Kabinenmitarbeiter der Lufthansa stimmen für Streik
Deutsche Lufthansa AG

Diese werden am 16. August fortgesetzt. Lufthansa und Arbeitnehmervertretung UFO wollen dann in Frankfurt über die strittigen Punkte sprechen, zu denen auch der Einsatz von Leiharbeitern zählt.
Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hatte ihre Mitglieder trotz der noch laufenden Verhandlungen schon einmal zur Urabstimmung aufgerufen. Sie war sauer, weil der Vorstand der Kranichlinie bislang die Forderungen der Beschäftigten immer nur abgelehnt und selbst keine konkreten Angebote vorgelegt hatte. Mit dem Abstimmungsergebnis sieht UFO ihre Position nun gestärkt.
Das Ergebnis der Befragung ist eindeutig. Die überwältigende Mehrheit der in der Gewerkschaft UFO organisierten Flugbegleiter plädierte für einen Arbeitskampf, wie ein Sprecher sagte.
Die Deutsche Lufthansa gibt sich gelassen. Einen Arbeitskampf wird es nach ihrer Einschätzung nicht geben. Sie rechnet weiterhin mit einer gütlichen Einigung im Gespräch.
Die Verhandlungen zwischen Lufthansa und UFO verlaufen äußerst zäh. Bereits im April hatte die Gewerkschaft für rund 18.000 Lufthansa-Flugbegleiter eine Gehaltsverbesserung von fünf Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2012 gefordert. Außerdem verlangen die Arbeitnehmer eine Gewinnbeteiligung in Jahren mit überdurchschnittlichen Ergebnissen von bis zu einem Monatsgehalt und den Verzicht auf Leiharbeit.
Zuvor hatte UFO gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di über einen neuen Tarifvertrag für insgesamt 50.000 Lufthansa-Beschäftigte verhandelt. Die Flugbegleiter waren jedoch aus den gemeinsamen Verhandlungen ausgestiegen, nachdem ver.di einem Angebot der Airline Ende Januar zugestimmt hatte. Grund für die Ablehnung war vor allem die geplante Einführung von Leiharbeitern in den Kabinen der Lufthansa.
Analysten warnten am Morgen vor Kurseinbußen bei Lufthansa. "Die Urabstimmung des Kabinenpersonals für einen Streik ist eine schwere Belastung für das Sentiment", sagte ein Analyst. Die Gewerkschaft UFO habe zwar noch nicht für einen direkten Streik votiert, ihre Verhandlungsmacht aber kräftig gestärkt.
Kontakt zur Autorin: kirsten.bienk@dowjones.com
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