Marktbericht Asien: Zinssenkungen können nicht beeindrucken

Die gestern gefassten Entschlüsse der Notenbanken waren offenbar bereits in den Kursen eingepreist. Zudem sehen Finanzexperten die Leitzinssenkungen eher als symbolische Geste, die kaum Auswirkungen auf die Wirtschaft haben dürfte. Darüber hinaus haben sich die Währungshüter dazu entschieden, ihr Pulver vorerst trocken zu halten, obwohl es um die Weltkonjunktur nach wie vor nicht gut bestellt ist. Vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten hielten sich die Anleger in Asien und anderswo auffällig zurück. Die gestern veröffentlichten US-Daten waren widersprüchlich. Zudem ist die Gefahr groß, heute auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Selbst wenn die US-Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß negativ ausfallen sollten, könnte es zu einem Kuranstieg kommen, da sich auf diese Weise die Chance auf ein Eingreifen der US-Fed vergrößert. Gewiss ist diese Reaktion jedoch keineswegs.
Japan: Chemiewerte gesucht
Der Nikkei 225 fiel heute um 0,6 Prozent auf 9.021 Stellen. Der Kurs des Mobilfunkkonzerns Softbank legte 0,9 Prozent zu, nachdem die Analysten der Deutschen Bank die Gewinnprognose um 2,1 Prozent erhöht hatten. Der Immobilienkonzern Sumitomo Realty wurde von JP Morgan als Top Pick im Immobilien-Segment eingestuft. Daraufhin stieg der Kurs um 0,6 Prozent. Weitere Gewinner waren die Chemiekonzerne Mitsui Chemicals (+ 3,0 Prozent) und Mitsubishi Chemical (+ 2,2 Prozent), gefolgt von Nikon (+ 1,6 Prozent) und Yahoo Japan (+ 1,1 Prozent). Exportwerte wurden überwiegend verkauft. NEC war im Nikkei mit einem Minus von 4,9 Prozent der zweitgrößte Verlierer. Kursverluste verzeichneten auch Fujitsu, Ricoh (jeweils - 3,1 Prozent), Mitsubishi Electric (- 2,6 Prozent) und Canon (- 2,5 Prozent).
Hongkong: Banken geben ab
Der Hang Seng Index gab heute marginal um 0,04 Prozent ab auf 19.801 Zähler. Die Leitzinssenkung der chinesischen Notenbank konnte die Kurse der Versicherungskonzerne beflügeln. Der Kurs von AIA verbesserte sich um 2,6 Prozent, gefolgt von China Life Insurance (+ 2,1 Prozent) und Ping An Insurance (+ 1,5 Prozent). Auch bei chinesischen Immobilienkonzernen gab es daraufhin eine Rallye. Sowohl China Overseas Land (+ 4,8 Prozent), als auch China Resources Land (+ 1,0 Prozent) kletterten auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Nachdem Credit Suisse das Kursziel von Want Want China erhöht hatte, verteuerten sich die Anteilsscheine um 5,7 Prozent und belegten den ersten Platz im Hang Seng. Weitere Gewinner waren Zoomlion Heavy Industry (+ 4,4 Prozent), Dongfeng Motor Group (+ 2,7 Prozent) und die Airlines Air China und Cathay Pacific Airways (jeweils + 2,6 Prozent), Die Banken befanden sich jedoch auf der Verliererliste, da die gestrige Leitzinssenkung die Nettozinsmargen beeinträchtigen dürfte. Der Kurs der Bank of East Asia gab 3,5 Prozent ab, gefolgt von der China Construction Bank (- 2,6 Prozent) und der Bank of Communications (- 2,5 Prozent). Der größte Verlierer im Hang Seng war jedoch Esprit mit einem Minus von 3,9 Prozent.
China legt zu
Der chinesische Shanghai Composite stieg um 1,0 Prozent auf 2.223 Stellen. Thailands SET fiel unterdessen um 0,1 Prozent auf 1.200 Punkte, ebenso wie Indiens Sensex, der aktuell ein Minus von 0,1 Prozent auf 17.521 Zähler verbucht. Der taiwanische TAIEX verschlechterte sich um 0,3 Prozent auf 7.368 Stellen. Südkoreas Kospi korrigierte um 0,9 Prozent auf 1.858 Punkte.
Empfehlen
Matrix Schnellsuche
ANZEIGE






































