Verfasst am 13.02.2012 um 12:53, Autor: EMFIS
ThyssenKrupp und Siemens - macht ein Zusammenschluss Sinn?
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Frankfurt 13.02.2012 (www.emfis.de) Am Markt sorgten heute morgen Gerüchte über ein mittelfristiges Zusammenwachsen von ThyssenKrupp und Siemens für Furore. 

Die Wirtschaftswoche meldete, dass vor allem bei ThyssenKrupp intern eine Annäherung an den Technologiekonzern aus München diskutiert werde. Im Zuge dessen, so die Wirtschaftswoche, sei in fernerer Zukunft auch eine Fusion nicht ausgeschlossen. Eine solche Vorgehensweise würde dann dann auch den radikalen Konzernumbau vollenden, den man sich bei dem deutschen Stahlkocher auf die Fahnen geschrieben habe. 

Dementis, Dementis…

Von beiden Unternehmen wurde der Bericht allerdings heute umgehend dementiert. Laut dem „Handelsblatt“ habe Siemens-Finanzchef Joe Kaeser erklärt, dass ThyssenKrupp einer von wenigen Namen sei, die dort tatsächlich noch nie als Übernahmekandidat diskutiert worden seien. Und ThyssenKrupp ließ laut dem Finanzdienst „Dow Jones Newswires“ mitteilen, dass es zu dieser Thematik firmenintern weder Gespräche noch Überlegungen gebe. 

Ob am Markt ein solches Zusammenwachsen der beiden deutschen Konzerne gutgeheißen worden wäre, ist ohnehin die Frage. Zwar würde dadurch ein Industrie-Unternehmen von gewaltiger Größe entstehen. Ob die Aktivitäten der beiden Unternehmen aber zusammenpassen würden, und ob sich hier nennenswerte Synergieeffekte ergeben würden, darf aber bezweifelt werden. 

ThyssenKrupp würde eher profitieren als Siemens 

Der Kern der von der Wirtschaftswoche verbreiteten Meldung ist eher, dass man bei ThyssenKrupp nicht so recht mit dem geplanten Umbau zu einem Technologiekonzern vorankomme. Insofern wäre der Stahlriese wohl der eigentliche Profiteur eines wie auch immer gearteten Zusammengehens mit Siemens. Dass Siemens wiederum sich aber ein derart zyklisches Geschäft aufbürden würde, nur um den Umsatz signifikant zu steigern, darf aber bezweifelt werden. 

Es scheint nahezuliegen, dass umfangreiche Stahlaktivitäten nicht unbedingt in das Portfolio von Siemens passen – und die Ausrichtung des breit aufgestellten Konzerns war in den vergangenen Jahren eine völlig andere. Dementsprechend wird ThyssenKrupp den geplanten Umbau zu einem stärker hochtechnologisch ausgerichteten Unternehmen wohl weiter aus eigener Kraft leisten müssen. Allerdings hat sich in dieser Hinsicht bei dem Stahlkocher tatsächlich schon einiges bewegt. 

Beide Aktien hinkten heute dem Gesamtmarkt eindeutig hinterher. Siemens kamen bisher lediglich um 0,1 Prozent auf 74,46 Euro voran, ThyssenKrupp gaben sogar 0,1 Prozent auf 21,95 Euro ab, während sich der DAX zeitgleich um 0,54 Prozent auf 6729 Punkte nach oben schob. 


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