Donnerstag, 23.05.2013 - aktualisiert um 21:19 MEZ
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Europas Börsen legen dank guter Vorgaben aus den USA weiter zu. Der DAX gewinnt 0,3 Prozent auf 6.596 Punkte, der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,5 Prozent auf 2.262 Punkte. Die Stärke der Märkte erstaunt, denn Fed-Chairman Ben Bernanke hat am Dienstag die Erwartungen der Märkte nicht erfüllt. Bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats hat er zwar ein düsteres Bild der US-Konjunktur gezeichnet, Hinweise auf geldpolitische Lockerungen blieb er jedoch schuldig. Die US-Börsen ließen sich davon aber nicht beeindrucken und konzentrierten sich lieber auf die guten Quartalszahlen von Goldman Sachs.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das Beige Book, den Konjunkturbericht der Notenbank, der nach Börsenschluss in Europa veröffentlicht wird. "Hierin dürfte sich die besorgte Haltung der Fed zur Konjunktur widerspiegeln", sagt ein Händler. Das könnte die Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungen (QE3) aufrecht erhalten.

Den Stiefel drückt der Schuh

Die Lage in Italien spitzt sich unterdessen weiter zu. Die Angst vor einer Pleite Siziliens wächst. Die Inselregierung hat Schulden in Milliardenhöhe angehäuft und droht unter der Last zusammenzubrechen. Am Dienstag hat der sizilianische Gouverneur Raffale Lombardo offiziell seinen Rücktritt erklärt, was das Chaos noch verschlimmert. Nun fürchtet der italienische Premierminister Mario Monti um den Reformfortschritt seines Landes, das mit aller Kraft aus der finanziellen Schieflage kommen will.

Der Euro notiert mit 1,2291 Dollar auf Vortagesniveau. Kuniyuki Hirai von der Bank of Tokyo-Mitsubishi sieht allerdings weitere Abwärtsrisiken für die Gemeinschaftswährung, nachdem Bernanke keine Erleichterungen angekündigt hat. Der Japaner schließt Verluste bis 1,2050 Dollar nicht aus. Nach oben hin sieht er den Euro bei 1,2450 Dollar begrenzt.

Schlechte Vorzeichen für Halbleiterwerte

Halbleiterwerte neigen zur Schwäche. Intel hat am Dienstagabend Anleger mit einer Umsatzwarnung verschreckt. Das Unternehmen geht nur noch von einem Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent aus, nachdem es zuvor einen Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich angestrebt hatte. Einen vorsichtigen Ausblick hat auch der Halbleiter-Ausrüster ASML abgegeben. Die Zahlen für das zweite Quartal sind dagegen unspektakulär. "Sowohl Umsatz wie auch EBIT liegen auf Höhe der Markterwartung", sagt ein Händler. ASML Holding verlieren 0,9 Prozent, während Infineon um 0,4 Prozent nachgeben.

Die Credit Suisse hat ihre Zahlen überraschend früh veröffentlicht. Vorsteuer- und Nettogewinn haben die Prognosen leicht übertroffen. Umstritten ist allerdings die geplante Kapitalerhöhung. "Jeder weiß um den Kapitalbedarf der Banken. Ich denke es ist positiv, dass Credit Suisse das Kapital jetzt aufstockt und dadurch Handeln demonstriert", sagt ein Marktteilnehmer. "Die Bank knickt nur kurz nach den Forderungen nach einer besseren Kapitalausstattung seitens der Nationalbank ein", meint hingegen ein anderer Händler. Dies zeige wie "ängstlich" die Geldhäuser mittlerweile seien angesichts der immer strikteren Regulierung der Branche. Bei den Marktteilnehmern setzt sich die zuversichtliche Interpretation durch. Die Aktie steigt um 5,4 Prozent.

Puma verschreckt mit Gewinnwarnung

Die Schuldenkrise in Europa hat Spuren beim Sportartikelhersteller Puma hinterlassen. Das Unternehmen aus Herzogenaurach hat überraschend seine Ziele für das Gesamtjahr gekippt. Puma erwartet nur noch ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich. Bisher hatte der Sportartikelhersteller mit einer Zunahme im hohen einstelligen Prozentbereich gerechnet. Die Aktie fällt um 5 Prozent, während adidas um 1,4 Prozent nachgeben.

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Di, 17.57 Uhr

EUR/USD 1,2288 +0,0% 1,2288 1,2228

EUR/JPY 97,1511 -0,0% 97,1546 96,6341

EUR/CHF 1,2012 -0,0% 1,2014 1,2011

USD/JPY 79,0470 -0,0% 79,0775 79,0495

GBP/USD 1,5654 +0,1% 1,5646 1,5605
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Verfasst am 18.07.2012 um 07:31, Autor: dj
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