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Verfasst am 07.12.2011 um 08:56, Autor: DH
Alfred Reisenberger: Bullen kehren 2012 zurück nach Wien
Top-Empfehlungen 2012: Andritz, RHI, SBO, British American Tobacco, Bogdanka
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Auch die rückläufigen Anleihe-Renditen sprächen für Aktien, hieß bei einer Pressekonferenz von der Wiener Privatbank. Aktien als Asset Klasse hätten im nächsten Jahr eine sehr gute Chance. Die derzeitige Situation sei typisch für die Zyklizität von Aktienmärkten, biete Investoren aber auch Chancen. Das Jahr 2011 lasse sich nicht mit 2008 vergleichen, die österreichischen Unternehmen seien nun besser aufgestellt. Der Wiener Börseindex ATX könnte - nach einer im internationalen Vergleich schwachen Performance 2011 - im kommenden Jahr wieder um 10 bis 15 Prozent steigen oder durchaus auch mehr. Die Volatilitäten werden weiterhin hoch gesehen.
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Der ATX hat heuer im Jahresverlauf 36 Prozent verloren (Stand 2. Dezember), schlechter abgeschnitten haben beispielsweise der ägyptische EGX (-37,6 Prozent), der griechische ATG (-51,2 Prozent) oder der zypriotische CSE (-75,6 Prozent). In den vergangenen 15 Jahren habe der ATX in vier Jahren eine negative Performance aufgewiesen, die durchschnittliche jährliche Steigerung liege bei rund 3 Prozent. Die Realität sei aber wesentlich besser, "als uns die Börse zu vermitteln scheint", so Alfred Reisenberger, Leiter Asset Management bei der Wiener Privatbank. Die Unternehmen hätten ihre Hausaufgaben gemacht, so sei etwa die Verschuldung seit 2008 um ein Drittel gesunken, die Eigenkapitalrentabilität gestiegen.
Das Gewinnrevisionspotenzial nach unten liege noch bei maximal 10 bis 15 Prozent. Das erwartete KGV für 2011 liege bei 8,8, für 2012 bei 7,3 und unter Einbeziehung des Gewinnrevisionspotenzials bei 10 für das laufende und um die 8 für das kommende Jahr. Das historische KGV liege in Wien bei 13. Berger erwartet, dass große Investoren wieder nach Europa zurückkehren, wenn man Vertrauen habe. Auch das Vertrauen in die Banken werde wieder zurückkommen.
2011 sieht Reisenberger nicht allzu viele Parallelen zum Jahr 2008: "Das Ganze hat einen Namen, Schulden und Schuldenberg." Die Märkte hätten die Politik vor sich hergetrieben. Die letzten Monate seien von großer Unsicherheit geprägt gewesen. Die Rezession in den USA sei aber nun mehr oder weniger abgesagt, und er glaube auch für die Eurozone nicht an eine Rezession. Der Druck werde so groß werden, die sich die Politik zum Handeln gezwungen sehe.
Ein Parallele zum Krisenjahr 2008 sieht Reisenberger aber doch: Es habe auch nach der Lehman-Pleite eine konzertierte Notenbank-Aktion gegeben, auf die die Märkte positiv reagiert hätten.
Empfohlen werden von der Wiener Privatbank Maschinen- und Anlagenbauer mit hoher Exportorientierung in Wachstumsmärkte. Die Top-Empfehlungen sind dabei Andritz, RHI und SBO. Geraten wird auch zu Konsumgüter-Herstellern mit geringer Konjunkturabhängigkeit, Preismacht und Wachstumspotenzial in Emerging Markets wie British American Tobacco oder der polnische Kohleförderer Bogdanka.
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