Verfasst am 22.04.2010 um 04:43, Autor: APA
Experten: Austro-Banken drohen Firmenwert-Abschreibungen im Osten
Erste Group und Bank Austria mit Milliarden-Firmenwert in den Büchern - Raiffeisen International könnte in der Ukraine dreistelligen Millionenbetrag berichtigen
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Den österreichischen Banken dürften bei der Bilanzerstellung für 2009 nach Einschätzung von Experten weitere Abschreibungen ins Haus stehen. Neben den Risikovorsorgen könnten ihnen die teilweise hohen Firmenwerte bei den Osttöchtern Kopfzerbrechen bereiten, meint Erich Kandler, Bankenexperte beim Wirtschaftsprüfer Deloitte, im "WirtschaftsBlatt" vom Dienstag.Bei der ukrainischen Tochter der Raiffeisen International (RI), Bank Aval, rechnet Sal. Oppenheim-Analyst Thomas Stögner mit einer Berichtigung des Firmenwertes in dreistelliger Millionenhöhe. Auch eine komplette Abschreibung des Firmenwertes (201 Mio. Euro) sei möglich. Den Zeitungsbericht wollte ein RI-Sprecher auf APA-Anfrage nicht kommentieren. Die RI hat Firmenwerte in der Höhe von rund 570 Mio. Euro in den Büchern. In der Vergangenheit habe es einen massiven Stellenabbau bei der Aval-Bank gegeben. Bis Ende September 2009 sind im Jahresabstand knapp 11 Prozent der Mitarbeiter abgebaut worden. Ein weiterer Stellenabbau werde nicht ausgeschlossen, hieß es.

Auf dem größten Goodwill (3,7 Mrd. Euro) von den Austrobanken sitzt die Erste Group. Davon entfällt laut dem Bericht der Löwenanteil (2,1 Mrd. Euro) auf die rumänische Tochter BCR. Für 2008 wurden bereits 480 Mio. Euro abgeschrieben. Weitere Abschreibungen, aber keine Riesensummen erwartet Marion Swoboda-Brachvogel, Analystin bei CA Cheuvreux. Für 2009 werde es keine weiteren Firmenwertabschreibungen geben, erklärte eine Erste-Group-Sprecherin auf APA-Anfrage.

Die UniCredit-Tochter Bank Austria, die für das Ost-Geschäft innerhalb des italienischen Konzerns exklusive Polens zuständig ist, weist einen ähnlich hohen Firmenwert (3,3 Mrd. Euro) aus. Für einzelne Auslandstöchter oder Länder wird er nicht ausgewiesen. Für 2008 mussten mehr als 400 Mio. Euro bei der kasachischen Tochter ATF Bank abgeschrieben werden. Darüber hinaus wurde der Goodwill auch bei der ukrainischen Tochter reduziert. Die Bank Austria wollte den Zeitungsbericht gegenüber der APA nicht kommentieren.

 


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