Freitag, 24.05.2013 - aktualisiert um 07:22 MEZ
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EADS N.V.
Der US-Flugzeugbauer Boeing lässt sich von den Zweifeln seines europäischen Rivalen Airbus nicht aus der Ruhe bringen. Man werde auch weiterhin an dem Plan festhalten, die Produktionsrate für die Neuauflage des Erfolgsmodells 737 zu erhöhen, sagte Vize-Marketingchef Randy Tinseth zu Dow Jones Newswires.

Airbus hatte in der vergangenen Woche angezweifelt, die Produktion ihrer sogenannten "Single-Aisle"-Flugzeuge stärker als bislang bis Oktober geplant auszubauen. Vertreter des Konzerns verwiesen auf die europäische Finanzkrise, die Auswirkungen auf die Lieferkette des Unternehmens und ein schwierigeres Umfeld für die Finanzierung.

Boeing gibt sich selbstbewußt. Man halte mit dem Marktausblick Schritt, sagte Tenseth. Das Produktionstempo werde auch von den Zulieferern gehalten, die Zahlungen der Kunden kämen überdies pünktlich.

Derzeit produzieren die Amerikaner im Monat 35 Flugzeuge der neuen 737-Generation. Die Fertigung soll bis zum zweiten Quartal 2013 nach und nach auf 38 aufgestockt werden. In der ersten Hälfte 2014 sollen dann 42 Maschinen die Produktionshallen verlassen.

"Wir tasten uns langsam an diese Erhöhung heran", sagte der Manager am Rande der Präsentation des 737 MAX. Dieses neue Modell ist eine effizientere Variante des Erfolgstyps 737 NG. Es soll ab dem vierten Quartal 2017 an die Kunden ausgeliefert werden.

Airbus stellt aktuell monatlich 40 Flugzeuge der Kategorie "Standardrumpfflugzeug" her, das sind Maschinen mit nur einem Mittelgang. Ab Oktober sollen es 42 sein, in den kommenden Jahren soll die Fertigung auf 44 oder mehr steigen. Die EADS-Tochter hat einen riesigen Orderbestand. Auf den Büchern liegen derzeit Bestellungen für 3.290 Maschinen dieser Kategorie. Außerdem will Airbus die Wartezeiten reduzieren, da Airlines es sich oft nicht leisten können, mehrere Jahre auf neue Flugzeuge zu warten. Zu viele Maschinen sollen es aber nicht werden. "Im Moment sagen wir: 42 sind genug", sagte letzte Woche Tom Williams von Airbus.

Boeing lässt die Vorsicht seines Erzrivalen kalt, man habe in Chicago stets ein wachsames Auge auf den Markt. "Wir nehmen uns Zeit um sicherzustellen, dass unsere Zulieferer bereit sind, und dass der Markt für uns bereit ist", so Tinseth. "Wir schauen uns die Bedingungen auf monatlicher Basis aus einer Marktperspektive an, einer Kundenperspektive und einer Produktionsperspektive", sagte er. "Wir achten ferner darauf, ob Vorauszahlungen eintreffen und ob die Anträge auf Lieferverschiebung nach oben gehen". Letzteres sei im Moment nicht zu erkennen.

Wie Airbus auch hat Boeing Polster in seinen Produktionsprozess eingebaut. Es werden mehr Bestellungen eingebucht als das Unternehmen liefern kann. Freiwerdende Produktionsfenster können dank dieser Überbuchung schnell gefüllt werden.

"Wir schauen uns an, wie der Markt in fünf Jahren voraussichtlich aussehen wird, und wir schauen uns an, wie es mit der Produktionsrate der Konkurrenz aussieht", sagte Tinseth. "Schließlich beziehen wir noch die Stilllegungen innerhalb unserer Flotte mit ein."

Der Manager bestätigte, dass Boeing in diesem Jahr zwischen 585 und 600 Flugzeuge ausliefern will. Der Auftragseingang werde die Lieferungen ausstechen, vor allem dank der Bestellungen für den 737 MAX. Boeing hat Anfragen für über 1.000 Flugzeuge dieses Typs, 451 davon sind fest bestellt

Die EADS-Tochter Airbus will dieses Jahr "mehr als 570" Flugzeuge ausliefern. Auch Airbus erwartet, dass durch neue Orders die Auslieferungen übertroffen werden. Ein Jahr vor Boeings Entschluss, mit dem 737 MAX auf den Markt zu kommen, hatte Airbus bereits den A320neo auf den Weg gebracht. Bei Standardrumpfflugzeugen hatte Airbus im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 70 Prozent.

Boeing strebt laut Tinseth zunächst einen ausgeglichenen Markt zwischen den beiden Herstellern an. "Sobald wir einen Gleichstand zwischen dem A320 und dem 737 NG erreicht habe, werden wir von dort sehen, wie wir unseren Marktanteil steigern", sagte er.

-Von David Pearson, Dow Jones Newswires;

+49 (0)69 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com
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Verfasst am 29.05.2012 um 18:17, Autor: dj
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