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Verfasst am 05.07.2010 um 17:25, Autor: MB
Kurier: Experten sehen Börsenerholung ab Herbst
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Die Wiener Börsen und andere Märkte dürften in den kommenden Monaten noch volatil durch das Sommerloch schlittern, gegen Jahresende stehen die Zeichen für eine Erholung aber gut, so das Fazit der Experten bei der von APA Finance und dem Börsenmedium Der Börsianer.com veranstalteten Forum.
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Der Sommer dürfte an der Wiener Börse vorerst noch ruhig bleiben. "Wir werden nahtlos vom Fußball-Loch in das Sommerloch übergehen", erwartet Alfred Reisenberger, Chefanalyst von CA Cheuvreux Österreich. Der Wiener Aktienindex ATX dürfte im Sommer vorerst nicht vom Fleck kommen, glaubt Reisenberger. Kleinere Börsen wie Wien werden derzeit von internationalen Investoren gemieden, da im Zuge der Finanzkrise auch die großen "Big-Caps", also Aktien großer Weltkonzerne, auf günstige Bewertungsniveaus gefallen sind, erklärt der Analyst. Entsprechend seien auch die Börsenumsätze in Wien zuletzt zurück gegangen.
Günstige Bewertungen und Ratings sprechen für Wien
Die guten Bonitätsratings österreichischer Staatsanleihen könnten den Börsenplatz Wien aber wieder zurück auf den Radarschirm internationaler Anleger bringen, glaubt Paul Severin, Investmentstratege bei der Erste Group-Fondstochter Sparinvest. Kurzfristig sind Markttechnik und Sentiment zwar angeschlagen, das Auslaufen der Konjunkturprogramme, der Fokus auf Schuldentilgung und die Ängste vor einem zweiten Abrutschen in eine Rezession ("double dip") sprechen vorerst für eine volatile Seitwärtsbewegung an den Weltbörsen. Mittelfristig sollte Österreich aber von soliden Unternehmensgewinnen, dem niedrigen Zinsniveau und den guten Bonitätsratings profitieren.
"Länderrisiken spielen derzeit eine enorme Rolle an den Märkten, wie sie so lange nicht mehr gespielt haben", erklärt Severin. Und hier kann Österreich weiter mit Triple-A-Ratings aufwarten. Im Gegensatz zu anderen Ländern der Eurozone wird Österreich im Hinblick auf seine Bonität an den Märkten nicht hinterfragt, so der Experte. Das sei eine gute Voraussetzung für eine positive Entwicklung der Wiener Börse. Sollten die Gewinne heimischer Unternehmen heuer im Rahmen der Prognosen ausfallen, sind heimische Aktien im internationalen Vergleich auch sehr günstig bewertet, so Severin.
Nach einer kurzfristigen Konsolidierung dürfte der ATX zu Jahresende höher stehen, ist der Experte überzeugt. Auf Grund der Marktturbulenzen empfiehlt Severin aber derzeit vor allem defensive Titel wie Telekom und Post sowie Versorger-Aktien. Zyklische Aktien werden bei der Sparinvest derzeit untergewichtet.
Zinsen bleiben im Keller
Auch Christian Pabst, Chef der Österreich-Niederlassung von Fidelity International, erwartet kurzfristig eine holprige Entwicklung der Börsen, sieht aber gute Chancen für eine Erholung ab Herbst. So haben sich die Unternehmensgewinne zuletzt erfreulich entwickelt, was sich auch an den Finanzmärkten niederschlagen sollte. Unterstützt werden sollten die Börsen auch vom niedrigen Zinsniveau. "Wir werden auf längere Zeit niedrige Zinsen haben - wegen der fehlenden Inflation und dem schwachen Wachstum", erwartet Martin Bohn, Chief Investment Officer der Bawag P.S.K. Invest.
Besonders gute Performance-Chancen ortet Martin Linsbichler, Österreich-Chef von Franklin Templeton Investments für Grenzmärkte ("Frontier Markets"), also Märkte die den Wachstumssprung der Schwellenländer noch großteils vor sich haben. "Nach unseren Erwartungen dürften manche dieser Frontier Markets in Zukunft eine recht wichtige Rolle spielen und sich früher oder später zu ausgewachsenen Schwellenländern entwickeln", so Linsbichler.
Wegen ihrer niedrigen Korrelation mit anderen Märkten sei ein Investment in Grenzmärkte auch ein gutes Mittel zu Diversifizierung und Risikostreuung. Als Beispiele für aussichtsreiche Aktien aus Grenzmärkten nennt Linsbichler etwa die United Bank for Africa, die südafrikanische MTN Group, die Ecobank Transnational und die ägyptische Orascom Construction Industries.
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