Fresenius und FMC nach gutem Jahr zuversichtlich für 2011

"Die weltweite Nachfrage nach hochwertigen und innovativen Produkten und Dienstleistungen für das Gesundheitswesen steigt weiter", sagte Vorstandsvorsitzender Ulf M. Schneider. "Wir sehen auch für die Zukunft erhebliche Wachstumspotenziale in allen Unternehmensbereichen von Fresenius", erklärte der Manager.
Im abgelaufenen Jahr steigerte der Bad Homburger DAX-Konzern den Umsatz um 13% auf 15,972 Mrd EUR. Das Konzern-EBIT legte um 18% auf 2,418 Mrd EUR zu. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter verdiente Fresenius 660 Mio EUR.
An der guten Geschäftsentwicklung 2010 sollen die Aktionäre mit einer höheren Dividende partizipieren. Je Stammaktie will das Unternehmen 0,86 EUR zahlen, nach 0,75 EUR im Jahr davor.
Zum Umsatz- und EBIT-Anstieg trugen alle Unternehmensbereiche bei. Besonders gut entwickelte sich der auf Infusionen und klinische Ernährung spezialisierte Unternehmensbereich Fresenius Kabi. Die Sparte steigerte den Umsatz um 19% auf 3,67 Mrd EUR. Das organische Wachstum erreichte hier 12%. Das EBIT kletterte dank der guten Entwicklung in Nordamerika um 21% auf 737 Mio EUR. Dort hätten sich Produkteinführungen und eine höhere Nachfrage aufgrund der Lieferengpässe bei Wettbewerbern positiv ausgewirkt, erläuterte das Unternehmen.
Zur positiven Geschäftsentwicklung von Kabi trug vor allem APP Pharmaceuticals bei. Der US-Hersteller von intravenös verabreichten Nachahmermedikamenten erzielte einen Erlösanstieg um 29% auf 1,143 Mrd USD. Das 2008 zugekaufte Generikaunternehmen habe 2010 wie zuletzt angekündigt deutlich positiv zum Ergebnis je Aktie von Fresenius beigetragen.
Für 2011 erwartet Fresenius währungsbereinigt einen Anstieg des Konzernumsatzes von mindestens 7% und des Konzerngewinns von 8% bis 12%. Die Kennzahl Netto-Verbindlichkeiten zu EBITDA soll zum Jahresende 2011 unverändert in der Bandbreite von 2,5 bis 3,0 liegen.
Die ebenfalls im DAX notierte Fresenius-Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) erfüllte mit ihrem Umsatz- und Gewinnwachstum ebenfalls die Erwartungen der Analysten weitgehend. Wie der Konzern bekannt gab, verbesserte sich das operative Ergebnis (EBIT) im Schlussquartal um 10% auf 539 Mio USD. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit 516 Mio USD gerechnet. Der Umsatz legte um 4% auf 3,167 Mrd USD zu, geschätzt worden waren 3,207 Mrd USD. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter verdiente der Konzern 271 Mio USD im Quartal, geschätzt wurden 269 Mio USD.
Für 2011 erwartet FMC einen Umsatzanstieg zwischen 6% und 8% auf 12,8 bis 13 Mrd USD. Das Konzernergebnis soll zwischen 1,035 und 1,055 Mrd USD liegen. 2010 hatte der Umsatz mit 12,053 Mrd USD um 7% zugelegt. Das Konzernergebnis war um 10% auf 979 Mrd USD gestiegen. Die Dividende will FMC erneut anheben. Für 2010 sollen 0,65 EUR je Anteilschein gezahlt werden, nach 0,61 EUR im Jahr davor.
Der Umsatz mit Dialysedienstleistungen stieg im Quartal um 6% auf 2,354 Mrd USD. Die Erlöse mit Dialyseprodukten verbesserten sich leicht auf 813 (809) Mio USD.
In der für FMC wichtigsten Region Nordamerika legten die Erlöse um 3% auf 2,07 Mrd USD zu. Die durchschnittliche Vergütung pro Behandlung in den USA ging im Schlussquartal allerdings auf 355 (357) USD zurück. Geringere Erlöse aus dem reduzierten Einsatz von Dialysemedikamenten seien aber dank erhöhter Erstattungssätze für die Behandlung von Dialysepatienten überkompensiert worden.
Analysten sprachen in ersten Einschätzungen von guten Zahlen bei Fresenius und FMC. Die Prognosen für 2011 seien solide, erklärten Analysten der LBBW. Auch Händler bezeichneten die Zahlen mit "wie gewohnt gut". Der Ausblick für Fresenius sei sogar etwas besser als erwartet.
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