Donnerstag, 23.05.2013 - aktualisiert um 11:14 MEZ
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Wie gewonnen, so zerronnen. Am Vormittag profitierte die Börse von der Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank nun doch am Markt der europäischen Staatsanleihen eingreifen könnte. Am Mittag ließ dann ein Dementi aus dem Hause der EZB die an der Börse gesehenen Gewinne wie das sprichwörtliche Eis in der Sonne schmelzen. Am Ende des Tages war aber kein Porzellan zerschlagen: Die Börsen schlossen knapp im Minus. Nach der Rally in der Vorwoche ist dies allerdings kein Beinbruch.

Der Euro-Stoxx-50 schloss mit einem Abschlag von 0,2 Prozent bei 2.466 Punkten, nachdem er am Vormittag bei 2.493 ein Tageshoch markiert hatte. Der Dax verlor 0,1 Prozent auf 7.034 Punkte.

Den Vormittagshandel hatte zunächst ein Bericht des Spiegel bestimmt. Dort hieß es, die Europäische Zentralbank erwäge, die Renditedifferenzen von Staatsanleihen innerhalb der Eurozone zu begrenzen. Angeblich solle für die Staatsanleihen jedes Landes ein maximaler Renditeabstand gegenüber Bundesanleihen gelten. Werde dieser überschritten, würde die EZB Staatsanleihen des betreffenden Landes kaufen und die Zinsdifferenz damit verkleinern. Ein solcher Schritt würde Spekulanten tatsächlich ausbremsen. An der Börse wurde diese Idee mit Kursgewinnen honoriert.

Am Mittag dementierte die EZB allerdings den Bericht als "absolut irreführend". In der Folge schmolzen die Kursgewinne bei Anleihen der Südländer dahin und auch die Gewinne am Aktienmarkt lösten sich auf. Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen aus Spanien kamen immerhin um 16 Basispunkte auf 6,22 Prozent zurück.

Wie der Aktienmarkt legte auch der Euro zum Wochenstart eine Berg- und Talfahrt hin. Am Ende des Tages notierte auch er gegenüber dem Dollar bei 1,2344 wenig verändert.

Den schwächsten Sektor am europäischen Aktienmarkt stellten am Montag einmal mehr die Banken. Belastend wirkte sich auf die Finanzwerte aus, dass Griechenland nicht nur mehr Zeit, sondern möglicherweise auch mehr Geld benötigen könnte. Es überrascht daher nicht, dass der Fahrplan des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in dieser Woche sehr voll ist. Am Mittwoch trifft er den Chef der Eurogruppe Juncker, am Freitag trifft er Bundeskanzlerin Angela Merkel und am Samstag in Paris den französischen Präsidenten Hollande. Der europäische Sektor-Index verlor 1,4 Prozent, bei den Einzelwerten gab die Aktie der Societe Generale mit minus 3,6 Prozent überproportional nach.

Auch Rohstoffwerte kamen stärker unter die Räder. Sie litten unter der Nachricht, dass die Immobilienpreise in einigen chinesischen Städten gestiegen sind. "Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die chinesische Notenbank der heimischen Wirtschaft mit weiteren Anreizen unter die Arme greift", sagte ein Händler.

An den Rohstoffmärkten standen ausgewählte Metalle daraufhin unter Druck; so fiel der Preis für Eisenerz auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. An den Börsen gab der Sektor der europäischen Rohstoffwerte um 1,3 Prozent nach. Der Aktienkurs von Xstrata sank um 3,2 und der von Rio Tinto um 1,3 Prozent.

Infineon stellte den größten Verlierer im Dax, seine Notierung gab um 3,8 Prozent auf 5,79 Euro nach. Hier drückte eine Studie der Analysten von J.P. Morgan, die bei Infineon kurzfristig keinen Grund zu Optimismus sehen. Der Aktienkurs sei in Erwartung einer steigenden Endnachfrage seit Juli um rund 18 Prozent gestiegen. Damit rechne die Infineon-Führung aber selbst nicht, sagen die Analysten - das habe ein Treffen mit der Führungsspitze ergeben.

Europäische Schlussindizes vom Montag, 20. August:

. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung

. stand absolut in % seit

. Jahresbeginn

Europa Euro-Stoxx-50 2466,32 -5,21 -0,2% 6,5

. Stoxx-50 2566,99 -9,36 -0,4% 8,3

. Stoxx-600 271,50 -1,33 -0,5% 11,0

Frankfurt XETRA-DAX 7033,68 -7,20 -0,1% 19,2

London FTSE-100 5825,66 -28,05 -0,5% 4,6

Paris CAC-40 3480,58 -7,80 -0,2% 10,2

Amsterdam AEX 333,85 -1,92 -0,6% 6,8

Athen ATHEX-20 226,82 -4,56 -2,0% -14,4

Brüssel BEL-20 2380,43 -9,28 -0,4% 14,3

Budapest BUX 0,00 0,00 0% -100,0

Helsinki OMXH-25 2043,71 -7,81 -0,4% 5,2

Istanbul ISE NAT. 30 80419,61 1096,31 +1,4% 30,3

Kopenhagen OMXC-20 494,49 0,63 +0,1% 26,8

Lissabon PSI 20 4908,72 57,49 +1,2% -9,6

Madrid IBEX-35 7561,00 -91,40 -1,2% -12,8

Mailand FTSE-MIB 14971,88 -152,81 -1,0% -0,8

Moskau RTS 1402,65 -24,59 -1,7% 1,5

Oslo OBX 404,31 -4,08 -1,0% 13,1

Prag PX 938,90 -9,20 -1,0% 3,1

Stockholm OMXS-30 1084,06 -7,40 -0,7% 9,7

Warschau WIG-20 2281,86 -31,83 -1,4% 6,4

Wien ATX 2081,73 -24,35 -1,2% 10,0

Zürich SMI 6506,25 -23,09 -0,4% 9,6

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 7.45 Uhr Fr, 18.00 Uhr

EUR/USD 1,2343 0,10% 1,2331 1,2314

EUR/JPY 98,0219 -0,04% 98,0630 97,9219

EUR/CHF 1,2009 -0,02% 1,2012 1,2010

USD/JPY 79,4090 -0,13% 79,5100 79,5050

GBP/USD 1,5706 0,08% 1,5694 1,5693

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com
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Verfasst am 20.08.2012 um 16:31, Autor: dj
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