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Verfasst am 07.07.2010 um 17:49, Autor: EMFIS
Silber: Der Monsun ist verantwortlich
Es mag merkwürdig klingen, aber hohe Niederschläge stehen in Indien in direkter Verbindung zu einer verstärkten Silbernachfrage. Es sind vor allem Landwirte, die die Silbernachfrage in Indien beeinflussen. Laufen ihre Geschäfte gut, und das hängt stark vom Monsunregen ab, der noch bis September fällt, können sie mehr Geld ausgeben. Traditionell legen sie ihre Ersparnisse häufig in Silber an. Eine Zahl macht die Bedeutung der Bauern für den Silberkonsum sehr deutlich: Rund 60 Prozent der gesamten Silbernachfrage Indiens kommt aus der Landwirtschaft.
Bisher ist das Jahr für die Silberproduzenten in Indien nicht gut gelaufen. Von Januar bis Juni haben sie nur 300 bis 500 Tonnen Silber importieren können, die Schätzungen schwanken. Vor einem Jahr holte man in den ersten sechs Monaten noch 600 Tonnen ins Land. Dabei war das schon ein Negativwert. Experten glauben, dass das Land bis zu 4.000 Tonnen Silber pro Jahr importieren kann - wenn die Bedingungen stimmen. Für 2010 sind sie trotz des schwachen Starts optimistisch. Es soll eine Erholung einsetzen, die im vergangenen Jahr importierten 1.000 Tonnen Silber sollen übertroffen werden. War man am Jahresanfang davon überzeugt, im laufenden Jahr rund 1.200 Tonnen zu importieren, hat sich die Schätzung inzwischen auf 1.500 Tonnen erhöht.
Silber wird in Indien auch immer wieder als Absicherung gegen einen schwachen Dollar gekauft. Der derzeit starke Dollar kann sowohl die Preise als auch die Nachfrage etwas drücken. So ist es keine Überraschung, dass die Preise für die September-Kontrakte etwas gefallen sind. Allerdings geht man am Markt von einer baldigen Erholung aus, der Monsun ist daran wohl nicht ganz unschuldig. Am Monatsanfang lag der Preis je Kilogramm schon einmal bei 30.095 Rupien und damit nahe am Rekordwert von 30.400 Rupien. Zuletzt hat es einen leichten Rückschlag gegeben, die jüngsten Notierungen liegen etwas unter 29.000 Rupien.
Händler im indischen Mumbai glauben jedoch, dass dies nur eine kurzfristige Delle ist. Sie setzen darauf, dass die Nachfrage aus der Schmuckindustrie wieder anziehen wird. Gleichzeitig bleibt das Angebot auf gleichem Niveau. Dieses Missverhältnis sollte die Preise wieder etwas nach oben bringen. Mit dieser Meinung liegen die Börsianer auf einer Linie mit dem Silber Institut, das jüngst für das Gesamtjahr ein unverändertes Angebot vorhersagte. Gleichzeitig wird auch hier eine höhere Nachfrage prognostiziert - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preise. Andere Beobachter sind etwas vorsichtiger. Sie warnen vor einer Korrektur, da die Preise zuletzt eine Rallye hingelegt haben. Demnach seien Silberpreise von 24.000 bis 25.000 Rupien möglich.
Volatile Preise scheinen damit wahrscheinlich zu sein. Vieles hängt davon ab, wie die Regensaison weiter verlaufen wird. Ist sie positiv, und gleichzeitig nicht zu intensiv, kann die tägliche Nachfrage auf bis zu 30 Tonnen Silber am Tag ansteigen. Die Konsequenz für den Silberpreis? Er könnte zumindest kurzfristig auf neue Rekordmarken kommen.
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