Verfasst am 10.01.2012 um 12:27, Autor: EMFIS.COM
Alarm an der Erdöl-Front – Nigeria lahm gelegt
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An unerfreulichen Nachrichten aus Nigeria herrscht bereits seit Jahren kein Mangel. Brennende Kirchen und explodierende Öl-Pipelines sind in dem afrikanischen Staat fast schon an der Tagesordnung. Derzeit allerdings herrscht in dem muslimischen Land der Ausnahmezustand. Massen-Demonstrationen lähmen die ganze Nation und werden sicherlich auch zu erheblichen Förderausfällen beim Schmierstoff der Weltwirtschaft sorgen.  

Allein gestern gingen tausende Nigerianer auf die Straße und lieferten sich teils blutige Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. Doch davon scheinen sich die Bürger aber nicht irritieren zu lassen. Denn zur Stunde gibt es noch keinerlei Anzeichen, dass der Generalstreik demnächst beendet sein könnte.  

Zu hohe Benzinpreise

Gerichtet sind die Proteste der Bevölkerung gegen die ihrer Meinung nach zu hohen Benzinpreise. Und in gewisser Weise ist die Wut durchaus nachvollziehbar. Immerhin wurden die Spritpreise durch die Regierung zuletzt von 65 auf 140 Naira mehr als verdoppelt. Umgerechnet sind das etwa 68 Euro-Cents. Hierzulande würde man bei solchen Benzinpreisen die Tankstellen stürmen. Aber in einem Land wie Nigeria, in dem die meisten Menschen mit weniger als 1,50 Euro pro Tag auskommen müssen, ist Treibstoff damit fast unbezahlbar – und das in einem Staat, der zu den bedeutendsten Erdöl-Produzenten weltweit gehört. In vergleichbaren Ländern ist Benzin oftmals billiger als Wasser.

Arabischer Frühling demnächst auch in Nigeria?

Zu der Preisexplosion ist es gekommen, weil die nigerianische Regierung ihre Subventions-Politik in Bezug auf Benzin beendet hat. Aber auch generell schwindet das Vertrauen der Bevölkerung in Präsident Goodluck Jonathan und die gesamte Regierungsmannschaft. Möglicherweise nehmen sich die Nigerianer ihre Glaubensbrüder in der arabischen Welt zum Vorbild und streben einen Machtwechsel an. Dass ein solcher nicht ohne Blutvergießen über die Bühne gehen würde, liegt auf der Hand. Im schlimmsten Fall könnte es zu einem jahrelangen Bürgerkrieg kommen, der die Erdöl-Produktion des Landes größtenteils zum Erliegen bringen würde. Die zwangsläufige Folge wäre dann wohl ein deutlich anziehender Ölpreis.

Fazit:

Öl-Fans dürften gut beraten sein, die Situation in Nigeria aufmerksam zu verfolgen und ihr Augenmerk nicht ausschließlich auf den Iran zu richten. Gerade in afrikanischen Staaten ist die Gefahr langjähriger Bürgerkriege überdurchschnittlich hoch. Insofern könnte Nigeria eher der sprichwörtliche Funke sein, der den Turbo für eine neue Öl-Hausse zündet, wenn die globale Konjunktur diesem Szenario keinen grundsätzlichen Strich durch die Rechnung macht.  

 


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