Mittwoch, 22.05.2013 - aktualisiert um 18:39 MEZ
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TUI AG
Die TUI AG ist bei ihrem geplanten Rückzug aus der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd wieder einen kleinen Schritt voran gekommen. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg stimmte dem Kauf weiterer Aktien durch das Konsortium Albert Ballin zu. Die Beteiligung der Stadt soll auf 36,9 Prozent von 23,6 Prozent steigen. Damit der Deal perfekt wird, muss noch die Bürgerschaft zustimmen. Dies soll bis Ende März geschehen.

Die Stadt Hamburg dominiert gegenwärtig zusammen mit dem Industriellen Klaus-Michael Kühne das Konsortium, das mit insgesamt 61,6 Prozent die Mehrheit an der Reederei hält. TUI hatte jüngst eine Option genutzt und dem Hamburger Konsortium ein Drittel ihres Gesamtpaketes angeboten. Albert Ballin übernimmt im Zuge dessen weitere 17,44 Prozent an der Reederrei, wovon Hamburg den Löwenanteil stemmt.

Bürgermeister Olaf Scholz sprach von einem guten Ergebnis für die Stadt: "Wir zahlen nicht zu viel und wir übernehmen nicht zu viele Anteile". Er rechtfertigte dieses zusätzliche finanzielle Engagement vor dem Hintergrund leerer Stadtkassen mit der hohen Wertschöpfung, die die Reederei erreiche, und der vielen Arbeitsplätze in der Stadt. Außerdem gab es seinen Angaben zufolge ernsthaft interessierte Käufer aus dem Ausland.

Das gesamte Investment von Albert Ballin von 600 Millionen Euro verteilt sich auf die Stadt mit 420 Millionen, den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne mit 160 Millionen sowie die Versicherungen Hanse-Merkur mit 13 Millionen und Signal Iduna mit 7 Millionen.

Den Kaufpreis will die Stadt vom Jahr 2013 an durch Dividendenzahlungen der Reederei wieder in die Kasse holen. "I want my money back", sagte Bürgermeister Olaf Scholz. Er rechnet damit, dass Hapag-Lloyd für das abgelaufene Jahr noch keine Ausschüttung vornehmen kann.

Die zusätzlichen Anteile will Hamburg jedoch nicht dauerhaft halten, sondern nur für eine bestimmte Zeit. Später sollen sie an einen "seriösen" Partner verkauft werden. Für einen Teil, rund 5 Prozent, hat sich nach Angaben der Stadt der Miteigentümer Kühne schon bereit erklärt. Vorstellbar ist aber auch der vollständige Rückzug aus dem Unternehmen, sagte Scholz. Eile habe die Stadt bei diesem Vorhaben aber nicht.

Dieser Vollausstieg kann auch über einen Börsengang erfolgen. Die Stadt habe bereits im Vorjahr diesen Schritt geplant, sagte Scholz. Den Gang aufs Parkett bezeichnete der erste Mann der Stadt bei einem entsprechenden Umfeld als jederzeit möglich. Alle früher bestehenden rechtlichen Hindernisse seien beseitigt.

- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires;

+49 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com
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Verfasst am 21.02.2012 um 15:27, Autor: dj
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