Donnerstag, 23.05.2013 - aktualisiert um 18:14 MEZ
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Deutsche Bank AG
Nach viel Gegenwind von den Investoren kann die Deutsche Bank nun doch entspannt der Hauptversammlung am 31. Mai entgegenblicken. Der mit Abstand größte Aktionärsberater Institutional Shareholder Services (ISS) will den Aufsichtsrat entlasten, wie aus einem Dow Jones vorliegenden Dokument hervorgeht. Das Führungsdebakel bei der Frage um die Nachfolge von Josef Ackermann und Aufsichtsratschef Clemens-Börsig verdiene zwar Kritik, heißt es darin, jedoch sei die Auswahl der neuen Führungsköpfe letztlich sehr gut, so dass ein Gegenantrag nicht notwendig sei.

Das Wort des Aktionärsberaters ist von Gewicht: Viele Fonds lassen sich von IIS beraten und halten sich an die Empfehlung.

Die Unterstützung ist der Deutschen Bank mehr als willkommen: Nach dem Londoner Investor Hermes hatten jüngst auch die Aktionärsberater Glass, Lewis & Co sowie Ivox empfohlen, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Auch auf deutscher Seite kann sich die Deutsche Bank nicht der Unterstützung der Investoren sicher sein. So will sich die Fondsgesellschaft Union Investment noch überlegen, wie sie bei der Hauptversammlung am 31. Mai abstimmt.

Die internen Machtkämpfe bei der Regelung der Nachfolge von Josef Ackermann hätten der Bank geschadet, lautet unisono die Klage der Investoren. Tatsächlich war die Nachfolge für den Vorstandsvorsitz von einer Serie von Pannen begleitet: Während Ackermann bei seiner Ernennung viel Zeit hatte, um sich in aller Ruhe auf seine Aufgabe vorzubereiten, ließ sich die Deutsche Bank mit der Ernennung von Anshu Jain und Jürgen Fitschen bis zum letzten Drücker Zeit. Dabei hatte es den Anschein gehabt, dass Ackermann gegen den Willen von Börsig damals lieber den ehemaligen Bundesbankpräsidenten Axel Weber als Thronfolger hätte durchsetzen wollen.

Unglücklich lief auch die geplatzte Machtübergabe im Aufsichtsrat. Ursprünglich wollte Ackermann selbst die Aufgabe übernehmen, scheiterte jedoch am Widerstand der Investoren. Ein direkter Wechsel vom Vorstand an die Spitze des Aufsichtsrats wäre als Verstoß gegen die Regeln guter Unternehmensführung gewertet worden. Jetzt übernimmt der Allianz-Vorstand Achleitner die Führung der internen Aufseher.

Neben dem Chaos bei der Ackermann-Nachfolge und der Besetzung des Aufsichtsrats-Vorsitzes machen auch die Milliardenklagen gegen die Bank die Investoren nicht glücklich. Das Frankfurter Institut hat diverse Klagen, unter anderem wegen Hypotheken-Streitigkeiten in den USA, im Volumen von mehreren Milliarden Euro am Hals. Auch falls es nicht zu einer Verurteilung kommen sollte, so sei doch die Reputation der Bank wegen der vielen Rechtsstreitigkeiten beschädigt, kritisieren die Investoren.

-Von Madeleine Nissen und Eyk Henning, Dow Jones Newswires;

+49 (0)69 - 29725 115, madeleine.nissen@dowjones.com
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Verfasst am 14.05.2012 um 16:11, Autor: dj
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