Dienstag, 21.05.2013 - aktualisiert um 09:27 MEZ
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Audi erwartet 2012 deutlichen Absatzsprung

--Gewinn soll auf Rekordniveau gehalten werden

(NEU: weitere Details)

Von Nico Schmidt

MÜNCHEN--Die weltweite konjunkturelle Eintrübung kann dem Premiumautobauer Audi nach wie vor nichts anhaben. Die Volkswagen-Tochter traut sich in diesem Jahr weiter einen deutlichen Absatzsprung zu und will den Gewinn trotz hoher Investitionen auf dem Rekordniveau des Vorjahres halten. Gut läuft es für die Ingolstädter momentan vor allem in den USA - sogar besser als gedacht.

Die weltweiten Verkäufe sollen in diesem Jahr um 100.000 auf 1,4 Millionen zulegen. Alleine in den USA soll ein Zehntel des Gesamtabsatzes losgeschlagen werden, wie Finanzchef Axel Strotbek erklärte. Bisher hatte Audi in dem Land für dieses Jahr 130.000 Verkäufe angepeilt, nach rund 117.500 im vergangenen.

Sollte das Ziel erreicht werden, könnte erstmals ein zweistelliger Marktanteil im Oberklassesegment zu Buche stehen, rechnete der für den Vertrieb in Amerika zuständige Audi-Manager Sebastian Mackensen vor. In den USA liegt die Marke mit den vier Ringen noch ein gutes Stück hinter der Konkurrenz. Dabei waren die Oberbayern bis Mitte der 1980er Jahre auf dem US-Markt sehr erfolgreich und fanden dort in der Spitze fast 75.000 Käufer jährlich.

Doch dann kam es zu einer Reihe von mysteriösen Unfällen mit dem extra für den dortigen Markt aufgelegten Audi 5000, bei denen viele Menschen verletzt wurden und einige sogar ums Leben kamen. Angeblich beschleunigte sich das Auto von selbst und vom Fahrer ungewollt. Obwohl sich der Verdacht nie bestätigte und die Sache nicht aufgeklärt wurde, war der Imageschaden für Audi enorm: Die Verkaufszahlen brachen ein und konnten sich erst viele Jahre später von dem herben Rückschlag erholen.

Mit den weltweit steigenden Absätzen soll Audis globaler Umsatz in diesem Jahr zulegen. Obwohl die Ingolstädter wie auch die Konkurrenten viel Geld für neue Modelle, den Ausbau des Produktionsnetzes und alternative Antriebe in die Hand nehmen, soll außerdem der operative Gewinn das Vorjahresniveau von knapp 5,35 Milliarden Euro erreichen.

Dieses Ziel gelte weiter, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter eintrübten, sagte Axel Strotbek. Momentan sei die Unsicherheit vor allem in Europa zu spüren, viele Verbraucher hielten sich bei Kaufentscheidungen zurück. Die Wettbewerbsintensität steige vor allem auf dem alten Kontinent stetig. Global gesehen werde sich das automobile Wachstum im restlichen Jahresverlauf zwar verlangsamen, es werde aber welches geben, stellte Strotbek in Aussicht.

In der ersten Jahreshälfte ließ Audi die Krise links liegen: Dank der anhaltend hohen Nachfrage aus China und den USA stiegen die Verkäufe um 12 Prozent auf knapp 733.250 Wagen. Auch im schuldengeplagten Europa gehörten die Bayern zu den wenigen Autobauern, die gegen den Markttrend wachsen konnten. Besonders gefragt waren die SUVs Q3 und Q5 sowie der A6, der A7 und dass Flaggschiff A8. Im weiteren Jahresverlauf soll vor allem auch der neue A3 die Verkäufe antreiben, der im Spätsommer an den Start gehen soll.

Der Umsatz stieg zwischen Januar und Juni auf gut 25 Milliarden Euro, die operative Marge erreichte 11,5 Prozent. Damit war Audi wieder einmal die Ertragsperle des Volkswagen-Konzerns. Audi-Konkurrent Daimler schaffte bei der Rendite drei Prozentpunkte weniger, Branchenprimus BMW wird seine Zahlen erst am Mittwoch vorlegen.

Momentan läuft in der Luxusautobranche ein Rennen um den Thron, den momentan BMW inne hat. Audi will den bayerischen Wettbewerber in den kommenden Jahren überholen. Die Nummer drei im Bunde, die Daimler-Tochter Mercedes-Benz, will wiederum bis 2020 den Platz an der Sonne zurückerobern.

Kontakt zum Autor: nico.schmidt@dowjones.com
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Verfasst am 31.07.2012 um 14:12, Autor: dj
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