Verfasst am 08.03.2011 um 13:16, Autor: APA
Vorzeigekonzern oder "Profit durch Zerstörung" - Andritz polarisiert
Leitner: Maßen uns nicht an, über Projektgenehmigung im Ausland zu urteilen - NGO: Rücksichtsloser als andere
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Der Grazer Anlagenbauer Andritz hat sich am Dienstag gegen Vorwürfe verteidigt, mit seinen Exporten in Lateinamerika und Asien zur Vertreibung von Ureinwohnern und zu Umweltzerstörung beizutragen. Andritz halte sich bei Projekten an selbst gegebene Vorgaben und verlasse sich darüber hinaus auf die Auflagen und Genehmigungsprozesse in den Exportländern, sagte Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner bei der Bilanzpressekonferenz. Der Anlagenbauer hatte im vergangenen Jahr profitabler gearbeitet als jemals zuvor."Wir sehen uns nicht als jemand, der sich anmaßt zu beurteilen, ob in einem Land mit einem funktionierenden Rechtssystem ein Projekt genehmigt werden sollte oder nicht. Das wäre Imperialismus pur", so Leitner. Protestaktionen durch NGOs hätten auf die Entwicklung der Projekte keinen nachteiligen Einfluss.

Andritz ist seit Jahren wegen der Beteiligung am türkischen Staudammprojekt Ilisu, dem Interesse an einer Zellstofffabrik im australischen Tasmanien (mittlerweile auf Eis gelegt) sowie wegen eines Groß-Kraftwerks in Belo Monte (Brasilien) im Visier von Umwelt- und kirchlichen Gruppen. Belo Monte/Andritz ist auch von dem aus Vorarlberg gebürtigen "Indianerbischof" Erwin Kräutler kritisiert worden.

Die Nichtregierungsorganisation ECA Watch wirft Andritz vor, durch diverse Projekte für die "Vertreibung" von bis zu 100.000 Menschen und die Ausrottung von bis zu 150 Tierarten verantwortlich zu sein. Andritz führe sich "rücksichtsloser" auf als vergleichbare Konzerne und "beteiligt sich auch an Projekten, bei denen selbst Mitkonkurrenten aussteigen", erklärte Kampagnen-Organisator Ulrich Eichelmann am Dienstag in einer Aussendung.

Aktivisten haben mehrfach öffentlich gegen die Andritz-Beteiligung an Projekten protestiert, die sie als ökologisch oder sozial schädlich beurteilen. Zuletzt hat Andritz eine Unterlassungsklage gegen Greenpeace und ECA Watch gewonnen, durch die sie Protestaktionen auf dem Grund des Unternehmens verhindern will. 


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