Verfasst am 19.08.2010 um 13:59, Autor: APA
EVN beruhigt: Situation nach Stromausfällen in Bulgarien stabilisiert
"Intensive Gespräche" mit staatlichem Elektrizitätsunternehmen NEK sollen Blackouts künftig verhindern - Betroffene Tourismusunternehmen drohen mit Schadenersatzklagen
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Nachdem es in der bulgarischen Tourismus-Region am Schwarzen Meer vor zwei Wochen zu einem totalen Stromausfall und in der Folge zu geplanten Stromabschaltungen gekommen war, habe sich die Situation dort wieder stabilisiert - das sagte ein Sprecher der niederösterreichischen EVN, die in der Region für die Stromverteilung zuständig ist, am Donnerstag im Gespräch mit der APA.Die von staatlichen Stellen zur Stabilisierung der Lage angeordneten Stromabschaltungen habe es zwei Tage lang gegeben, im Schnitt sei etwa ein Sechsel der Kunden betroffen gewesen.

Laut bulgarischen Medienberichten machen die EVN und das staatliche Elektrizitätsunternehmen NEK einander für die Stromausfälle verantwortlich. Die EVN ist für die Stromverteilung an die Endverbraucher zuständig, die NEK für das überregionale Übertragungsnetz. Es ist in Bulgarien ein offenes Geheimnis, dass in die Übertragungsnetze seit Jahrzehnten zu wenig investiert wurde.

Die EVN ist jedoch sichtlich um Beschwichtigung bemüht: "Bulgarien kann stolz sein auf die touristische Entwicklung der Region am Schwarzen Meer. Durch diese Entwicklung sind aber auch der Stromverbrauch und die Anforderungen an Übertragungs- und Verteilnetze deutlich gestiegen", sagte EVN-Sprecher Stefan Zach in Richtung Sofia. Die EVN habe deshalb in den letzten Jahren massiv - über 70 Mio. Lewa (35,8 Mio. Euro) - in das Netz und die Versorgungssicherheit investiert. Darum arbeite man in der Region auch mit drei mobilen Umspannwerken. "Wir werden mit der NEK intensive Gespräche führen, um zu einer guten Lösung für eine sichere und stabile Stromversorgung in dieser Region zu sorgen."

Unter den Stromausfällen und -abschaltungen haben die Tourismusunternehmen an der Schwarzmeerküste, wo vor allem die deutsche E.ON und die EVN für die Stromversorgung verantwortlich sind, stark gelitten. Zwetan Tontschew von der bulgarischen Tourismuskammer deutete daher auch die Möglichkeit von Schadenersatzklagen an.

Die heurige Tourismussaison sei für Bulgarien die beste seit Jahren, betonte der Vorsitzender der Hoteliersvereinigung, Blagoj Ragin, gegenüber der Nachrichtenagentur Cross. Insgesamt dürften die Einnahmen heuer aber mit 6,5 Mrd. Lewa nur das Niveau des vorigen Jahres erreichen, weil die Preise infolge der Wirtschaftskrise um 15 Prozent gesenkt werden mussten, wie Branchenvertreter Tontschew erklärte. 5 Mrd. Lewa kämen von ausländischen Gästen. Tontschew schätzt den Anteil der Schattenwirtschaft am bulgarischen Tourismus auf 40 bis 50 Prozent. Die Angaben des Statistikamtes, wonach nur ein Fünftel der Betten belegt seien, bezweifelt er. Der Tourismus erwirtschafte etwa ein Zehntel des bulgarischen BIP. 


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