Verfasst am 13.02.2012 um 13:59, Autor: dj
Deutsche Bank vergleicht sich mit Kirch-Erben - Presse
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Ursprünglich wollte der Medienmogul Leo Kirch mehrere Milliarden Euro Schadenersatz von der Deutschen Bank einklagen. Jetzt geben sich die Erben offenbar mit 775 Millionen Euro zufrieden, berichten verschiedene Medien. Angeblich haben sich die Anwälte der Kirch-Erben mit dem Frankfurter Institut geeinigt. Ein Deutsche-Bank-Sprecher sagte zu Dow Jones Newswires: "Zu Marktgerüchten äußern wir uns nicht." Ein Sprecher Kirchs lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage ab.

Vermittelt wurde die Einigung laut Bild-Zeitung von Clemens Vedder, Chairman von Goldsmith Capital Partners. Auf Anfrage von Dow Jones wollte sich Vedder nicht dazu äußern. Wie Spiegel und das Manager Magazin schreiben, entspreche der Betrag jedoch einem früheren Vorschlag des zuständigen Münchener Richters Guido Kotschy.

Sollte der Vorstand der Deutschen Bank der Einigung zustimmen, wäre der jahrelange Rechtsstreit um die Insolvenz des Kirch-Konzerns beendet. Allerdings gibt es bislang bei dem Frankfurter Institut noch keine Rückstellungen für eine Einigung im Fall Kirch. Somit würde die Zahlung sich direkt negativ auf die Bankbilanz auswirken.

"Der berichtete Betrag von fast 800 Millionen Euro klingt sehr hoch", sagte Philipp Hässler, Analyst bei Equinet. Seiner Meinung nach dürfte der Betrag direkt den Gewinn der Bank schmälern.

Kürzlich hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bei der Bilanzpressekonferenz mitgeteilt, dass man für ausstehende Klagen in den USA Rückstellungen von rund 1 Milliarde Euro gebildet habe, die das Ergebnis maßgeblich negativ beeinflussten.

Die Aktie der Bank zeigte sich von den Neuigkeiten zunächst unbeeindruckt und notierte um 14.30 Uhr leicht positiv mit 1,7 Prozent bei 34,04 Euro.

Mit der Einigung würde ein Mammutprozess zu Ende gehen, der vor zehn Jahren begann. Die Wurzeln liegen in der damals größten Firmenpleite. 2002 schlidderte die Kirch-Gruppe mit rund 10.000 Mitarbeitern und mehr als sechs Milliarden Euro Schulden in die Insolvenz. Medienzar Kirch sah in einem Fernsehinterview des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer die Ursache für die Insolvenz.

Ausgangspunkt der gerichtlichen Schlacht war die Aussage Breuers: "Was alles man darüber hören und lesen kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis Fremd- oder Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Breuer habe damit die Kreditwürdigkeit des Kirch-Konzerns öffentlich in Frage gestellt, argumentierte Kirch, was dann zur tatsächlichen Insolvenz geführt habe.

Im November hatte es noch Durchsuchungen in den Büros von Josef Ackermann und anderen Top-Managern der Bank gegeben. Der Vorwurf war Prozessbetrug. Für Ackermann wurde mit der Durchsuchung der angepeilte Weg in den Aufsichtsrat seines Bankhauses endgültig versperrt. Im Dezember folgte dann die Einstellung des Strafprozesses gegen Breuer. Das Landgericht München beendete das Verfahren ohne Urteil gegen eine Geldauflage von 350.000 Euro.

Kirch war vergangenen Sommer verstorben. Seither hatten die Erben die Klage fortgeführt.

-Von Alexandra Edinger, Dow Jones Newswires;

+49 69 29 725 112, alexandra.edinger@dowjones.com 


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