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Verfasst am 19.12.2010 um 15:09, Autor: dj
Munich Re befürchtet anhaltendes Zinstief - BöZ
Dennoch könne sich der DAX-Konzern den ungünstigen Marktbedingungen nicht vollständig entziehen: Schneider bekräftigte seinen gedämpften Ausblick für das kommende Jahr. Der Konzernüberschuss werde "leicht" unter der zuletzt "deutlich" erhöhten Prognose für 2010 liegen. Als wesentlichen Grund dafür verwies der Finanzvorstand auf die Niedrigzinsphase. Die Munich Re hatte vor kurzem ihr Ergebnisziel unter anderem wegen einer glimpflich verlaufenden Hurrikan-Saison um rund 400 Mio EUR auf 2,4 Mrd EUR angehoben. Der Nettogewinn dürfte aber damit um etwa 200 Mio EUR geringer ausfallen als 2009.
Trotz des erwarteten Gewinnrückgangs will die Munich Re ihre Dividende für das laufende Jahr mindestens konstant halten. Er würde nicht gerne die zuletzt um 0,25 EUR auf 5,75 Euro erhöhte Dividende je Aktie unterschreiten, so Schneider. Dafür gebe es keinen Anlass. Sollte die Niedrigzinsphase länger andauern, würde die Munich Re ihre Dividendenpolitik nicht ändern: "Wir halten an unserer Dividendenpolitik fest. Wir wollen weiterhin mindestens ein Viertel des Konzernüberschusses gemäß IFRS ausschütten", sagte Schneider.
Er kündigte an, dass die Munich Re ihr Kapitalrenditeziel (Return on Risk Adjusted Capital) von 15% an die neuen europäischen Aufsichtsregeln für Versicherer (Solvency II) anpassen werde. "Wir wollen unser Renditeziel möglichst auf die neuen Messgrößen beziehen, wenn und soweit sie eine angemessene Abbildung der Risiken und eine treffsichere Bewertung der Wertschaffung mit sich bringen."
Die derzeitige Vorgabe bezeichnete er aufgrund der niedrigen Marktzinsen als "ambitioniert". Im Jahr 2010 wird die Munich Re das Ziel mit einem geschätzten Wert von "über 13 %" verfehlen. Der Finanzvorstand sprach sich zwar dafür aus, Solvency II wie geplant Anfang 2013 in Kraft treten zu lassen. Er forderte aber abermals Übergangsfristen für Sanktionen. Schneider begründete dies mit "überzogenen Anforderungen" für die Berichterstattung, die selbst die Munich Re trotz guter Vorbereitung nach derzeitigem Entwurf nicht vollständig und fristgerecht erfüllen könne.
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