Verfasst am 19.01.2012 um 13:50, Autor: APA
Flughafen Wien - Bemühung um 3. Piste, Hoffnungsträger Langstrecke
Ex-Vorstand Gabmann bekommt keinen Konsulentenvertrag - Weitere Gespräche mit der AUA
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Der Flughafen Wien bemüht sich weiter um den Bau der dritten Piste. Ende des ersten Quartals oder zumindest im ersten Halbjahr 2012 erwartet Flughafen-Vorstand Julian Jäger den Bescheid in erster Instanz zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), das Projekt sei aber langfristig zu sehen, ist er realistisch. Mit dritter Piste wäre der Flughafen in Schwechat gegenüber der Konkurrenz in München, Frankfurt oder Zürich in einer besseren Position.Jäger sieht die Langstrecke mittelfristig als Wachstumschance für Wien. Derzeit entfallen nur 14 der Abflüge auf Langstreckendestinationen, in München seien es 38 Prozent, in Zürich 39 Prozent. Auch fliege kein Star-Alliance-Partner von Wien aus Langstrecke, vermerkt Jäger, darüber wolle man mit der Allianz reden, der die AUA und ihre Muttergesellschaft Lufthansa angehören. Auch die AUA bemühe sich, Star-Alliance-Partner nach Wien zu bringen, insbesondere für die Langstrecke, freut sich Jäger. Heuer wird aus einer weiteren Destination aber wohl eher nichts mehr, die Arbeiten laufen auf den Sommer 2013 hin.
 
Auch die stark expandierenden Fluglinien Emirates (plus 30 Prozent bei Passagieren 2011) und Etihad (bei Air Berlin, Mutter von Flyniki, eingestiegen), beide aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, werden in absehbarer Zeit keine neuen Langstrecken aus Wien anbieten können, da die Landerechte der VAE durch Emirates "ausgereizt" seien, sagte Jäger. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Österreich und den VAE über eine Aufstockung der Landerechte, nicht zuletzt wegen harten Widerstands der AUA stocken die Gespräche aber. Dennoch "treffen wir sie zwei bis drei Mal im Jahr", insgesamt führe der Flughafen "Gespräche mit einer Unzahl von Airlines".
 
Klare Regelungen gibt es nun auch mit den früheren Vorständen: Ernest Gabmann habe keinen Konsulentenvertrag erhalten, sagte Flughafen-Vorstand Günther Ofner. Gerhard Schmid bekommt einen Jahresbezug in der Größenordnung von 250.000 Euro und - nach bestimmten Kriterien - eventuell einen Bonus. Herbert Kaufmann bekommt jährlich 180.000 Euro und "niedrige Spesen" für zwei Jahre, besetzt dafür sechs Aufsichtsräte und steht auch sonst für Beratung zur Verfügung.
 
Jäger ist grundsätzlich gesprächsbereit, wenn die AUA im Rahmen ihres Sparprogramms über niedrigere Flughafengebühren reden will. Wien sei aber günstiger als Zürich, Frankfurt oder München, meint Jäger. Und jede Vergünstigung müsse natürlich für alle Carrier gelten.
 
Der Flughafen-Vorstand denkt derzeit nicht daran, Beteiligungen an anderen Flughäfen abzustoßen. Dafür passe das Umfeld nicht. Im Gegenteil, man sei am Flughafen Bratislava interessiert. Der Regierungsberater dürfte demnächst bestätigt werden, nach den Wahlen werde es da wieder Bewegung geben. Der Flughafen im slowakischen Kosice liege mit 266.000 Passagieren (plus 0,3 Prozent) zwar unter den Erwartungen, funktioniere operativ aber besser als Bratislava. Außerdem ist Wien am Flughafen Malta beteiligt (über 3,5 Mio. Passagiere 2011, plus 11,5 Prozent) und am Flughafen Friedrichshafen (571.000 Passagiere, minus 3,2 Prozent).
 
Von den 21,1 Mio. Passagieren am Flughafen Wien waren 2011 6,5 Mio. Transferpassagiere. Von den 10,52 Mio. Abflügen gingen 9,2 Mio. nach Europa, davon 1,99 Mio. nach Osteuropa und 7,24 Mio. nach Westeuropa. Nach Nahost flogen 500.139 Passagiere, nach Fernost 408.677, nach Nordamerika 207.473, nach Afrika 174.577 und nach Südamerika ganze 2.225. Die wichtigste Einzeldestination war Frankfurt mit 538.458 Passagieren (plus 12,3 Prozent), vor London (459.187) und Zürich (428.927). Nach Moskau zog es 285.170 Fluggäste (plus 20,8 Prozent), nach Dubai 206.579 (plus 20,2 Prozent).
 
Die AUA-Gruppe beförderte 50,0 Prozent der Passagiere (nach 50,9 Prozent 2010), deren Mutter Lufthansa 5,2 Prozent, die ganze Lufthansa-Gruppe 61,7 Prozent. Demgegenüber flogen 11,6 Prozent der Passagiere Niki und 6,5 Prozent deren Muttergesellschaft Air Berlin, zusammen also 18,1 Prozent. 


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