Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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EADS N.V.
Nach einem sehr guten Jahr 2011 hat der europäische Flugzeughersteller Airbus auch im Erstquartal 2012 von einer hohen Nachfrage nach neuen Flugzeugen profitiert. Umsatz und Ergebnis stiegen und ließen den Gewinn der Mutter EADS ebenfalls in die Höhe schnellen. Experten rechnen trotz der Probleme vieler Fluggesellschaften mit keinem Ende der Auftragsflut.

Die internationale Luftfahrtindustrie dürfte trotz rauer werdender Rahmenbedingungen weiter wachsen. Trotz der Insolvenz oder roter Zahlen einiger Airlines gehen die Experten davon aus, dass die beiden großen Flugzeugbauer Airbus und Boeing die georderten Maschinen auch fertigen und an ihre Kunden ausliefern werden. Sie glauben nicht an eine bevorstehende Stornierungswelle und ein Platzen der "Bestellblase", die manche Beobachter ausgemacht haben wollen.

Das Geschäft der EADS-Tochter Airbus basiert auf den Bestellungen aus allen Regionen dieser Welt, Kunden müssen teilweise sehr lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Der europäische Flugzeugbauer und sein amerikanischer Wettbewerber reiben sich deshalb die Bäuche. Sie sitzen auf prall gefüllten Auftragsbüchern und können ihre Produktionen damit über Jahre hinweg auslasten.

Diese Entwicklung wird sich nach Einschätzung von Analysten in den kommenden Jahren fortsetzen. Zwar halten sie es durchaus für möglich, dass einige Airlines wegen finanzieller Engpässe die ein oder andere Bestellung stornieren oder nach hinten verschieben. Eine heftige Stornierungswelle sehen die Experten aber trotz der rauer werdenden Rahmenbedingungen nicht.

"Ich sehe keine Krise", sagte Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Gerade die Fluggesellschaften aus den Schwellenländern hätten einen hohen Bedarf an neuer Kapazität.

Carrier aus den Golf-Staaten haben seiner Einschätzung zufolge derzeit einen großen Vorteil gegenüber europäischen Gesellschaften. Sie unterlägen aufgrund ihrer Eigentümerstruktur nicht den Sparzwängen von Gesellschaften wie Lufthansa und Air Berlin und könnten sich auch Verluste leisten.

Die europäischen Airlines leiden derzeit unter dem starken Wettbewerb, der die Weitergabe der erdrückenden Treibstoffkosten an die Kunden nicht möglich macht. Außerdem ist der Markt seit einigen Jahren von strukturellen Problemen belastet. Zuerst haben die boomenden Billigflieger für Überkapazitäten gesorgt, jetzt sind es die Golfairlines, beschreibt Analyst Frank Skodzik von der Commerzbank die Misere.

Gerade die hohen Treibstoffkosten zwingen aber auch die europäischen Airlines zur Modernisierung ihrer Flugzeugflotten. Durch den Wechsel zu neuen Modellen lassen sich bis zu 15 Prozent Sprit sparen. Da die Ausgaben für Flugbenzin den Löwenanteil der Kosten ausmachen, ist dies trotz der hohen Preise für neue Flugzeuge lohnend.

Airbus kann dies nur freuen. Die spritsparende A320neo hat sich innerhalb weniger Monate zum Kassenschlager entwickelt. Auch der Großraumflieger A380 gilt als sparsames Flugzeug und trifft deswegen bei den Golf-Airlines auf hohes Interesse.

Ob Emirates, Etihad, Qatar und andere Gesellschaften aus der Region ihre bestellten Maschinen auch wirklich füllen können, hängt nach Einschätzung des Analysten Skodzik auch von der Erteilung weiterer Verkehrsrechte ab. Erhalten die Carrier keine neuen Start- und Landerechte, könnte es schwieriger für sie werden. Es werde sich aber erst in ein paar Jahren zeigen, ob dies dann auch zu Abbestellungen führen wird, prognostiziert er.

Airbus ist sich seiner Sache jedenfalls noch sicher, der Flugzeugbauer hat derzeit keine Hinweise auf eine bevorstehende Stornierungsflut. "Unserer Orders sind real", sagte ein Sprecher.

-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,

+49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com
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Verfasst am 16.05.2012 um 10:58, Autor: dj
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