HHLA stellt sich auf konjunkturellen Abschwung ein
Hamburger Hafen und Logistik AG

Die Vorsicht resultiert aus den Sorgenkindern des im MDAX gelisteten Konzerns. Eine Ergebnisverbesserung im deutschen Intermodalverkehr und in der Fruchtlogistik wird immer unwahrscheinlicher. Wertberichtigungen zum Jahresende sind möglich. Träte dies ein, hält der Vorstand nur noch einen EBIT-Anstieg auf 200 Mio von 192,9 Mio EUR im Vorjahr für erreichbar - das schließt die angestrebte Margenverbesserung aus. Ohne Berichtigungen könnte der operative Gewinn auf 210 Mio EUR steigen.
Positiver als bisher zeigte sich das Unternehmen mit Blick auf den geplanten Containerumschlag. Hier soll das obere Ende des prognostizierten Anstiegs von 15% bis 20% erreicht werden und zu einem Umsatzanstieg auf rund 1,2 Mrd nach 1,073 Mrd EUR führen.
Den Löwenanteil dazu wird der an der Börse gelistete Teilkonzern Hafenlogistik beitragen. Dort erhöhten sich im Drittquartal der Umsatz auf 309,1 (279) Mio EUR und der Nettogewinn auf 29,3 (25,4) Mio EUR. Die Analysten hatten im Mittel nur geringfügig bessere Ergebnisse prognostiziert. Entsprechend neutral fiel die Resonanz des Marktes aus. Auch die "versteckte Gewinnwarnung" sieht die BHF Bank nicht als Überraschung an, da die neuen Ziele dem Analystenkonsens entsprechen würden.
Der HHLA-Vorstand führt die positive Entwicklung im Quartal auch auf die Verbesserung der Abfertigung zurück. Investitionen in die Anlagen, die schnellere Abfertigung der Schiffe und die bessere Anbindung für den Weitertransport der Waren per Bahn oder LKW zahlen sich aus. Sie sollen auch im kommenden Jahr zu weiteren Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis führen. Vorausgesetzt, die Fahrrinne der Elbe wird vertieft und die Kernmärkte der HHLA wachsen trotz der Abkühlung der Wirtschaft weiter.
Für den Fall, dass diese Bedingungen nicht eintreten, fühlt sich der Konzern aufgrund seiner Erfahrungen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 gut vorbereitet, um Ertragskraft und finanzielle Stabilität zu schützen. Damals wurden zur Vermeidung von Entlassungen Kurzarbeit und Qualifizierungsmaßnahmen eingeführt.
- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,
+49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com,
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