Deutsche Wohnen setzt auf Mieterhöhungen

Der Großteil der von der Barclays Bank erworbenen Immobilien der BauBeCon Gruppe kämen ohne Solzialcharta und seien teilweise sogar preisfrei. "Wir werden überdurchschnittlich von Miet- und Preissteigerungen in diesem Portfolio profitieren können", erläuterte Zahn.
Die Mieter dürfte diese Nachricht wenig erfreuen. Zwar stellte die Deutsche Wohnen Renovierungen in Aussicht, dafür sollen die Mieter dann aber mehr Geld bezahlen. Insbesondere die Mieter in Berlin werden von dieser Entwicklung betroffen sein, erläuterte Zahn in der Präsentation.
Mit rund 1,2 Milliarden Euro wird der Unternehmenswert des übernommenen Portfolios angegeben. Bis zu 60 Mitarbeiter wird Deutsche Wohnen benötigen, um dieses Portfolio zu bewirtschaften. Pläne für die Integration schmiedet das Unternehmen schon seit einer ganzen Weile. Bereits im vergangenen Jahr habe man mit BauBeCon direkt über eine Übernahme verhandelt.
Ganz ohne eine weitere Kapitalerhöhung will Zahn die Übernahme stemmen. Dafür werde ein "guter Teil" der im November abgeschlossenen Maßnahme eingesetzt. Diese hatte dem Unternehmen einen Bruttoemissionserlös von rund 186,5 Millionen Euro in die Kassen gespült. Zudem lägen bereits Darlehenszusagen von 800 Millionen Euro vor.
Bereits mit Vorlage der Zahlen für das erste Quartal 2012 hatte Deutsche Wohnen bewiesen, dass es mit Zukäufen deutliches Wachstumspotenzial gibt. Nach Übernahmen kletterte der Konzerngewinn um rund 70 Prozent auf 14,4 Millionen Euro.
So schnell wie möglich will der Vorstandsvorsitzende den Deal jetzt abschließen. Denn dann könne man sich der Integration und der Hebung von Synergien widmen. Außerdem sollen nicht alle der zugekauften 23.500 Wohnungen im Portfolio bleiben. Rund 18 Prozent hat das Immobilienunternehmen als verkäuflich definiert. Alle Einheiten, die nicht in den Kernregionen Hanover-Braunschweig-Magdeburg, Berlin, Rheinland, Rhein-Main-Gebiet sowie Kiel und Lübeck liegen, könnten unter den Hammer kommen.
Trotzdem will Deutsche Wohnen bis zum Jahresende über 75.000 Wohneinheiten verfügen. Durch den Zukauf besitzt die Deutsche Wohnen aktuell rund 73.500 Wohnungen. Drei weitere Deals würden derzeit exklusiv verhandelt. Ob er für deren Umsetzung eine Kapitalerhöhung benötigen werde, dazu wollte sich der Vorstandschef nicht konkret äußern.
Interesse an den derzeit zum Verkauf stehenden ehemaligen Treuhand-Unternehmen TLG Immobilien GmbH und TLG Wohnen GmbH habe er keinerlei Interesse, stellte der Deutsche-Wohnen-Chef mehrfach klar.
Mit dem Erfolg beim BauBeCon-Kauf kommt Deutsche Wohnen der Konkurrentin GSW Immobilien zuvor. In den Medien war in den vergangenen Wochen spekuliert worden, dass GSW ebenfalls Interesse am Erwerb der Gesellschaft habe.
-Von Alexandra Edinger, Dow Jones Newswires,
+49 69 29 725 112, alexandra.edinger@dowjones.com
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