Verfasst am 05.07.2010 um 13:54, Autor: APA
Sparkassen wollen Erste-Aktien bündeln und Stimmrechte aktivieren
In neuer gemeinsamer Gesellschaft - Gespräche angelaufen
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Die Sparkassen planen, ihre derzeit zusammen 5,9 Prozent Aktien an der börsenotierten Erste Group künftig nicht mehr einzeln zu halten, sondern zu bündeln. Dazu könnten die Bundesländer-Sparkassen eine eigene Gesellschaft gründen, in der sie ihre kleinen Pakete zusammenlegen. Damit fallen auch Stimmrechts- und Kapitalbeschränkungen für diese Sparkassen-Aktien an der Ersten weg. Das Eigenkapital der Ersten erhöhte sich entsprechend. Wirksam werden könnte dies ab 2011.Die Sparkassen könnten demnach in künftigen Erste-Hauptversammlungen ihre Stimmrechte mit denen der Erste-Group-Hauptaktionärin ("Erste Stiftung", 26,1 Prozent) bündeln.

Für die Erste wirtschaftlich relevanter Nebeneffekt einer neuen Gesellschaftsstruktur für die Aktien der Sparkassen: Sie kann dann auch die bis dato als eigene Aktien der Sparkassen gewerteten Erste-Aktien als Eigenkapital anrechnen. Bisher war ihr das verwehrt.

Die Sparkassen wurden in den letzten Wochen in einer Informationsveranstaltung über diese Überlegungen informiert, "der Diskussionsprozess geht in diese Richtung", sagte der Sprecher der Erste Group, Michael Mauritz, zur APA. "Er hat gerade erst begonnen."

Dem nun endgültig formierten "Haftungsverbund neu" folgend gibt es strenge Bestimmungen für die eigenen Aktien, die die Sparkassen an der Ersten halten. Demnach muss jeder An- und Verkauf dieser eigenen Aktien im Aufsichtsrat der Ersten gebilligt werden. Was nach Angaben aus der Gruppe zwar ein Formalakt ist, aber die Handelbarkeit einschränkt. Mit den jetzigen Überlegungen würden mehrere Ziele auf einmal erreicht. Auch eine noch stärkere Kooperation auf Eigentümerebene (Anteilsverwaltungen, Stiftungen, Kassen). Ein Aufwertungseffekt sei aber nicht damit verbunden, heißt es.

Ziel sei es, die Eigentümerschaft der Sparkassen an der Erste Group stärker darzustellen, sagte Mauritz. Gerüchte, wonach es darauf hinauslaufen kann, dass die Sparkassen ihre Erste-Aktien in eine gemeinsame Gesellschaft mit den Aktien der Erste Stiftung zusammenlegen, wurden vom Erste-Sprecher heute zurückgewiesen. "Die Stiftung soll stärkster Aktionär bleiben". Künftig sei es aber natürlich möglich, dass Stiftung und Sparkassen in den Hauptversammlungen ihre Stimmrechte bündeln.

In Gremien der Ersten sind die Pläne in den letzten Junitagen besprochen worden. Entscheidungen sind bisher nicht gefallen. Dafür dürfte es, wie auch Mauritz schätzt, noch ein paar Monate dauern. 


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