Donnerstag, 23.05.2013 - aktualisiert um 12:14 MEZ
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EADS N.V.
Die robuste Nachfrage nach Flugzeugen, höhere Preise und Verbesserungen im operativen Geschäft haben Umsatz und Gewinn von EADS im ersten Quartal zwar in die Höhe getrieben. Die optimistischen Gewinnprognosen der Analysten verfehlte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern jedoch. Belastend wirkten sich Reparaturkosten für die Risse an den Großraumflugzeugen A380 aus.

Der im Erstquartal verzeichnete Anstieg der Einnahmen um 16 Prozent auf mehr als 11 Milliarden Euro führte zu einer Verbesserung des Nettogewinns auf 133 Millionen Euro. Analysten hatten allerdings 80 Millionen Euro mehr erwartet. Dennoch stellt der Gewinn eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr dar, als noch ein Verlust von 12 Millionen Euro entstanden war. Das EBIT verbesserte sich auch dank positiver Währungseffekte um knapp 80 Prozent auf 343 Millionen Euro.

EADS kündigte an, ihre Tochter Airbus habe eine dauerhafte Lösung für die Verhinderung von Rissen in den Flügeln des Großraumjets A380 gefunden. Die Nachrüstung aller 71 bis Ende März ausgelieferten Maschinen falle aber komplexer und teurer aus als bislang angenommen. Im ersten Quartal verbuchte EADS deswegen einen zusätzlichen Aufwand 158 Millionen Euro als Einmaleffekt. Im vierten Quartal 2011 waren bereits 105 Millionen Euro für die Schadenregulierung angefallen.

Damit ist dieser Rückschlag aber in den Büchern noch nicht abgearbeitet. Das Unternehmen stellte für 2012 weitere Kosten in Aussicht, die sich zum Jahresende auf 260 Millionen Euro summieren könnten. Sie sind für die Reparaturen der Flugzeuge gedacht, die erst 2013 ausgeliefert werden.

Die Zusatzkosten wirken sich dieses und nächstes Jahre negativ auf die geplante Steigerung des operativen Ergebnisses in diesem Großprogramm aus. Am Auslieferungsziel von 30 Maschinen im laufenden Jahr rüttelte der Vorstand aber nicht. Die Fertigung der Maschinen habe sich auch im abgelaufenen Quartal verbessert.

Der Blick des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Louis Gallois auf das laufende Geschäftsjahr wird sogar etwas optimistischer. Der Manager rechnet jetzt aufgrund eines Steuersatzes von knapp unter 30 Prozent und der steigenden Zuversicht über die weitere Entwicklung des operativen Geschäfts mit einem Ergebnis je Aktie vor Einmaleffekten von über 1,85 Euro. Bisher hatte er 20 Cent weniger prognostiziert.

Der Umsatz soll weiterhin um mehr als 6 Prozent steigen und das berichtete Ergebnis je Aktie über das Vorjahresniveau von 1,27 Euro heben. Erreichen will der Konzern dies mit rund 570 Flugzeugauslieferungen und weiteren Verbesserungen bei der Produktion des Großraumflugzeuges A380.

Am Markt kam dieser positive Blick in die Zukunft gut an und dürfte nach Aussagen eines Händlers die verfehlten Analystenprognosen wettmachen.

Bei der DZ Bank stießen aber auch Umsatz und Gewinn auf positives Echo. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern hatte Analyst Markus Turnwald nämlich schlechtere Werte erwartet. Ihn überraschte die Erhöhung des Ausblicks nicht, da er die bisherige Prognose zu konservativ fand. Die Belastungen für die A380-Risse bezeichnete er aber als sehr hoch.

Das Analysehaus Bernstein zeigte sich vor allem über die gute Entwicklung bei Airbus erfreut. Ohne die Sonderaufwendungen für die Reparatur der Tragflächenrisse habe die Sparte eine Marge von 3,8 Prozent erzielt und damit die höchste Profitabilität seit dem zweiten Quartal 2009.

EADS räumte aber auch ein, dass die Schlüsselprogramme des Konzerns, die A380, das zweistrahlige Großraumflugzeug A350XWB und der Militärtransporter A400M weiterhin ein hohes Augenmerk fordern. Zwar schreite die Produktion der A350XWB voran, dennoch bleibe der Zeitplan sehr anspruchsvoll.

Das geplante Konzernwachstum sieht der Vorstand durch den steigenden Auftragseingang untermauert. Dank vielfacher Bestellung des neuen Spritsparmodells A320 neo erhöhte sich dieser um mehr als 90 Prozent auf 12 Milliarden Euro. Airbus reagierte bereits auf diesen hohen Bedarf und erhöhte die Produktionsrate der A320-Familie von 38 auf 40 Maschinen. Außerdem will der Konzern auch mehr A330 herstellen.

Zum Umsatz- und Gewinnplus haben neben Airbus auch die anderen Einheiten des Konzerns beigetragen. Lediglich die Verteidigungssparte Cassidian konnte ihr operatives Ergebnis nicht verbessern und nur auf Vorjahresniveau halten. Belastend wirkten sich die Kosten für den Umbau und die Internationalisierung der Sparte aus. Dieser Bereich leidet unter rückläufigen Regierungsbudgets für Verteidigungszwecke.

- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,

+49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com
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Verfasst am 16.05.2012 um 11:12, Autor: dj
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