Verfasst am 07.02.2010 um 13:50, Autor: DH
Griechen versetzten Wiener Börse in Angst und Schrecken
Politiker und heimische Notenbanker versuchen, die Situtaion zu beruhigen, bisher allerdings erfolglos
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Die Angst vor Staatspleiten in der Euro-Zone bringt die Märkte rund um den Erdball in Aufruhr, der Wiener Leitindex ATX verliert sogar überdurchschnittlich stark auf die negativen Zahlen des Sorgenkinds Griechenland aber auch Berichte aus Portugal und Spanien drücken auf die Stimmung. Politiker und Notenbanker versuchen, die Situtaion zu beruhigen, bisher allerdings erfolglos. Die Risikoaufschläge bei Kreditderivaten weiteten sich aus, die Börsen gaben deutlich nach, der Euro wertete gegenüber dem Dollar ab."Spannungen in der Euro-Zone könnten 2010 das beherrschende Thema werden", sagte Marco Annunziata, Volkswirt bei Unicredit. "Das wird zwangsläufig dazu führen, dass über Abläufe innerhalb der Währungsunion nachgedacht werden muss." Zudem werde man künftig stärker zwischen Ländern unterscheiden müssen: "Die differenzierte Betrachtung des Risikos wird wesentlich wichtiger werden, als wir es bisher gewohnt waren", sagte Annunziata.
 
Der griechische Premierminister Giorgios Papandreou bekräftigte seinen Plan, das Haushaltsdefizit von derzeit 12,7 Prozent im Laufe von 2010 um vier Prozentpunkte zu kürzen. "Das Vorhaben ist glaubwürdig", sagte Papandreou. Am Donnerstag hatte Jean-Claude Trichet , Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), die Ankündigungen der Hellenen als "Schritte in die richtige Richtung" bezeichnet.
 
Die EZB bekräftigte am Freitag diese Haltung. Von einer Belastung des Euro durch das griechische Haushaltsdefizit könne keine Rede sein, sagte Ewald Nowotny, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank und Mitglied des EZB-Rats. Er betonte aber, dass Griechenland Haushaltsdisziplin aufbringen müsse. "Die Europäische Kommission und die EZB nehmen das Problem ernst." Die EU-Kommission stellte den griechischen Haushalt de facto unter EU-Aufsicht. Allein in diesem Jahr werden zur Überwachung drei Budget-Berichte aus Athen fällig. Falls das rigorose Sparprogramm zum Defizitabbau nicht ausreiche, müsse die Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou nachlegen, sagte EU-Währungskommissar Joaquín Almunia. Der Spanier will am Mittwoch neue Sparempfehlungen vorstellen.
 
Inzwischen steht die gesamte Euro-Zone im Blickpunkt. Vergangene Woche kletterte der Aufschlag auf Kreditderivate, mit denen sich Anleger gegen das Risiko eines Zahlungsausfalls von 15 europäischen Regierungen versichern, auf ein Rekordhoch. Anleihen im Volumen von 10 Mio. Euro abzusichern kostete demnach bis zu 91.060 $ jährlich. Das ist mehr als doppelt so viel als im September und entspricht ungefähr dem Kostenniveau für Versicherung bei amerikanischen Staatsanleihen.
 
In Folge scheint der Abwärtstrend des Euros gegenüber dem Dollar noch nicht zu Ende zu sein. Die Spekulanten sind so skeptisch wie seit der Lehman-Pleite nicht mehr. Wärend einige Börsianer die Situation für Zukäufe nutzen, beobachten andere die Lange lieber mit ein wenig Distanz und schrecken vor weiteren Einkäufen zurück. Die heimischen Analysten der UniCredit CAIB, sehen den ATX weiterhin auf Kurs und geben ein Kursziel von 2.800 Punkte für Mitte des Jahres aus. 


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