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Verfasst am 11.02.2010 um 19:47, Autor: DH
Interview: update software CFO Monika Fiala im Talk
2009 war seit dem Platzen der Internetblase das schwierigste Jahr für update - kein Zweitlisting in Wien geplant
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DER BÖRSIANER: Ein schwieriges Umfeld, ein besonders schwaches 1. Halbjahr und negative Einmaleffekte habe auf das Ergebnis gedrückt, wie sieht Ihr persönliches Fazit für das abgeschlossene Geschäftsjahr aus?
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Monika Fiala: 2009 war seit dem Platzen der Internetblase in 2001/02 das schwierigste Jahr für update. Es war gekennzeichnet durch eine große Verunsicherung aller Wirtschaftstreibenden und dementsprechend groß war die Zurückhaltung bei Neuinvestitionen in CRM-Software. Hinzugekommen ist, dass die Finanzbranche, als eine unserer drei Kernsegmente, besonders stark betroffen war.
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DER BÖRSIANER: Besonders die Einmaleffekte habe auf das Ergebnis gedrückt, greifen die Restrukturierungsmaßnahmen oder könnten weitere folgen?
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Monika Fiala: Wir konnten durch die Restrukturierung unsere ?Run Rate? bei den Kosten nachhaltig senken, so dass bei gleichbleibender allgemeinen Wirtschaftslage keine weiteren Maßnahmen in 2010 nötig sein werden. Â
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DER BÖRSIANER: Blicken wir in die Zukunft - Krisen bieten bekanntlich auch immer neue Chancen, update software setzt in Zukunft auf das neue Geschäftsmodell update.revolution, erklären Sie uns dieses bitte in Grundzügen?
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Monika Fiala: update.revolution ist unser neues SaaS-Produkt (Software as a Service). Hier wird die Software auf unseren Servern betrieben. Anstatt die Software zu kaufen und bei sich zu installieren (?on-premise?) greift der Kunde über einen Webzugang auf die Software zu und bezahlt nur mehr ein monatliches Nutzungsentgelt.
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DER BÖRSIANER: Warum der Name ?revolution?, was ist daran revolutionär, worin liegen die Vorteile für den Kunden und wie verdienen sie daran?
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Monika Fiala: Einer der vielen Vorteile ist sicherlich der Wegfall von hohen Anschaffungsinvestitionen wie Software-Lizenzen und Kosten für die Implementierung. Der Kunde bezahlt nur eine monatliche Nutzungsgebühr, abhängig von der Anzahl der User, der genutzten Software-Module und dem gewählten Service-Level. Die Kosten sind somit von Beginn an transparent und auch für die Folgejahre exakt kalkulierbar. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität. Die Anzahl der User kann an den jeweiligen Unternehmensbedarf angepasst werden; ebenso können die benötigten Module einfach aktiviert oder deaktiviert werden.
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Was wirklich neu ist an unserem SaaS-Angebot ist die Methode: wir beginnen mit einem Assessment in dem die Ziele und Bedürfnisse mit dem Kunden gemeinsam erhoben werden. In der Set-up-Phase werden die Anpassungen an individuelle Bedürfnisse und die Integration in bestehende Systeme vorgenommen. Diese Phase dauert im Gegensatz zu herkömmlichen ?on-premise-Projekten? nur wenige Tage. Danach kann der Kunde bereits mit der Software arbeiten. In regelmäßigen Enhancements wird die Lösung Schritt für Schritt erweitert und wächst so über die gesamte Nutzungsdauer mit den Anforderungen des Kunden mit ohne dass je zusätzliche Kosten anfallen. Darüber hinaus erspart sich der Kunde die Anschaffung explizierter Hardware und teurer IT-Ressourcen für den Betrieb und die Wartung der Software.
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Für update bedeutet das neue Businessmodel eine Minimierung des Geschäftsrisikos, da es sich um stetig wachsende und wiederkehrende Einnahmen (im Unterschied zu Einmalumsätzen) handelt. Über den gesamten Kundenlebenszyklus steigen im neuen Model auch die Einnahmen pro Kunde.
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DER BÖRSIANER: Wie hoch beziffern Sie das Marktpotenzial (Kunden) und welche Zielgruppen wollen Sie damit ansprechen?
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Monika Fiala: Die Software-Spezialisten von Gartner Group beziffern den Markt in 2009 mit 9,6 Mrd. US$ und sehen ein Wachstum auf US$ 16 Mrd. in 2013. Unsere Zielgruppen haben sich mit dem neuen Businss-Model nicht geändert: das ist der gehobene Mittelstand in den Segmenten Industrie, Life Sciences und Finanzdienstleister. Neu ist dagegen, dass die SaaS-Lösung auch für kleinere Unternehmen wirtschaftlich attraktiv ist.
