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Börsennews für Börsenpeople
Verfasst am 03.02.2012 um 13:20, Autor: EMFIS
Amazon.com enttäuscht wieder - auf fallende Kurse setzen?
Diese Woche musste das weltweit größte E-Commerce-Unternehmen für das abgelaufene Quartal einen Gewinnrückgang um 57 Prozent auf nur noch 177 Millionen Dollar hinnehmen – dabei handelte sich es immerhin um das normalerweise sehr gewinnträchtige Weihnachtsquartal. Noch schlimmer war, dass der Konzern erklärte, im ersten Quartal möglicherweise sogar in die Verlustzone zu rutschen.
Gewaltige Investitionen – fallende Gewinne
Der Umsatz des Konzerns kletterte dagegen im gleichen Zeitraum 35 Prozent nach oben auf 17,43 Milliarden Dollar. Doch die Betriebsausgaben stiegen mit plus 38 Prozent noch stärker als der Umsatz. Dies ist vor allem auf enormen Investitionen zurückzuführen, die Amazon.com weiterhin in den Ausbau seiner Logistik steckt. Daneben bietet der Einzelhandelsriese zunehmend günstige Versandkonditionen und Serviceleistungen, die immer mehr Kunden zu Bestellungen animieren, aber gleichzeitig auch auf die Margen schlagen. Der E-Book-Reader Kindle, den die Gesellschaft zuletzt mit großem Aplomb auf den Markt brachte, muss offenbar ebenfalls subventioniert werden.
Die Fans der Amazon-Aktie halten den Kritikern immer wieder entgegen, dass sich die riesigen Investitionen langfristig auszahlen würden. Amazon, so die optimistische Lesart, baue sich dadurch eine Marktposition auf, die das Unternehmen im riesigen E-Commerce-Markt zu einer unangefochtenen Größe machen werde. Vor diesem Hintergrund seien kurzfristige Abstriche beim Gewinn hinnehmbar, wenn nicht sogar notwendig. Und die Kursentwicklung der Aktie scheint den Optimisten größtenteils rechtzugeben. Denn während sich die Ertragskraft des Unternehmens im vergangenen Jahr stark verringert hat, kann sich die Performance auf Sicht der vergangenen Jahre immer noch sehen lassen.
KGV von 100
Dennoch drängt sich der Verdacht auf, dass das Papier angesichts der durchwachsenen operativen Entwicklung inzwischen deutlich zu teuer sein könnte. Der Börsenwert liegt bei über 82 Milliarden Dollar, und das KGV auf den für das kommende Jahr erwarteten Gewinn befindet sich – je nach Prognose – fast bei 100. Angesichts der Tatsache, dass in Q1 sogar mit einem Verlust gerechnet werden muss, erscheint die aktuelle Bewertung zumindest sehr ambitioniert.
Entscheidung steht möglicherweise kurz bevor
Eine solide Unterstützung hat sich im vergangenen Jahr im Bereich um 175 Dollar ausgebildet. Inzwischen rückte der Wert wieder gefährlich nahe an diese Marke heran. Sollte die Unterstützung diesmal nicht halten, dann ist mit einem fortgesetzten Kursverfall zu rechnen, der angesichts der hohen Bewertung auch sehr weit reichen kann. Spätestens nach einem Unterschreiten dieses Niveaus erscheint es deshalb als aussichtsreich, auf einen weiter fallenden Aktienkurs zu setzen.
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