Donnerstag, 23.05.2013 - aktualisiert um 08:22 MEZ
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© BAYER AG
Die Bayer AG will auch im kommenden Jahr Milliarden in Forschung und Entwicklung investieren. Das Budget soll dabei in etwa auf dem Niveau des Vorjahres von 3,1 Mrd EUR liegen, kündigte der Vorstandsvorsitzende des Chemie- und Pharmakonzern, Marijn Dekkers, am Mittwoch bei der Präsentation der Forschungspläne in Leverkusen an. Dekkers setzt dabei auf Innovationen: "Von ihrer Entwicklung und ihrer Vermarktung hängt unser Erfolg im Wettbewerb ab", sagte der Manager.

2010 investiert Bayer so viel wie nie zuvor, die geplanten 3,1 Mrd EUR bedeuten eine Steigerung von rund 13% im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Gelder fließen in die Teilkonzerne HealthCare und CropScience. Mit 67% habe HealthCare den größten Anteil am Budget gehabt, sagte Dekkers. "Unsere Pharmapipeline ist aktuell mit insgesamt über 50 Projekten in allen klinischen Phasen gut gefüllt."

Große Hoffnungen setzt Bayer dabei vor allem auf den Blutgerinner "Xarelto". Hier hatte der DAX-Konzern jüngst mehrere Erfolge in Phase-III-Studien vermeldet. In einer Randindikation ist das Mittel mit dem Wirkstoff Rivaroxaban bereits in mehreren Ländern zugelassen. Das Spitzenumsatzpotenzial sieht Forschungsvorstand Wolfgang Plischke weiterhin bei mehr als 2 Mrd EUR jährlich.

Weiteres hohes Potenzial wird den Substanzen Riociguat (Herz-Kreislauf) sowie dem Augen-Mittel VEGF Trap-Eye zugetraut. Fortschritte habe es zudem bei der weiteren Erforschung des Krebsmittels Nexavar gegeben, welches ebenfalls zu Bayers wichtigsten neuen Präparaten gehört.

CropScience folgt mit 25% am Gesamtbudget. In den Jahren 2000 bis 2009 hat der Agrarchemiebereich 23 neue Wirkstoffe auf den Markt gebracht, bis 2012 sollen sechs weitere im klassischen Pflanzenschutz folgen. Diese haben ein Gesamtumsatzpotenzial von 1 Mrd EUR. Neben dem klassischen Pflanzenschutz setzt Bayer dabei vor allem auf den Ausbau des Geschäfts mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften.

Mit 7% entfällt auf das Kunststoffgeschäft Materialscience zwar der geringste Anteil des Forschungsbudget, doch auch hier setzt Bayer auf neue Anwendungen. Dabei will sich Bayer auf die Kernbereiche Polycarbonate und Polyurethane konzentrieren. So sollen etwa die Produktionskapazitäten im Wachstumsmarkt China deutlich ausgebaut werden.

Dekkers bekräftigte, dass Bayer in den kommenden Jahren einen hohen Investitionsbedarf haben wird - zum Einen in neue Produkte insbesondere bei HealthCare und CropScience, zum Anderen in die Expansion in Schwellenländer. Dem stehen ein Umsatz- und Ergebnisdruck bei beiden Teilkonzernen aufgrund schwieriger Marktbedingungen im Zusammenhang mit den Reformen im Gesundheitswesen in vielen Ländern sowie zunehmend stärker werdende Generikakonkurrenz entgegen.

Im Pharmabereich ist insbesondere das Verhütungsmittel "YAZ" in den USA von Nachahmerprodukten betroffen. Auch der zweite Bayer-Bestseller, das Multiple-Sklerose-Präparat "Betaseron", hat durch ein neues Präparat des schweizerischen Wettbewerbers Novartis Konkurrenz bekommen.

Deswegen will Bayer Mittel umschichten. Prozesse sollen verschlankt werden. Das Unternehmen hat dazu wie bereits bekannt Effizienz- und Sparmaßnahmen eingeleitet. Damit verbunden ist auch ein Abbau von etwa 4.500 Stellen, davon rund 1.700 in Deutschland. Im Gegenzug sollen 2.500 Arbeitsplätze vor allem in den Schwellenländern geschaffen werden. Die Einsparungen sollen bei 800 Mio EUR jährlich ab 2013 liegen, wovon die Hälfte reinvestiert werden soll.

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende kritisierte bei der Vorstellung der Pläne die mangelnde Akzeptanz neuer Technologien, insbesondere in Deutschland. Als Beispiel verwies Dekkers auf die Debatte um die "Grüne Gentechnik".
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Verfasst am 08.12.2010 um 11:45, Autor: dj
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