Verfasst am 23.01.2012 um 12:12, Autor: EMFIS.COM
Übernahme von Solon - profitieren auch die Aktionäre?
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Kurssprung bei Solon: Die Aktie des insolventen deutschen Solarunternehmens, die vergangene Woche noch zu unter 30 Cents gehandelt wurde, vollzieht wahre Freudensprünge. Der Titel notiert aktuell bei knapp 55 Cents, und liegt damit heute Vormittag weitere 38 Prozent im Plus. 

Der Grund: Der indisch-arabische Solarzellen-Hersteller Microsol will die Gesellschaft übernehmen, und hat seine Kaufabsicht sicherhheitshalber schon mal beim Bundeskartellamt vorgelegt. Zuvor hatte Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg bereits davon gesprochen, dass es insgesamt sechs Interessen für Solon gebe. Demnach ist bisher noch nichts entschieden - bis Ende Januar sollen auch noch weitere potenzielle Käufer ihre Offerten abgeben können.

Für die mehr als 800 Beschäftigten von Solon besteht damit wieder Hoffnung. Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX mitteilte, habe Microsol auch zugesagt, ab Januar für Gewährleistungs- und Garantiezusagen einzutreten, sofern der deutsche Modulhersteller selbst dazu nicht mehr in der Lage sei. Dies würde bis auf weiteres zumindest die Fortsetzung des normalen Geschäftsbetriebs ermöglichen. 

Die Anteilseigner dürften leer ausgehen

Ob auch die Aktionäre von einer Übernahme durch Microsol (oder einen anderen Käufer) profitieren werden, ist indessen mehr als fraglich; denn in Insolvenzverfahren stehen die Anteilseigener üblicherweise am untersten Ende der Fresskette. Solon hat in den vergangenen Jahren rund 400 Millionen Euro an Schulden angehäuft, und es erscheint unwahrscheinlich, dass sich die neuen Eigner mit derartigen Verpflichtungen belasten werden.  

Wenn aber schon die Gläubiger nicht bedient werden, dann sieht es mit Entschädigungen für die bisherigen Aktionäre erst recht düster aus. Wer auch immer für die Gesellschaft am Ende den Zuschlag erhält – die neuen Betreiber haben allein schon dadurch erhebliche Belastungen zu tragen, dass das Unternehmen operativ weitergeführt und wieder auf Kurs gebracht werden muss. 

Das Marktumfeld im Solarsektor ist nach wie vor schwierig, und auch Microsol hat nichts zu verschenken. Eine Wette darauf, dass im Zuge eine Übernahme auch für die bisherigen Anteilseigner noch etwas abfällt, erscheint deshalb als ausgesprochen spekulativ. 


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