Verfasst am 03.02.2011 um 07:59, Autor: dj
Deutsche Bank hält trotz Risiken an Rekordprognose fest
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Die Deutsche Bank AG hat im vierten Quartal mit einem Vorsteuergewinn von 707 Mio EUR die Analystenerwartungen enttäuscht, hält aber an ihrer ambitionierten Prognose für 2011 fest. Vor Steuern soll der Gewinn im operativen Geschäft 10 Mrd EUR betragen, sagte Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann bei Bekanntgabe der endgültigen Zahlen am Donnerstagmorgen. "Trotz verbleibender Risiken und Unwägbarkeiten hinsichtlich des wirtschaftlichen Umfelds sind wir zuversichtlich, dass wir dies schaffen werden", betonte er. Damit bekräftigte Ackermann die bisherige Prognose für 2011, an deren Erreichbarkeit eine Reihe von Analysten zunächst gezweifelt hatte.

Nachdem die Bank einen Ausgabenblock für Integration und Restrukturierung sowie beschleunigte Investitionen im Bereich Corporate and Investment Bank bereits im Schlussquartal verbucht und damit einen Anstieg der Kosten um 50% auf 6,3 Mrd EUR in Kauf genommen hatte, ist laut Analysten nun der Weg für das Gewinnziel im Jahr 2011 frei. Allerdings dürfe nichts schiefgehen und das Geschäft müsse sowohl im Investment- als auch im Private Banking deutlich anziehen, damit dieses Ziel erreicht werden könne, sagte ein Analyst.

Bei den Erträgen konnte die Bank mit Hilfe der großen Zukäufe im vergangenen Jahr mit 7,4 Mrd EUR im vierten Quartal einen Rekordwert erzielen; dies entspricht einem Anstieg um 34%. Gewinnbringer war erneut das Investmentbanking: Die Corporate and Investment Bank erhöhte die Erträge um 31% auf 4,6 Mrd EUR, im Sales & Trading stiegen die Erträge um 30%. Allerdings blieb das Handelsergebnis mit minus 169 Mio EUR weit hinter den Erwartungen zurück. Hier bekam die Bank die geringe Kundenaktivität und makroökonomische Unsicherheit deutlich zu spüren.

Gute Ergebnisse erzielte die Bank im Privatkundengeschäft. Die Erträge im Private & Business Clients zogen um 31% an. Positiv bemerkbar machte sich die im Dezember erstmals berücksichtigte Übernahme der Postbank. Im Asset and Wealth Management profitierte die Bank mit Nettomittelzuflüssen von 4 Mrd EUR von dem Kauf der ehemaligen Privatbank Sal. Oppenheim.

Leicht hinter den Erwartungen lag die Bank mit ihrer geplanten Dividende von 0,75 EUR. Von Dow Jones befragte Analysten hatten mit 0,80 EUR gerechnet. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank auf 406 Mio von 560 Mio EUR.

Der Nettogewinn blieb, wie bereits angekündigt, mit 605 Mio EUR deutlich hinter den Erwartungen. Dies hatte die Bank bereits am Montagabend mitgeteilt und damit dem Aktienmarkt die Richtung für die endgültigen Zahlen vorgegeben. Die Reaktion fiel gelassen aus: Analysten zeigten sich trotz der schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen eher davon beeindruckt, dass sich die Bank auch in schwierig laufenden Geschäftsbereichen gut geschlagen hat, insbesondere im Vergleich zu US-Banken wie Goldman Sachs.

"Die Erträge der Bank sind recht gut, gerade wenn man auf die Entwicklung der vergleichbaren Institute in den USA schaut", sagte Analyst Konrad Becker von Merck Finck. Zwar habe die Bank im Investmentbanking auch bei den festverzinslichen Wertpapieren Einbußen verzeichnet, sie habe dies aber im Aktiengeschäft ausgleichen können, sagte er. "Unter dem Strich sind die Rückgänge geringer als bei den US-Banken", so der Analyst. 


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