Marktbericht Asien: Spanien vs. China

An den Märkten besteht die Befürchtung, dass Spanien unter den Rettungsschirm schlüpfen muss. Sorgen bereitete auch, dass die Ratingagentur Moody's jetzt Ernst macht und den Ausblick einiger europäischer Staaten auf negativ gesenkt hat. Darunter befindet sich auch Deutschland. Was vor wenigen Monaten noch für eine veritable Verkaufspanik gesorgt hätte, konnte jetzt nicht mehr nachhaltig beeindrucken. Doch aus China kam heute ein unverhoffter Lichtblick: Der vorläufige HSBC-Einkaufsmanagerindex für Juli konnte sich erneut verbessern und nähert sich allmählich der wichtigen Marke von 50 Zählern, die eine Expansionstendenz signalisiert. Marktbeobachter werten dies als Indiz dafür, dass sich die expansive Geldpolitik der chinesischen Notenbank nun positiv bemerkbar macht.
Japan: Elektronikwerte schwach
Der Nikkei 225 fiel heute um 0,2 Prozent auf 8.488 Stellen. Die positiven chinesischen Daten konnten die Kurse von Maschinenbauern beflügeln, die auch im Reich der Mitte aktiv sind. Komatsu legten 1,0 Prozent zu, während sich die Anteilsscheine von Fanuc um 0,6 Prozent verteuerten. Weitere Gewinner waren All Nippon Airways (+ 3,3 Prozent), NEC (+ 3,1 Prozent) und Aozora Bank (+ 2,8 Prozent). Elektronikwerte waren heute jedoch sehr schwach, was nur zum Teil auf den gesunken Euro-Kurs zurückzuführen war. Nachdem die Zeitschrift Nikkei darüber berichtet hatte, dass Sharp im vergangenen Quartal mit 100 Milliarden Yen einen größer als erwarteten Verlust eingefahren hat, fiel der Kurs um 1,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit 34 Jahren. Toshiba verbuchte ein Minus von 5,4 Prozent, als bekannt wurde, dass die Produktion von NAND-Flash-Speichern aufgrund der ungünstigen Preise zurückgefahren wird. Auf der Verliererliste standen zudem Kansai Electric Power (- 5,4 Prozent), Sumitomo Chemical (- 3,3 Prozent) und Olympus (- 2,8 Prozent).
Hongkong: CNOOC kann nicht überzeugen
Der Hang Seng Index korrigierte heute 0,8 Prozent auf 18.903 Zähler. Am frühen Morgen gab es Aufregung, da der Handel in den ersten Stunden aufgrund eines Taifuns ausgesetzt wurde. Vor allem Schnäppchenjäger griffen bei Aktien zu, die in den letzten Tagen unter die Räder gekommen waren. So verteuerte sich die Aktie von Sands China um 1,8 Prozent, während China Pacific Insurance 0,6 Prozent zulegten. Vergleichsweise stark waren nach wie vor die Telekomwerte China Telecom (+ 1,9 Prozent), China Mobile (+ 0,9 Prozent) und China Unicom (+ 0,2 Prozent). Der Hang Seng wurde jedoch von den Blue Chips CNOOC (- 4,0 Prozent) und HSBC (- 1,7 Prozent) nach unten gezogen. Dass CNOOC Nexen übernehmen will, sorgte trotz freundlicher Analystenkommentare kaum für gute Stimmung. Offenbar stören sich die Anleger daran, dass der Ölmulti dabei einen Aufschlag von 61 Prozent auf den Aktienkurs des kanadischen Energieriesen in Kauf genommen hat. Zudem standen auf der Verliererliste ZTE (- 4,1 Prozent), Zijin Mining (- 3,7 Prozent) und Sino Land (- 2,2 Prozent).
Heiter bis durchwachsen
Indiens Sensex steht aktuell 0,2 Prozent im Plus auf 16.918 Stellen. Auch der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,2 Prozent auf 2.146 Zähler, ebenso wie Südkoreas Kospi, der sich um 0,2 Prozent auf 1.794 Punkte verbesserte. In Thailand kletterte der SET um … erraten … 0,2 Prozent auf 1.188 Stellen. Der taiwanische TAIEX fiel jedoch um 0,3 Prozent auf 7.008 Zähler.
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