BASF setzt auf Wachstum im Energiespeicher-Geschäft
BASF SE

Neue Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Speicherbatterien sollen dem BASF-Konzern helfen, sein jährliches Wachstumsziel von sechs Prozent zu erreichen. "Batteriematerialien sind ein fundamentaler Bestandteil der BASF-Strategie", sagte Markus Armbruster, Manager Global Electrolyte Strategy, auf einer Fachtagung zu Energiespeichern in Düsseldorf. Bis 2020 soll das klassische Chemiegeschäft bei der BASF nur noch 30 Prozent ausmachen, während das Geschäft mit Funktionellen Materialien, darunter Batterien, auf 70 Prozent wachsen soll.
Ausgangspunkt bei BASF für die Materialforschung und -entwicklung im Speicherbereich war die Elektromobilität. Nach einer fünfjährigen Ideen- und Projektphase hat der Konzern seit Januar seine Aktivitäten mit dem Erwerb von führenden Batteriespezialisten verstärkt und will künftig auch Materialien für stationäre Speicher, also Kraftwerke, entwickeln, wie Armbruster ausführte. In den vergangenen sechs Monaten kaufte der Ludwigshafener Konzern die US-Unternehmen Ovonik Battery Company (US), Novolyte und Sion Power sowie das Electrolyte-Geschäft von Merck, um sein Portfolio für Batteriematerialien auszuweiten.
"Wir sind keine Zellhersteller, sondern Systemanbieter für Batteriematerialien", betonte Armbruster. BASF setzt insbesondere auf die Entwicklung von Lithium-Schwefel-Batterien. Diese zeichnen sich laut Armbruster durch hohe Energiedichte und geringe Rohstoffkosten aus. Allerdings müsse noch deren Zyklenbeständigkeit, d.h. die Häufigkeit der Selbstentladung und des Aufladens, verbessert werden. Bis die Lithium-Schwefel-Technologie auf den Markt kommt, werde es noch zehn bis 15 Jahre dauern, erklärte der BASF-Manager. Bereits im Portfolio hat BASF die bekannten Lithium-Ionen-Batterien und Nickel-Metallhydrolite.
Auch der Essener Evonik-Konzern engagiert sich verstärkt im Bereich Speicherbatterien. So will Evonik Industries künftig Lithium-Ionen-Batterien im Megawatt-Maßstab auf den Markt bringen und hat dazu das Lessy-Projekt mit einer Laufzeit aufgesetzt. Die Speicherkapazität der 1-Megawatt-Speicherbatterien soll etwa 700 Kilowattstunden (kWh) betragen.
Der Umbau der elektrischen Energieversorgung hin zur Dezentralisierung erfordere neue Ausgleichsmöglichkeiten wie etwa skalierbare Batteriespeicher, so Wolfgang Deis vom Science-to-Business Center Eco2 bei Evonik Industries. Nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums wird der Anteil nicht regelbarer Energieerzeugungsanlagen - vorwiegend Wind- und Solarenergie - im Jahr 2025 bei 50 Prozent liegen. Der Großteil davon werde dezentral in Niederspannungsnetzen eingebunden sein, erklärte Deis.
Großbatteriespeicher werden laut Deis unter anderem für die Verteilung von Lastspitzen, unterbrechbarer Stromversorgung, Regelung der Netzspannung und den Ausgleich fluktuierender Erzeugungsanlagen eingesetzt. Als Vorteile der Lithium-Ionen-Technologie nennt Evonik Industries neben der hohen Leistungs- und Energiedichte auch eine hohe Sicherheit, niedrige Selbstentladung, hohe Zyklenbeständigkeit sowie einen großen nutzbaren Lastbereich.
Kontakt zum Autor: ali.ulucay@dowjones.com
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