Air Berlin will nicht auf Flüge in Tegel verzichten
Deutsche Lufthansa AG

Hintergrund ist die verschobene Eröffnung des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg. Weil dieser erst zehn Monate später als geplant fertig wird, müssen die Fluggesellschaften übergangsweise weiter in Tegel und Schönefeld starten und landen.
Während Lufthansa, Air Berlin und andere Fluggesellschaften sich den inzwischen viel zu kleinen und alten Flughafen Tegel teilen müssen, fliegen andere Carrier aus Schönefeld. Die unterschiedlichen Betriebszeiten der Airports sorgen dabei für Konflikte.
In Tegel dürfen Maschinen bisher nur zwischen sechs und 23 Uhr starten und landen. Am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg sind auch frühere und spätere Flüge erlaubt.
Lufthansa und Air Berlin wollten mit der Eröffnung des neuen Flughafens am 3. Juni ihre Verbindungen von und nach Berlin ausbauen und hatten auf die längeren Betriebszeiten des neuen Airports gesetzt. Nachdem die Eröffnung aber ganz kurzfristig verschoben worden war, kamen sie in die Klemme.
Allerdings erhielten beide Airlines vom Betreiber des neuen Flughafens und Berliner Politikern die Zusagen, dass sie ihre neuen Flugpläne auf Tegel übertragen könnten. Dem ist nun aber nicht so.
Die Berliner Luftfahrtbehörde hatte am Donnerstag entschieden, dass in Tegel weiterhin keine Flüge vor 6 Uhr stattfinden dürfen. Mit Verweis auf das Ruhebedürfnis der Bevölkerung lehnte sie die Anträge der Fluggesellschaften ab.
Air Berlin passt das gar nicht. Die Airlines seien nicht Schuld daran, dass die Eröffnung des neuen Flughafens verschoben worden sei, sagte Vorstandsvorsitzender Hartmut Mehdorn. Aus diesem Grund solle der Senat flexibel auf die Anforderungen und berechtigten Wünsche der Fluggesellschaften reagieren.
"Ein Flugplan ist ein sehr komplexes Gebilde, das abhängig ist von Flugüberwachung, allen anzufliegenden Flughäfen und Anschlussverbindungen sowie von den jeweiligen Umläufen eines Flugzeugs", erklärte Mehdorn die missliche Lage. Wenn dabei ein Mosaikstein herausgelößt werde, werde der gesamte Ablauf zerstört.
Air Berlin fordert für den neuen Flugplan zwischen dem 3. Juni und dem 27. Oktober Ausnahmegenehmigungen für 32 Flüge zwischen 5.30 Uhr und 6.00 Uhr. Das sind im Durchschnitt alle fünf Tage ein Flug. Für die Zeit von 23 bis 23.15 Uhr hat die Airline Sondergenehmigungen für insgesamt 44 Verbindungen beantragt.
Air Berlin wollte sich am Freitag nicht dazu äußern, wie sich das Beibehalten des Flugverbots vor sechs Uhr auswirken wird.
Die Deutsche Lufthansa ist von dem in Tegel geltenden Flugverbot vor sechs Uhr indes nicht betroffen. Sie hat im Sommerflugplan keine Starts und Landungen in dieser Zeit vorgesehen.
Die Kranichlinie profitiert aber von einer Entscheidung der Luftfahrtbehörde, übergangsweise in Tegel für die Zeit zwischen 23.00 und 23.15 Uhr einzelne Flüge zu genehmigen. Lufthansa braucht diese Ausnahmen allerdings auch nur im Juni für vier Verbindungen pro Woche. Für die anderen Monate hat sie die Abflugzeiten so vorverlegt, dass die Maschinen vor 23 Uhr von der Startbahn abheben. Somit kann Deutschlands größter Carrier seinen Flugplan wie geplant anbieten.
- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires;
+49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com
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