Heidelberger Druck - was für eine Enttäuschung!

Dabei hatte Bernhard Schreier, der Vorstandschef des angeschlagenen Druckmaschinenbauers, jüngst in einem Interview mit der Wirtschaftswoche erklärt, dass die Messe die Erwartungen „übererfüllt“ habe. Dies, so Schreier, lasse einen „fantastischen Start“ beim Auftragseingang des Juni-Quartals erwarten; die Kurzarbeit im Unternehmen sei bereits seit Messebeginn beendet.
Immer noch nicht billig genug?
Dies sind durchaus Aussagen, die auf nichts weniger als eine deutliche Aufbesserung der Branchensituation hindeuten, auf die die leidgeprüften Aktionäre von Heidelberger Druckmaschinen schon so lange hoffen. Der Aktie, die in den vergangenen fünf Jahren um über 95 Prozent abgesackt ist, hätte dies durchaus wieder einen gewissen Schub geben können.
Stattdessen rutschte der Titel in den vergangenen Wochen aber noch weiter ab. Das Papier brach damit nicht nur aus der Seitwärts-Range zwischen 1,25 und 1,75 Euro – die über ein halbes Jahr lang Bestand gehabt hatte und eine solide Bodenbildung erwarten ließ - nach unten aus. Vielmehr landete die Aktie somit auch auf einem neuen mehrjährigen Tiefststand.
Klares Warnsignal
Dabei ist der neuerliche Kursverfall sicherlich auch in Zusammenhang mit dem allgemein sehr schlechten Abschneiden der Börsen weltweit zu sehen. Dennoch stellt die ausgesprochen schwache Entwicklung aus charttechnischer Sicht ein klares Warnsignal dar. Die Gesellschaft, die schon mehrere tiefgreifende Umstrukturierungen hinter sich brachte, ist offensichtlich gerade dabei, auch noch das letzte Quentchen Vertrauen der Investoren zu verlieren. Und dass die Nachrichtenlage eigentlich zu steigenden Kursen hätte führen sollen, stimmt noch zusätzlich bedenklich.
Anleger, die bei Heidelberger Druckmaschinen weiterhin von einem Sanierungserfolg und künftig wieder steigenden Kursen ausgehen, sollten den Titel in den kommenden Monaten genau im Auge behalten – und auf Anzeichen einer Kursstabilisierung hin untersuchen. Ein Einstieg bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt erscheint aber riskant.
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