Beiersdorf will nach Konzernumbau endlich wieder wachsen
Beiersdorf Aktiengesellschaft

Darauf warten die Aktionäre des Hamburger Konzerns schon seit geraumer Zeit. Sie mussten in den vergangenen Jahren immer wieder Einbußen hinnehmen, die die dringend erforderliche Neuaufstellung der Pflegesparte und die Konzentration auf starke Marken wie Nivea mit sich brachte. Viele Produkte lagen viel zu lange in den Regalen der Händler. Sie wurden jetzt aus dem Sortiment genommen.
Die kleinere Sparte tesa entwickelte sich hingegen viel besser. Der Hersteller selbstklebender Systemlösungen trotzte dem teilweise volatilen Umfeld und punktete vor allem mit Innovationen. Allerdings profitierte dieser Bereich auch vom eigenen Umbau, den der Vorstand in den Jahren der globalen Finanzkrise schon vorgenommen hatte.
Die Veränderungen in der Pflegesparte belasteten den Konzern 2011 mit hohen außerordentlichen Aufwendungen. Das Schlimmste sieht der Vorstand nun aber hinter sich. Er geht davon aus, dass die erfolgte Bereinigung des Sortiments, die Konzentration auf die starken Pflegemarken sowie die stärkere Regionalisierung des Geschäftes künftig die Kasse wieder klingen lassen.
Quaas wird dann jedoch nicht mehr an der Spitze des Unternehmens stehen. Er gibt den Stab nach der Hauptversammlung im April an seinen Nachfolger Stefan F. Heidenreich weiter.
Beiersdorf will in seiner Pflegesparte, in der die großen Marken Nivea, Labello, Eucerin und La Prairie zu Hause sind, im laufenden Jahr genauso schnell wie der Markt wachsen. Steigende Einnahmen sollen sich dann auch endlich wieder auszahlen und zu einer besseren operativen EBIT-Umsatzrendite führen.
tesa soll sich indes besser entwickeln und schneller als der Markt wachsen. Zwar geht das Management im Klebebandmarkt von erheblichen Unsicherheiten wegen der Schuldenkrise in Europa aus. Innovationen und gute Absätze in den Wachstumsmärkten sollen hier aber einen Ausgleich schaffen und operativ zu einem höheren Ergebnis führen.
Beiersdorf, die im Mark mit Unilever, Henkel und L´Oreal verglichen wird, will aber nicht nur im laufenden Jahr besser als bisher dastehen. Der Umsatz soll auch künftig von Jahr zu Jahr wachsen und zumindest bis 2013 die operative Rendite weiter steigen lassen.
Das ist nach Einschätzung von Beobachtern auch dringend nötig. Allein im Vorjahr führte der Konzernumbau dazu, dass die Einnahmen nur gering wuchsen und Sonderaufwendungen den Konzerngewinn auf knapp 260 Millionen Euro sinken ließen.
- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,
+49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com
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