder in der Peripherie des Euroraums gelten für den Fall eines Austritts Griechenlands aus dem Gemeinsamen Währungsgebiet als nächste Wackelkandidaten. Auch der Euro zieht zum Dollar an und erholt sich um 0,5 Prozent vom Tagestief.
Aus fundamentaler Sicht halten Analysten die Lage aber weiter für kritisch. "Sowohl der Euroraum-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe als auch der ifo-Geschäftsklimaindex streuten am Vortag noch einmal ordentlich Salz in die Wunde namens Staatsschuldenkrise", sagt Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Beide Indikatoren signalisierten, dass das Gemeinsame Währungsgebiet als Ganzes weiter schrumpfen werde und selbst dem bisherigen Zugpferd Deutschland die Puste ausgehe.
Am Nachmittag steht mit der von der Universität zu Michigan ermittelten Stimmung der US-Verbraucher dann noch ein etwas wichtigeres Konjunkturdatum auf einer ansonsten eher spärlich bestückten Agenda makroökonomischer Kennziffern. Für die zweite Umfrage im Mai rechnen Volkswirte mit einem Indexstand von 77,8 nach ebenfalls 77,8 Punkten bei der ersten Umfrage. Im April belief sich der Stimmungsindikator auf 76,4 Punkte.
Deutsche Telekom bloß "optisch" unter Druck
Gegen den Trend verlieren Telekommunikationswerte europaweit durchschnittlich 1,2 Prozent. Einerseits sind die Short-Positionen in diesen defensiven Aktien in der Regel nicht besonders hoch, was den Eindeckungsbedarf in Grenzen hält. Andererseits leidet der Sektorindex unter den Verlusten beim Schwergewicht Deutsche Telekom, deren Papiere um 7,9 Prozent auf 8,17 Euro nachgeben. Allerdings ist der herbe Rücksetzer bloß "optischer" Natur, denn der Telekommunikationsdienstleister bringt am Freitag eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie unter die Anleger. Gemessen am Schlusskurs des Vortags ist das ein Abschlag von 7,9 Prozent.
Für Siemens geht es hingegen um 2,4 Prozent auf 68,72 Euro nach oben. Die Analysten der Deutschen Bank haben die Aktie zum "Kauf" empfohlen, sie glauben, dass sich das Unternehmen künftig wieder stärker auf die Profitabilität fokussieren wird. SGL Carbon steigen um 1,9 Prozent auf 32,02 Euro. Der Platow Brief spekuliert, dass VW den Anteil am Hersteller von Carbon-Produkten aufstocken will.
INDEX Stand +-%
Euro-Stoxx-50 2.166,57 +0,47%
Stoxx-50 2.282,05 +0,16%
DAX 6.374,71 +0,93%
FTSE 5.353,07 +0,06%
CAC 3.050,07 +0,39%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 143,86 -13
DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.54 Uhr Do, 18.00 Uhr
EUR/USD 1,2593 0,27% 1,2559 1,2583
EUR/JPY 100,1549 0,15% 100,0078 100,0095
EUR/CHF 1,2016 0,00% 1,2016 1,2025
USD/JPY 79,5275 -0,15% 79,6470 79,4800
GBP/USD 1,5681 0,07% 1,5671 1,5697
Empfehlen
Matrix Schnellsuche
| 8.280,250 CHF | +0,29% |
ANZEIGE








