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DER BÖRSIANER: Stichwort update Aktien, aktuell notiert sie bei 2,20 Euro, mit 60,4% haben Sie einen extrem hohen Free Float Anteil, der Kursverlauf ist aber schon seit Jahren unerfreulich, wird es neue Maßnahme geben um den negativen Abwärtstrend zu stoppen?
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Monika Fiala: Als ?Micro-Cap? sind wir im Zuge der allgemeinen Finanzkrise überdurchschnittlich abgestraft worden: obwohl wir 2008 das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte verkünden konnten, gab die Aktie mit knapp 29% nach. Da war 2009 mit negativem EBIT und einem Minus von 14,5% fast schon den Fundamentaldaten entsprechend ?
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Ich denke, dass wir mit unserem neuen SaaS-Angebot nicht nur eine zeitgemäße Antwort auf die veränderten Bedürfnisse unserer Kunden, sondern auch eine interessante Investmentstory haben, die wir auch auf diversen Analystenkonferenzen, den Finanzmedien und in zahlreichen One-to-Ones mit potentiellen Investoren präsentieren werden. Hilfreich wäre allerdings auch eine allgemeine Erholung auf den Finanzmärkten, damit das Vertrauen wieder zurückkehrt.
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DER BÖRSIANER: Ist zum Beispiel wie gerade bei Sanochemia beschlossen ein Zweitlisting an der Wiener Börse ein Thema?
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Monika Fiala: Nein. Den meisten Unternehmen hat ein Zweitlisting, mit Ausnahme von höheren Kosten, nichts gebracht.
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DER BÖRSIANER: Warum sollte man als Anleger oder Investor in ihr Unternehmen investieren?
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Der Vorteil der neuen Strategie für update liegt im Aufbau eines stetig wachsenden und wiederkehrenden Geschäfts, das stabile Umsätze und Cashflows mit sich zieht und damit das Businessrisiko erheblich minimiert. Langfristig können mit diesem Geschäftsmodel höhere Margen als mit dem klassischen Lizenzvertrieb erzielt werden. Die Abhängigkeit von einzelnen Projekten und Konjunktureinflüssen verringert sich drastisch, wodurch die Prognosesicherheit steigt . Ausgestattet mit reichlich Cashreserven, einer gesunden Bilanzstruktur und dem neuen risikoarmen SaaS-Angebot, weist die Aktie unbestritten Potential für Investoren mit mittelfristigen Investitionsstrategien auf.
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DER BÖRSIANER: Welche Finanzziele haben Sie sich für das aktuelle Geschäftsjahr 2010 gesteckt?
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Monika Fiala: Wir gehen aufgrund des Strategiewechsels von etwa gleichbleibenden Umsätzen von ca. 30 Mio. und einem ausgeglichenen EBIT aus. Für 2011 planen wir die Rückkehr zu unserer Wachstumsstrategie mit deutlich positivem Ergebnis.
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DER BÖRSIANER: Abschließend, bitte ich Sie um eine visionäre Vorhersagen - Was verlangt der Markt bzw. die Kunden in den nächsten 5 Jahren und wo sehen die die Chancen und Ziele für update in diesem Zeitraum?
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Monika Fiala: Ich denke, dass CRM-Software selbst immer mehr zur Commodity werden wird und für die Kunden die Themen Flexibilität und spezifisches Branchen-Know-How dramatisch an Bedeutung gewinnen werden.
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Dass die Software über bestimmte Features oder Schnittstelen verfügt wird als Standard gesehen. Ob man aber mit dem SW-Hersteller über Best-Practice in der eigenen Branche diskutieren kann und sich hier auch Expertenrat holen kann, wird den Unterschied machen. Update kann hier auf eine Branchenerfahrung und ?expertise in den Bereichen Industrie, Liefe Science und Finanzdienstleister von über 20 Jahre zurückgreifen und diese mit zahlreichen Referenzprojekten belegen.
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Gleichzeitig wird auch Flexibilität immer wichtiger. Die wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ändern sich immer rascher und mit ihnen die Anforderungen der Kunden. Themen wie Anzahl der User, vertragliche Bindung, Schnittstellen, Integration, individuelle Prozesse und vieles mehr können künftig nicht mehr in starren Strukturen angeboten werden. Nur wer hier flexibel auf die Bedürfnisse seiner Kunden reagieren kann, wird in Zukunft punkten. Mit update.revolution können wir all diese Anforderungen erfüllen und haben damit die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.
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