Verfasst am 03.02.2012 um 15:57, Autor: APA
OMV/RAG: Gasnetze deutlich von Belastungsgrenze entfernt
Auslastung derzeit bei rund 75 Prozent - Strom- und Gaspreise stiegen auf Spotmärkten an
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Die Gasversorgung Österreichs ist trotz des 30-prozentigen Ausfalls der Lieferungen und der Kältewelle gesichert, betonten OMV und die RAG am Freitag erneut im Gespräch mit der APA. Leichte Lieferausfälle bei derart tiefen Temperaturen seien normal, der jetzige Ausfall sei verkraftbar. Die österreichischen Netze könnten pro Stunde bis zu rund 2,4 Mio. Kubikmeter Gas transportieren, davon sei man noch deutlich entfernt. Laut RAG-Chef Markus Mitteregger befördern die Gasleitungen derzeit rund 75 Prozent ihrer Kapazitäten, vor der Kältewelle waren es rund 25 Prozent. Mit dem russisch-ukrainischen Gaskonflikt im Jänner 2009 sei die derzeitige Situation aber nicht vergleichbar.In Österreich wird das Gas grob gesprochen zu je einem Drittel für die Haushalte, die Industrie und Stromerzeugung verwendet. Den größten Anstieg aufgrund der Kälte gebe es bei den Haushalten, sagte ein OMV-Experte zur APA.

Russland sei zwar der Hauptlieferant Österreichs, allerdings beziehe man auch viel Gas aus dem Westen über den Knoten Oberkappel in Oberösterreich, schilderte Mitteregger. Zudem habe Gazprom seine Kapazitäten aus dem Gasspeicher Haidach nach oben gefahren. Aus den Speichern in Österreich würden auch Nachbarländer versorgt. Wohin das Gas aber tatsächlich gehe, sei Sache der Händler. Mit langfristigen Verträgen kaufe man auch Versorgungssicherheit mit, betonte Mitteregger. Erst im Vorjahr wurden die Gasspeicher in Österreich deutlich ausgebaut.

Mitteregger zufolge sind die Gaspreise aufgrund der Nachfrage kurzfristig um rund 20 Prozent gestiegen an den kurzfristigen Spotmärkten. Auch die Strompreise schnellten zwischen 20 und 30 Prozent hinauf, was ein Indiz für einen erhöhten Strombedarf sei. Nun würden viele Gaskraftwerke hochgefahren, um den Bedarf zu decken. So werde in Frankreich beispielsweise sehr stark mittels Strom geheizt.

Dem OMV-Experten zufolge ist es durchaus vereinbar, dass Russland behauptet Europa soviel Gas wie noch nie zur Verfügung zu stellen, obwohl gleichzeitig Lieferausfälle gemeldet werden. Die langfristigen Gasverträge mit Russland seien in der Regel flexibel und sehen eine Bandbreite bei den Gasmengen vor. In der jetzigen Kältewelle würden alle Kunden die maximalen Mengen bei Gazprom anmelden. Wenn das alle tun, entstehe eine gewisse Anspannung, sodass nicht gleichzeitig all diese Höchstmengen bedient werden können, hieß es.

Die OMV hat Gas-Speicherkapazitäten für 2,3 Mrd. Kubikmeter und die RAG verfügt über rund 5 Mrd. Kubikmeter. Österreich deckt rund die Hälfte seines Erdgasbedarfs mit Importen aus Russland. Der Erdgasverbrauch 2011 lag bei 8,4 Milliarden Kubikmeter. 


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