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Börsennews für Börsenpeople
Verfasst am 13.02.2012 um 19:08, Autor: dj
Dt Börse beglückt Aktionäre mit Sonderdividende und Rückkauf
Darüber hinaus will die Börse im zweiten Halbjahr 2012 nochmals Aktien im Wert von bis zu 200 Millionen Euro zurückkaufen. Dabei hatte der DAX-Konzern bereits im Schlussquartal 2011 eigene Aktien im Wert von gut 100 Millionen Euro eingezogen.
Grund für die Spendierfreudigkeit des Frankfurter Börsenbetreibers ist das erfolgreiche Geschäftsjahr 2011 und die gute Kapitalausstattung. Den Nettogewinn hat die Deutsche Börse auf 849 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Allerdings lastete auf dem Vorjahresgewinn eine hohe Abschreibung auf die US-Derivate-Tochter International Stock Exchange (ISE). Der Umsatz verbesserte sich um knapp 6 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro, den zweithöchsten Wert in der Konzerngeschichte nach 2008.
Im vierten Quartal hat die Börse die Vorjahresergebnisse bei Umsatz und Gewinn ebenfalls übertroffen. Im Vergleich zum starken dritten Quartal, als die Euro-Krise für erhöhte Volumina und Volatilität sorgte, fielen die entsprechenden Daten jedoch schlechter aus. Auch die Erwartungen der Analysten wurden überwiegend nicht ganz erreicht. Die Anleger freuten sich dennoch über die aktionärsfreundlichen Maßnahmen. Die Aktie stieg auf dem Frankfurter Parkett im Vergleich zum XETRA-Schluss um rund 2 Prozent auf 49,75 Euro.
Mit Blick nach vorn will die Deutsche Börse nach der gescheiterten Fusion mit aller Kraft dafür sorgen, sich auch auf eigenen Füßen im globalen Wettbewerb zu behaupten. Dafür will sie 2012 die Investitionen in Wachstumsinitiativen und Infrastruktur um ein Drittel auf rund 160 Millionen Euro steigern. Die Kosten sollen deshalb aber nicht aus dem Ruder laufen. Mit 1,2 Milliarden Euro sollen diese im laufenden Jahr nur wenig über den bereinigten Kosten des vergangenen Jahres liegen. Effizienzsteigerungen sollen die höheren Investitionen wieder ausgleichen.
Gleichzeitig gibt der Börsenbetreiber drei Wachstumsziele aus: Zum einen will er heute noch unregulierte Märkten wie den außerbörslichen Derivatehandel angreifen. Die jüngste EU-Verordnung EMIR, die wohl noch im Frühjahr in Kraft treten wird, dürfte diese Anstrengungen befördern. Der so genannte OTC-Bereich, in dem vor allem Banken untereinander frei von Restriktionen und sehr profitabel Derivate handeln, wird künftig stärker reguliert und muss besichert werden. Im Erfolgsfall locken hier massive Umsatzsteigerungen für die Börse, weil der OTC-Bereich bisher noch deutlich größer ist als der über Börsen abgewickelte Handel.
Zum zweiten will die Börse ihre Technologieführerschaft zum Beispiel bei Handelssystemen und ihre Expertise im Marktdatenbereich ausbauen. Und schließlich will sie sich wachstumsstarke Regionen wie Asien und Südamerika erschließen. Hier streben die Frankfurter weitere Partnerschaften mit Infrastrukturanbietern und Kunden an. "Wir sind wie kein anderer in der Lage, diese strategischen Ziele umzusetzen", gibt sich Börsenchef Reto Francioni sicher.
-Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires,
+49 (0)69 - 29725 115, joern.rehren@dowjones.com
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