Verfasst am 12.01.2012 um 12:01, Autor: EMFIS
Foxconn: Miese Arbeitsbedingungen demnächst Existenz bedrohend?
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Dass Foxconn mit seinen Mitarbeitern nicht unbedingt zimperlich umgeht, zeigten die diversen Selbstmorde der Angestellten in der Vergangenheit. Und nachdem die Taiwanesen jetzt nur knapp einem Supergau entgangen sind, könnte es für das Unternehmen langsam aber sicher eng werden.

Denn die Kunden des weltweit größten Produzenten von Elektronik- und Computerbauteilen, zu denen neben Apple und Microsoft unter anderem auch Nintendo gehört, werden die jüngsten Vorkommnisse bei ihrem Zulieferer mit sehr gemischten Gefühlen aufnehmen.

Massenselbstmord angedroht

Immerhin hatten sich kürzlich 300 Mitarbeiter des Unternehmens auf das Dach einer Fertigungsanlage in Wuhan gestellt und damit gedroht, in den Tod zu springen. Letztlich nahmen die Arbeiter von diesem Vorhaben aber dann doch Abstand. Hintergrund: Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und der daraus resultierenden Selbstmordserie hatten nicht wenige Mitarbeiter Schadensersatzforderungen gegen den Konzern erhoben. Dieser wollte zunächst auch bezahlen, aber nur unter der Voraussetzung, dass die betreffenden Mitarbeiter ihre Arbeitsverträge kündigen. Da das Unternehmen dieses Versprechen bisher jedoch nicht eingelöst hat, wollen die Betroffenen mit der erwähnten Aktion ihren Forderungen Nachdruck verleihen.

Wie lange schauen Apple, Microsoft & Co. noch zu?

Auch wenn es zum Schlimmsten schlussendlich nicht gekommen ist, dürfte Foxconn gut beraten sein, sich künftig intensiver um menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu bemühen. Denn bereits im Anschluss an die erste Selbstmordserie wurde in der westlichen Welt unüberhörbare Kritik laut. Teilweise wurden die Produkte von Firmen, die Foxconn als Zulieferer haben, regelrecht boykottiert. Von daher muss man sich in der Tat die Frage stellen, wie lange sich westliche Technologie-Konzerne die Situation bei Foxconn noch ansehen. Zugegeben: Die Produkte sind gut und preiswert. Aber auf Dauer schadet ein Zulieferer wie Foxconn dem Ansehen von Giganten wie Apple oder Microsoft erheblich und es ist nicht auszuschließen, dass man sich – sofern sich nicht ändert – früher oder später einen anderen Lieferanten suchen wird.

Fazit:

Insgesamt drängen sich Käufe der Foxconn-Aktie zur Stunde alles andere als auf. Das Papier ist sehr viel näher an seinem Allzeittief als an seinem Allzeithoch und auch wenn Gutmensch-Überlegungen an der Börse eigentlich nichts zu suchen haben, braucht man die Aktie eines Unternehmens, das seine Mitarbeiter in den Selbstmord treibt, eher nicht unbedingt im eigenen Depot. 


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