Verfasst am 09.02.2012 um 15:10, Autor: APA
Grasser - Telekom: Haben keinen Einblick in Valora-Buchhaltung
Grüne laden heute zum "Korruptions-Clubbing" in den Wiener Volksgarten
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Die teilstaatliche Telekom Austria (A1) habe keinen Einblick in die Buchhaltung der Hochegger-Tochterfirma Valora, hieß es heute, Donnerstag, auf APA-Anfrage bezüglich neuer Schmiergeldvorwürfe gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V). Man könne die Vorwürfe daher nicht kommentieren, sei aber weiterhin massiv an einer Aufklärung aller Vorwürfe interessiert. Das Wirtschaftsmagazin "Format" hatte heute vorab berichtet, dass die Telekom Grasser mehrere Umfragen während dessen Zeit als Minister bezahlt haben soll. Abgerechnet wurde, so das Magazin, über die Valora des Lobbyisten Peter Hochegger.Eine Stellungnahme der Rechtsvertretung von Grasser war kurzfristig nicht zu erhalten, da sich der Advokat gerade in einer Verhandlung befand. Passend zu den neuen Enthüllungen laden heute, Donnerstagabend, die Grünen zum zweiten "Korruptions-Clubbing" in den Wiener Volksgarten. Der Eintritt ist frei, Highlight ist ein "Grasser-Kostümwettbewerb" unter dem Motto "maximal korrupt gewinnt".

Grasser selbst hat alle Korruptionsvorwürfe wiederholt bestritten, zuletzt auch diese Woche.

Ausständig ist eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Wien sowie der ÖVP zu den Vorwürfen gegen den ÖVP-Bundesrat und Alcatel-Generaldirektor Harald Himmer. Die Staatsanwaltschaft Wien fordert laut dem Grünen Abgeordneten Peter Pilz die Auslieferung des Parlamentariers im Zusammenhang mit der Causa "Blaulichtfunk/Tetron". Hier soll es zu Schmiergeldzahlungen rund um ein letztendlich siegreiches Alcatel-Konsortium zur Implementierung von "Tetron" gekommen sein, was das Unternehmen dementiert.

Am kommenden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag werden die nächsten Zeugen im Korruptions-U-Ausschuss geladen. Der große Showdown findet am Donnerstag, dem 16. Februar, statt. An diesem Tag ist mit dem Lobbyisten Hochegger die zentrale Figur der mutmaßlichen Korruptionsskandale unter der Regierungszeit von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) geladen. Er muss mindestens vier Stunden unter Wahrheitspflicht den Abgeordneten Rede und Antwort stehen. Als Beschuldigter in zahlreichen Verfahren kann er sich zwar der Aussage entschlagen, wenn er sich durch sein Plaudern selbst belasten würde - den Abgeordneten steht es aber frei, vor den anwesenden Journalisten aus Vernehmungsprotokollen zu zitieren. 


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