Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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VIENNA INSURANCE GROUP AG
Die Vienna Insurance Group (VIG) setzt auf eine konservative Veranlagungspolitik und auf ein solides operative Geschäft. "Wir müssen versicherungstechnisch positiv sein, damit wir uns eine konservative Kapitalanlagepolitik leisten können", sagte VIG-Chef Peter Hagen im Gespräch mit der APA.

Und in Hinblick auf Solvency II: "Je riskanter man investiert ist, desto mehr Eigenmittel sind nötig." Bei der Veranlagung geht die VIG wieder verstärkt in Staatsanleihen. Von den gesamten Kapitalanlagen (28,7 Mrd. Euro per Ende März) entfallen zwischen 60 Prozent und zwei Dritteln auf Anleihen und davon wiederum die Hälfte auf Staatsanleihen. Der Anteil der PIIGS-Staaten liege mittlerweile bei unter 0,2 Prozent der gesamten Kapitalanlagen. Gründe für das stärkere Engagement seien, dass Solvency II keine Eigenkapitalunterlegungspflicht für Staatsanleihen vorsehe. Zudem seien die Veranlagungen der Osttöchter weniger stark diversifiziert als jene der österreichischen Konzern-Gesellschaften, daher gebe es einen "natürlichen Prozess" in Richtung Staatsschuldverschreibungen.

Zum Konzernergebnis des laufenden Jahres sagte Hagen, er sei sicher, dass es - wie von seinem Vorgänger Günter Geyer prognostiziert - ein Rekordergebnis geben werde. Allerdings: "vorbehaltlich dessen, dass keine größeren Naturkatastrophen eintreten bzw. abhängig von der Entwicklung der Kapitalmärkte."

Die VIG werde wie bisher das Geschäftsmodell laufend anpassen, verfeinern, adaptieren, "weil sich die Realität und die Märkte verändern", werde aber die Grundthemen nicht ändern. "Warum sollten wir auch? Wir haben seit 2001 den Gewinn mehr als verzwanzigfacht, wir wachsen laufend über Markt."

Im Österreich-Geschäft sollte in der Kfz-Haftpflicht die Talsohle bei den Prämien erreicht sein. Die Schaden/Unfallsparten würden sich aber heuer voraussichtlich positiv entwickeln, sofern nicht der Kfz-Preiskampf zu "irrational" sei. Rückgänge werde es in der Lebensversicherung geben, davon bei den Einmalerlägen um bis zu 40 Prozent. Bei Lebensversicherungsverträgen gegen laufende Prämie habe die Diskussion über die Zukunftsvorsorge "nicht unbedingt geholfen." Die im Zuge des Sparpakets erfolgte Halbierung der staatlichen Prämie werde sich etwas auswirken.

Dass der Staat Unterstützungen streiche oder kürze, weil es aktuell konjunkturelle Probleme oder budgetäre Nöte zu lösen gebe, sei "ein Vertrauensbruch, das ist grundsätzlich für den privaten Vorsorgedanken nicht sehr hilfreich." Er würde sich dies bezüglich von der Politik etwas mehr erhoffen, wobei es gar nicht um teure Förderprogramme gehe, sondern auch um "Initialzündungen im regulatorischen Umfeld". Private Vorsorge bei Pensionen, Gesundheit und Pflege werde als Ergänzung zu den staatlichen Systemen notwendig sein. "Ich bin ein großer Befürworter des dualen Systems. Ich glaube nicht, dass der Staat alles machen soll, ich glaube aber auch nicht, dass alles privat geleistet werden soll", so Hagen.
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Verfasst am 20.07.2012 um 09:15, Autor: APA
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