Deutsche Börse peilt für 2012 Umsatz auf Rekordniveau an
Deutsche Börse AG

Für das künftige Wachstum setzt die Börse nicht mehr auf umfangreiche Fusionen und Übernahmen. Sie passe sich damit der zunehmend regionalen Marktsicht der Aufsichtsbehörden an, sagte Francioni. Im Blick stünden nun vor allem Partnerschaften, wobei sich die Nachhandelstochter Clearstream als auch die Derivatetochter Eurex auf die wachstumsstarke Region Asien konzentrieren werde. Der Bereich Xetra werde vor allem Osteuropa in den Blick nehmen. Die Börsen dort sind sehr stark auf das Kassageschäft mit Aktien fokussiert.
Zum anderen will der Börsenbetreiber die heute noch unregulierten Märkte wie den außerbörslichen Derivatehandel angreifen. Die jüngste EU-Verordnung EMIR, die schon im Frühjahr in Kraft treten könnte, dürfte diese Anstrengungen befördern. Der so genannte OTC-Bereich, in dem vor allem Banken untereinander frei von Restriktionen und sehr profitabel Derivate handeln, wird künftig stärker reguliert und muss besichert werden.
Als ersten Schritt will die Börse mit der Einführung von EMIR ein entsprechend aufgelegtes Clearingangebot für außerbörslich gehandelte Derivate anbieten. Zudem soll das Risikomanagement-Modell angepasst werden, damit Marktteilnehmer Börsengeschäfte und außerbörsliche Transaktionen künftig gegeneinander aufrechnen können. Damit können diese ihr Kapital deutlich effizienter einsetzen.
Im Erfolgsfall locken hier massive Umsatzsteigerungen für die Börse, weil der OTC-Bereich bisher noch deutlich größer ist als der über Börsen abgewickelte Handel. "Wir haben es hier mit einem großen Markt zu tun und wollen uns einen großen Teil vom Kuchen herausschneiden", sagte Francioni.
Als drittes Feld will die Börse ihre Technologieführerschaft zum Beispiel bei den Handelssystemen ausbauen. Zu diesem Zweck hatte sie bereits gestern angekündigt, den IT-Bereich breiter auszustellen. Das gesamte interne Knowhow auf diesem Gebiet soll gebündelt werden, um dieses in voller Breite extern nutzen zu können. Francioni rechnet auch hier "mit interessanten Wachstumsraten".
-Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 - 29725 115, joern.rehren@dowjones.com
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