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Verfasst am 14.04.2011 um 11:06, Autor: MB
ORF.at: Griechenland fällt, andere Staaten nicht
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Dass nach Irland und Portugal weitere Länder unter dem Euro-Rettungsschirm Schutz suchen müssen, sei jedoch unwahrscheinlich - das war die allgemeine Einschätzung beim Expertenforum „Q-Check“ von APA-Finance und Derboersianer.com gestern Abend.
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„Griechenland wird es nicht schaffen, hier wird es eine Umstrukturierung geben“, sagte etwa Martin Bohn, Chief Investment Officer der BAWAG PSK, „die anderen werden es schaffen.“ Italien und Spanien hätten sich von den anderen Schuldenstaaten entkoppelt, „im Moment geht der Markt davon aus, dass sich diese Länder gut behauptet haben“. Dennoch sei das „Rückschlagspotenzial“ hoch.
Ähnlich sieht das auch der Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria, Stefan Bruckbauer. „Ich bin davon überzeugt, dass Griechenland umgeschuldet wird.“ Spanien stehe hingegen bei weitem nicht so schlecht da wie oft dargestellt: „Spanien hat deutlich weniger Schulden als Österreich.“ Italien wiederum sei tatsächlich hoch verschuldet, „aber die Italiener schulden sich das Geld selbst“, so Bruckbauer.
Griechenland in Zahlungsrückstand
Griechenlands öffentliche Kassen sind trotz der zugesagten Notkredite der Euro-Partner in Milliardenhöhe leer. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou räumte in einem Interview Zahlungsrückstände gegenüber nationalen und ausländischen Unternehmen ein. „Wir sind dabei, diese ausstehenden Zahlungen zu beschleunigen“, sagte Papakonstantinou dem „Handelsblatt“ (Mittwoch-Ausgabe).
Das Land schuldet dem Bericht zufolge allein der deutschen Privatwirtschaft rund 500 Millionen Euro. Weltweit seien die Außenstände nach Angaben des Ministers etwa zehnmal so hoch, schrieb das Blatt. Eine Umschuldung lehnt der Minister weiter ab: „Der damit verbundene Vertrauensverlust hätte zur Folge, dass wir auf lange Zeit von den Finanzmärkten ausgeschlossen blieben.“
Ratingagentur: Bei Umschuldung großer Schuldenschnitt
Griechenlands Gläubiger müssten nach Überzeugung der Ratingagentur Standard & Poor’s im Falle einer Umschuldung auf große Teile ihrer Forderungen verzichten. Er rechne mit einem Schnitt der Verbindlichkeiten „um 50 bis 70 Prozent des aktuellen Werts“, sagte Moritz Kraemer, Leiter des S&P-Teams für die Bewertung europäischer Staaten, der „Zeit“ (Donnerstag).
Es sei zwar denkbar, dass Europa im Ernstfall zunächst nur eine Streckung von Laufzeiten oder eine Reduzierung von Zinszahlungen erwäge. „Wir aber halten es für wenig sinnvoll - und daher auch für wenig wahrscheinlich -, die enormen Folgen eines solchen Schrittes für den Marktzugang und die Finanzierungskosten eines Landes in Kauf zu nehmen, wenn man die Schuldenlast zugleich nur von aktuell 160 Prozent auf 130 Prozent senkt“, sagte Kraemer. Die Wahrscheinlichkeit einer Umschuldung Griechenlands bezifferte er auf „fast ein Drittel“.
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